45 v. Chr. – Erstes Jahr des julianischen Kalenders und Caesars Konsulat

45 v. Chr.: Einführung des julianischen Kalenders und Caesars konsuläres Jahr – historische Hintergründe, Kalenderreform und politische Folgen kompakt erklärt.

Autor: Leandro Alegsa

Das Jahr 45 v. Chr. war entweder ein gewöhnliches Jahr, das am Donnerstag, Freitag oder Samstag begann, oder ein Schaltjahr, das am Freitag oder Samstag begann und dem ersten Jahr des Julianischen Kalenders entsprach. Damals war es bekannt als das Jahr des Konsulats von Caesar ohne Kollege.

Kalenderreform und Einführung

Das Jahr 45 v. Chr. gilt als das erste Jahr des von Julius Caesar eingeführten julianischen Kalenders. Nach jahrzehntelanger Unstimmigkeit des römischen Kalenders ordnete Caesar, nachdem er in Rom die politische Macht konsolidiert hatte, eine grundlegende Reform an. Er ließ sich dabei vom ägyptischen Astronomen Sosigenes von Alexandria beraten. Zweck der Reform war, das Kalenderjahr an den tropischen Sonnenjahrzyklus von etwa 365,25 Tagen anzupassen.

Wesentliche Änderungen

  • Festlegung einer Jahreslänge von 365 Tagen mit einem zusätzlichen Schalttag alle vier Jahre (Schaltjahr), wodurch im Durchschnitt 365,25 Tage pro Jahr erreicht werden sollten.
  • Einführung eines geregelten Monatsaufbaus, wobei der Februar als Monat mit dem Schalttag fungierte.
  • Festlegung des Jahresbeginns auf den 1. Januar, was die Verwaltung und das Amtsjahr der Magistrate vereinheitlichte.

Besondere Umstände in den Jahren um 45 v. Chr.

Um die jahreszeitliche Verschiebung, die sich über Jahrhunderte angesammelt hatte, auszugleichen, wurde das Jahr 46 v. Chr. als sogenanntes annus confusionis mit zusätzlichen Tagen versehen. Dadurch konnte 45 v. Chr. als erstes reguläres Jahr des neuen Systems beginnen. In den ersten Jahrzehnten nach der Reform kam es jedoch zu Fehlern bei der Anwendung der Schaltregel — die Schaltjahre wurden zunächst zu häufig eingefügt —, was erst später von Kaiser Augustus korrigiert wurde.

Politischer Kontext

Als Jahr des Konsulats von Caesar ohne Kollege spiegelt 45 v. Chr. die außergewöhnliche politische Stellung Caesars wider. Nach den Bürgerkriegen verfügte er über weitreichende Befugnisse, die es ihm ermöglichten, tiefgreifende institutionelle Reformen wie die Kalenderreform durchzuführen. Die Kalenderänderung war nicht nur eine technische Maßnahme, sondern hatte auch Folgen für Verwaltung, Steuerwesen und religiöse Feste.

Wirkung und Nachwirkung

  • Der julianische Kalender blieb in weiten Teilen Europas und des Mittelmeerraums die Grundlage der Zeitrechnung bis zur Einführung des gregorianischen Kalenders im Jahr 1582.
  • Einige orthodoxe Kirchen verwenden den julianischen Kalender bis heute für liturgische Zwecke.
  • Die Reform war ein bedeutender Schritt zur Standardisierung der Zeitrechnung und beeinflusst indirekt noch heute unser gregorianisches Kalenderwesen.

Zusammengefasst war 45 v. Chr. ein Jahr von großer kalendarischer und politischer Bedeutung: Es markiert den Beginn eines neuen, langfristig einflussreichen Kalendersystems und fällt in die Zeit, in der Julius Caesar seine Machtposition in Rom konsolidierte.

Veranstaltungen

  • Julius Cäsar besiegt die pompejanischen Streitkräfte von Titus Labienus und Pompeius dem Jüngeren in der Schlacht von Munda
  • Mögliches erstes Jahr der Ära Azes I

Geburten

  • Iullus Antonius, Sohn von Mark Antonius und Fulvia (gest. 2 v. Chr.)
  • Wang Mang, Usurpator der Han-Dynastie und Kaiser der Xin-Dynastie (gest. 23)

Todesfälle

  • Tullia, Tochter von Cicero (geb. 79 v. Chr. oder 78 v. Chr.)
  • Titus Labienus (geb. ca. 100 v. Chr.)
  • Publius Attius Varus
  • Gnaeus Pompeius, Sohn des Pompeius des Großen (um 75 v. Chr.)
  • Quintus Fabius Maximus


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