Angela Dorothea Merkel (geboren als Angela Dorothea Kasner am 17. Juli 1954 in Hamburg) ist eine deutsche Politikerin, die von 2005 bis 2021 als Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland amtierte.
Kurzprofil
- Geboren: 17. Juli 1954 in Hamburg (damals Teil Westdeutschlands).
- Aufgewachsen und ausgebildet in der Deutschen Demokratischen Republik bis zur Wiedervereinigung Deutschlands 1990.
- Akademischer Hintergrund: Studium und Promotion in naturwissenschaftlichen Fächern; frühe berufliche Tätigkeit als Forscherin in der Physikalischen Chemie.
- Parteizugehörigkeit: Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU); von 2000 bis 2018 Vorsitzende der Partei.
- Bundeskanzlerin: Amtszeit 22. November 2005 bis 8. Dezember 2021; erste weibliche Bundeskanzlerin Deutschlands.
Frühe Jahre und wissenschaftliche Ausbildung
Merkel wurde als Tochter eines lutherischen Pastors und einer Lehrerin geboren. Sie wuchs in der DDR auf, studierte Physik an der Universität Leipzig und promovierte in den 1980er-Jahren in einem Bereich der physikalischen Chemie. Danach arbeitete sie einige Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Forscherin.
Weg in die Politik
Nach dem Fall der Mauer engagierte sich Merkel politisch; sie wurde 1990 Mitglied des gesamtdeutschen Bundestags und übernahm rasch Aufgaben in der Bundesregierung. In den 1990er-Jahren hatte sie Ministerämter auf Bundesebene inne, bevor sie 1998 in die Parteiführung der CDU wechselte.
Parteiführung und Kanzlerschaft
Wesentliche Stationen ihrer politischen Karriere lassen sich knapp zusammenfassen:
- 1990er Jahre: Einzug in den Bundestag und erste Ministerämter.
- 2000–2018: Vorsitzende der CDU, prägend für das Profil der Partei in diesem Zeitraum.
- 2005–2021: Wahl zur Bundeskanzlerin am 22. November 2005; Regierungsbildungen in mehreren Legislaturperioden:
- 2005: Regierungsbildung in einer Koalition der beiden größten politischen Parteien (Fraktionsgemeinschaft CDU/CSU und SPD).
- 2009–2013: Koalition mit der FDP.
- 2013–2017 und 2017–2021: Weitere Koalitionsregierungen mit wechselnden Partnern.
Politische Schwerpunkte und Bilanz
Merkels Regierungszeit war geprägt von einer Reihe innen- und außenpolitischer Herausforderungen, darunter Finanz- und Eurokrise, Flüchtlingspolitik sowie Klimaschutz- und Digitalisierungsfragen. Sie wurde vielfach als pragmatische Krisenmanagerin bezeichnet; Bewertungen ihrer Politik variieren je nach politischem Blickwinkel und Zeitabschnitt.
Rückzug aus der Parteiführung und Amtszeitende
Im Oktober 2018 kündigte Merkel ihren endgültigen Rückzug aus der Parteispitze an; sie erklärte, sich bei der Wahl zum CDU-Vorsitz nicht erneut zur Verfügung zu stellen und auch nicht mehr als Kanzlerin für das Jahr 2021 zu kandidieren. Auf dem CDU-Parteitag im Dezember 2018 folgte ihr Annegret Kramp-Karrenbauer als Parteivorsitzende.
Persönliches
- Familie: Verheiratet mit Joachim Sauer, einem Professor für Chemie.
- Beruflicher Hintergrund vor der Politik: wissenschaftliche Tätigkeit in der Chemie und Forschung.
- Auszeichnungen: Unter anderem ernannte die Zeitschrift Time sie im Dezember 2015 zur Person des Jahres.
Rezeption und Vermächtnis
Merkel gilt in vielen Darstellungen als prägende Figur der europäischen und deutschen Politik im frühen 21. Jahrhundert. Ihr Führungsstil — oft als ruhig, pragmatisch und konziliant beschrieben — löste ebenso Zustimmung wie Kritik aus. Die Bewertung ihres Vermächtnisses entwickelt sich weiter und hängt von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen ab.
Für eine knappe zeitliche Übersicht ihrer wichtigsten politischen Ämter siehe die vorherigen Abschnitte; für weiterführende Detailanalysen und Quellen empfiehlt sich die Literatur zur neueren deutschen Politik und zu den internationalen Beziehungen der EU in den Jahren 2005–2021.