Aeronwy Bryn Thomas-Ellis (3. März 1943 – 27. Juli 2009) war das zweite Kind des walisischen Dichters Dylan Thomas und seiner Frau Caitlin. Sie wurde vor allem als Übersetzerin, Dozentin und als engagierte Botschafterin für das Werk ihres Vaters bekannt.

Leben

Geboren in London, wo ihre Eltern zu dieser Zeit lebten, wurde sie nach dem Fluss Aeron benannt. Im Jahr 1949 zog die Familie in das Boat House, Laugharne, Carmarthenshire, Wales, um. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1953 zog Aeronwy mit ihrer Mutter nach Rom und später nach Sizilien. In Italien erlernte sie die Sprache und vertiefte sich in die Kultur; diese Erfahrungen prägten ihren späteren Werdegang als Übersetzerin und Vermittlerin zwischen englischer und italienischer Literatur.

Werk und Engagement

Aeronwy Thomas arbeitete als Übersetzerin italienischer Poesie und veröffentlichte Übersetzungen, Essays sowie Beiträge zur Rezeption der modernen Lyrik. Sie trat regelmäßig bei Lesungen auf, hielt Vorträge über das Leben und Werk ihres Vaters und wirkte als Vermittlerin zwischen walisischer, britischer und italienischer Kultur.

Ihre öffentliche Arbeit umfasste unter anderem:

  • die Rolle als Botschafterin für das Werk von Dylan Thomas und als Schirmherrin der Dylan Thomas Society,
  • Gastdozenturen und Workshops an Schulen und Universitäten im Vereinigten Königreich und im Ausland,
  • Populäre Kurse für kreatives Schreiben – besonders bekannt wurde sie Ende der 1990er Jahre bei den Studierenden der Giuseppe Perotti-Schule in Turin, Italien, wo sie als Lehrerin und Inspiratorin geschätzt wurde,
  • 2007 die Wahl zur Präsidentin von IMMAGINE&POESIA (Bild und Poesie), einer internationalen künstlerischen Literaturbewegung, die am Teatro Alfa in Turin gegründet wurde.

Durch ihre Arbeit trug sie wesentlich dazu bei, italienische Lyrik einem englischsprachigen Publikum zugänglich zu machen und zugleich das Andenken an Dylan Thomas lebendig zu halten.

Tod und Vermächtnis

Aeronwy Thomas starb 2009 in New Malden, London, im Alter von 66 Jahren. Ihr Engagement als Übersetzerin, Dozentin und Kulturvermittlerin hat viele Lesende und Studierende beeinflusst. Sie wird besonders dafür erinnert, Brücken zwischen den Literaturen Großbritanniens und Italiens geschlagen und das Erbe ihres Vaters verantwortungsvoll vertreten zu haben. Institutionen wie die Dylan Thomas Society und verschiedene literarische Initiativen würdigten ihr Lebenswerk in Nachrufen und Gedenkveranstaltungen.