Bilabialer Nasal (m-Laut): Definition, IPA ⟨m⟩ und Vorkommen

Bilabialer Nasal (m‑Laut, IPA ⟨m⟩): Definition, Lautmerkmale und weltweites Vorkommen – verständlich erklärt mit Beispielen aus zahlreichen Sprachen.

Autor: Leandro Alegsa

Der bilabiale Nasal (auch bilabialer Nasal oder kurz m‑Laut) ist eine Art Konsonant. Er tritt in fast allen gesprochenen Sprachen auf. Im Internationalen Phonetischen Alphabet wird er durch das Zeichen ⟨m⟩ repräsentiert; das X‑SAMPA‑Symbol ist ebenfalls ⟨m⟩. Im Englischen entspricht er dem Buchstaben „m“, etwa in map und rum. Im Deutschen findet man ihn z. B. in Mann oder kommen.

Artikulation

Der bilabiale Nasal ist ein stimmhafter Nasal mit bilabialer Artikulation. Das heißt:

  • Beide Lippen schließen sich (bilabial),
  • der Velum (Gaumensegel) ist abgesenkt, so dass die Ausatemluft durch die Nasenhöhle strömt (nasal),
  • die Stimmlippen schwingen, sodass der Laut stimmhaft ist.

Eigenschaften und Variationen

  • Standardform: IPA ⟨m⟩, stimmhaft.
  • Allophone: Vor labiodentalen Frikativen wie /f/ oder /v/ kann /m/ als labiodentaler Nasal [ɱ] realisiert werden (z. B. in manchen Lautfolgen analog zu „comfort“). In schnellen oder assimilierten Sprechweisen können Anpassungen an die Artikulationsstelle der Nachbarlaute auftreten.
  • Devoicing: In manchen Sprachen oder phonologischen Kontexten kann der Nasal teilweise stimmlos werden, das ist aber selten.
  • Syllabizität: In einigen Sprachen können Nasale syllabisch werden (als eigene Silbe), insbesondere in unbetonten oder reduziert gesprochenen Formen.

Vorkommen und Beispiele

Nahezu alle Sprachen enthalten diesen Laut. Nur wenige Sprachen verzichten auf einen bilabialen Nasal als phonemisches Segment; ein oft genanntes Beispiel ist Mohawk, wo er sehr selten oder nicht als eigenständiges phonem vorkommt.

Dies sind einige Beispiele dafür, wo das bilabiale Nasal in verschiedenen Sprachen vorkommt:

  • Englisch: map /mæp/, rum /rʌm/
  • Deutsch: Mann /man/, kommen /ˈkɔmən/
  • Spanisch: mano /ˈmano/ (Hand)
  • Französisch: main /mɛ̃/ (Hand) — dort tritt /m/ in nasalisierten Kontexten auf
  • Russisch: мама /ˈmama/ (Mama)
  • Weitere Weltsprachen: Das Phonem /m/ ist in den meisten afrikanischen, asiatischen und indigenen Sprachen verbreitet.

Orthographie und Notation

In vielen lateinisch geschriebenen Sprachen wird der Laut durch den Buchstaben m dargestellt. Im IPA wird er schlicht als ⟨m⟩ notiert; dieses Zeichen ist international gebräuchlich und eindeutig.

Bemerkungen

  • Der bilabiale Nasal ist oft eines der ersten Konsonantenlaute, die Kinder beim Sprechen lernen, da die Lippenmotorik früh entwickelt ist.
  • Bei phonetischen Beschreibungen ist zwischen phonemischer Existenz (ob /m/ ein eigenständiges Lautsegment einer Sprache ist) und phonetischer Realisierung (wie genau der Laut artikuliert wird) zu unterscheiden.

Fragen und Antworten

F: Was ist ein stimmhafter bilabialer Nasal?


A: Ein stimmhafter bilabialer Nasal ist eine Art von Konsonant.

F: Welcher Buchstabe steht für diesen Laut im Internationalen Phonetischen Alphabet?


A: Der Buchstabe für diesen Laut im internationalen phonetischen Alphabet ist ⟨m⟩.

F: Welches Symbol steht für diesen Laut in X-SAMPA?


A: Das X-SAMPA-Symbol für diesen Laut ist ⟨m⟩.

F: Gibt es diesen Laut auch im Englischen?


A: Ja, Englisch hat diesen Laut und er wird durch das "m" in map und rum dargestellt.

F: Gibt es Sprachen, die diesen Laut nicht enthalten?


A: In einigen wenigen Sprachen (z.B. Mohawk) wird dieser Laut nicht häufig verwendet.

F: Wie viele gesprochene Sprachen verwenden den stimmhaften bilabialen Nasal?


A: Nahezu alle gesprochenen Sprachen enthalten diesen Laut.


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