Alan Morton Dershowitz (geboren am 1. September 1938) ist ein US-amerikanischer Rechtsanwalt, Juraprofessor und politischer Kommentator. Er ist jüdischer Herkunft (Jude) und hat den größten Teil seiner akademischen und beruflichen Laufbahn an der Harvard Law School verbracht. 1967 wurde er im Alter von 28 Jahren der jüngste ordentliche Professor für Rechtswissenschaften in der Geschichte der Fakultät; 1993 erhielt er dort die Felix‑Frankfurter‑Professur. Dershowitz wurde in Brooklyn geboren und absolvierte sein Jurastudium an einer renommierten US‑Law School, bevor er seine akademische Laufbahn und Tätigkeit als Prozessanwalt aufnahm.
Karriere und Schwerpunkt
Dershowitz ist sowohl als Strafverteidiger als auch als Wissenschaftler bekannt. Akademisch hat er sich vor allem mit Strafrecht, Verfassungsrecht, Bürgerrechten und der Verteidigung der persönlichen Freiheiten beschäftigt. Öffentlich trat er über Jahrzehnte als Kommentator in Politik‑ und Rechtsfragen hervor, insbesondere in Debatten zum arabisch‑israelischen Konflikt, zu Fragen der Meinungs‑ und Prozessfreiheit sowie zu hochrangigen Strafverfahren.
Bekannte Fälle und Mandanten
Als Strafverteidiger hat Dershowitz zahlreiche prominente Mandanten vertreten und an mehreren international beachteten Verfahren mitgewirkt. Er gibt an, 13 von 15 Mord‑ oder Mordversuchsverfahren, die er betreute, gewonnen zu haben. Zu seinen bekanntesten Mandanten und Fällen gehören unter anderem:
- Mike Tyson
- Patty Hearst
- Jeffrey Epstein — seine Verbindung zu Epstein führte später zu öffentlichen Kontroversen und rechtlichen Auseinandersetzungen;
- Jim Bakker
- Die erfolgreiche Berufung im Fall von Claus von Bülow (1984), die in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit erregte;
- Seine Tätigkeit als Berufungsbeistand der Verteidigung im Prozess gegen O.J. Simpson (1995).
Im Jahr 2020 wurde Dershowitz von Präsident Donald Trump als Teil des Verteidigungsteams hinzugezogen, das ihn während des Amtsenthebungsverfahrens verteidigte.
Publikationen und öffentliche Positionen
Dershowitz ist produktiver Autor zahlreicher Bücher und Essays zu Recht, Politik und Ethik. Er gilt politisch oft als liberal in vielen innenpolitischen Fragen, ist jedoch ein prominenter Verfechter Israels und steht in internationalen Fragen oft für eine andere Positionierung als viele seiner parteipolitischen Mitstreiter. Zu seinen bekanntesten Büchern gehören:
- Reversal of Fortune: Inside the von Bülow Case (1985) — Grundlage für den Film von 1990;
- Chutzpah (1991);
- Reasonable Doubts: The Criminal Justice System and the O.J. Simpson Case (1996);
- The Case for Israel (2003) — deutsch: Der Fall Israel;
- Rights from Wrongs: A Secular Theory of the Origins of Rights (2004) — deutsch in Kommentaren oft wiedergegeben als Rechte von Unrecht;
- The Case for Peace (2005) — deutsch: Der Fall des Friedens, mit Vorschlägen zur Beilegung des Nahostkonflikts.
Er hat zudem zahlreiche Beiträge in Zeitungen und Magazinen veröffentlicht und war als Kommentator in TV‑Sendungen präsent. Als Kolumnist und Gastautor schrieb er unter anderem für die Huffington Post sowie für andere Medienplattformen.
Kontroversen
Dershowitz’ Karriere ist begleitet von kontroversen Debatten. Seine Rolle als Anwalt von Jeffrey Epstein und Vorwürfe im Zusammenhang mit diesem Umfeld führten zu öffentlichen Anschuldigungen und Gegenklagen; Dershowitz hat viele der Vorwürfe zurückgewiesen und juristisch angefochten. Auch seine vehemente Verteidigung bestimmter Positionen in der Israel‑Politik sowie seine mediale Präsenz haben ihm sowohl Unterstützer als auch Kritiker eingebracht. In öffentlichen Debatten polarisiert er häufig durch eine direkte und streitbare Argumentationsweise.
Wirkung und Bedeutung
Alan Dershowitz hat als Professor, Anwalt und Publizist die amerikanische Rechtsdiskussion über Jahrzehnte mitgeprägt. Seine Arbeiten zu Strafrecht, Bürgerrechten und internationalen Konflikten werden breit rezipiert, diskutiert und kritisiert. Unabhängig von der Bewertung seiner Positionen gilt er als eine der weltweit bekanntesten Figuren des US‑Rechtswesens des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts.

