Geraint Howell Thomas, MBE (geboren am 25. Mai 1986) ist ein Profi-Rennfahrer, der für das UCI WorldTeam Team Ineos, Wales und Großbritannien fährt.
Thomas hat sowohl auf der Rennstrecke als auch auf der Straße Erfolg gehabt. Auf der Rennstrecke war er ein Spezialist in der Teamverfolgung. Er gewann drei Weltmeisterschaften und war zweimal, 2008 und 2012, olympischer Goldmedaillengewinner. Thomas hatte einen frühen Erfolg auf der Straße bei den Paris-Roubaix Juniors 2004 und später bei den British National Road Race Championships 2010, dem Straßenrennen der Commonwealth-Spiele 2014 und seinem ersten Klassiker, der E3 Harelbeke 2015. Er hat auch eine Reihe von Etappenrennen-Gesamtsiegen errungen, darunter die Bayern-Rundfahrt 2011 und 2014, die Paris-Nizza-Rundfahrt 2016, die Alpenrundfahrt 2017 und das Critérium du Dauphiné 2018.
Thomas gewann die erste Etappe der Tour de France 2017, ein Einzelzeitfahren, und war damit der erste Waliser und erst der achte Radfahrer aus Großbritannien, der das gelbe Trikot bei der Tour de France trug. Auf der 9. Etappe, die er als Zweiter der Gesamtwertung beendete, stürzte er auf einer Abfahrt und brach sich das Schlüsselbein, was ihn zwang, das Rennen aufzugeben.
Bei der Tour de France 2018 übernahm Thomas nach dem 11. Etappensieg das Gelbe Trikot, baute seine Führung nach dem 12. Etappensieg aus und behielt die Führung für den Rest der Veranstaltung. Damit war er nach Bradley Wiggins und Chris Froome der dritte britische (und der erste in Großbritannien geborene) Radfahrer und der erste Waliser, der die Tour de France gewann.
Frühes Leben und Einstieg in den Radsport
Geraint Thomas wuchs in Wales auf und entdeckte früh seine Leidenschaft für den Radsport. Bereits als Jugendlicher zeigte er Talent auf der Bahn und auf der Straße. Seine ersten nennenswerten Erfolge auf der Straße – etwa bei den Paris–Roubaix Juniors 2004 – machten ihn zu einem gefragten Nachwuchsfahrer, während er gleichzeitig auf der Bahn zum Teamverfolgungs-Spezialisten heranreifte.
Bahnkarriere
Auf der Bahn entwickelte sich Thomas zu einem Mitglied der erfolgreichen britischen Teamverfolgungs-Mannschaften. Seine Stärken lagen in der gleichmäßigen Leistung über längere Strecken, im Teamtempo und in der Zusammenarbeit mit den Mannschaftskollegen. Die Erfolge auf der Bahn legten die Grundlage für den Übergang zur Profi-Straßenkarriere und brachten ihm mehrere Weltmeistertitel sowie Olympiamedaillen ein.
Straßenkarriere und Erfolge
Thomas wechselte vom Bahnradsport auf die Straße und etablierte sich dort sowohl als starker Helfer (Domestique) in großen Mannschaften als auch später als eigenständiger Kapitän bei Etappenrennen. Er ist besonders erfolgreich in kürzeren Rundfahrten und als Allrounder, der gute Zeitfahrleistungen mit soliden Kletterleistungen kombiniert.
- Wichtige Gesamt- und Klassikersiege: Paris–Nice (2016), Bayern-Rundfahrt (2011, 2014), E3 Harelbeke (2015), Alpenrundfahrt (2017), Critérium du Dauphiné (2018).
- Höhepunkt: Gesamtsieg bei der Tour de France 2018 – erster Waliser, dritter britischer Sieger der Tour.
- Tour de France 2017: Sieg in der 1. Etappe (Einzelzeitfahren) und kurzzeitige Führung im Gesamtklassement, anschließend Ausstieg nach Schlüsselbeinbruch.
- Erfolgreiche Etappen- und Tageserfolge in zahlreichen weiteren Rennen über die Karriere hinweg.
Fahrstil und Rolle im Team
Thomas gilt als flexibler, taktisch kluger Fahrer: ein starker Zeitfahrer, belastbar in schweren Etappen und geschickt in selektiven Klassikern. Bei Team Sky / Team Ineos übernahm er zunächst oft unterstützende Aufgaben für Mannschaftskapitäne wie Chris Froome, entwickelte sich jedoch mit der Zeit selbst zum führenden Rundfahrer und bewies das mit seinem Tour-de-France-Sieg 2018.
Verletzungen und Comebacks
Wie viele Profis hatte Thomas Rückschläge durch Stürze und Verletzungen, darunter der Schlüsselbeinbruch bei der Tour 2017. Solche Phasen prägten seinen Weg, zeigten aber auch seine Widerstandskraft: Er kehrte regelmäßig zu Top-Formen zurück und gelangte mehrfach zu großen Siegen.
Auszeichnungen und Bedeutung
Thomas wurde als einer der erfolgreichsten walisischen Radsportler gefeiert und erhielt nationale Ehrungen, darunter den in der Einleitung genannten Titel MBE. Sein Triumph bei der Tour de France machte ihn zu einer wichtigen Persönlichkeit des britischen Radsports und zu einem Vorbild für viele Nachwuchsfahrer in Wales und Großbritannien.
Aktueller Status
Geraint Thomas fährt weiterhin im Profizirkus für das UCI WorldTeam Team Ineos und ist dort als erfahrener Kapitän, Mentor und Rennfahrer aktiv. Seine Karriere zeichnet sich durch Vielseitigkeit, Durchhaltevermögen und bedeutende Erfolge auf Bahn und Straße aus.