Sir Hans Krebs (Hans Adolf Krebs, 25. August 1900 - 22. November 1981) war ein deutsch-jüdischer Wissenschaftler, der als britischer Staatsbürger eingebürgert wurde. Er war Arzt und Biochemiker. Krebs wurde in Deutschland geboren und emigrierte in den 1930er Jahren nach Großbritannien, wo er den Großteil seiner wissenschaftlichen Laufbahn verbrachte und in Oxford starb. Er wurde später für seine wissenschaftlichen Leistungen geadelt und als "Sir" geehrt.

Werdegang und Forschungstätigkeit

Hans Krebs begann seine Ausbildung in der Medizin und wandte sich früh dem Stoffwechsel zu. Nach der Emigration setzte er seine Forschung in Großbritannien fort und arbeitete mit biochemischen Methoden, die damals neu und wegweisend waren. Sein Ansatz beruhte auf sorgfältigen Experimenten mit Gewebeextrakten, chemischen Nachweisen und dem systematischen Auffinden von Zwischenprodukten im Stoffwechsel.

Wichtige Entdeckungen

Krebs erforschte den Stoffwechsel und leistete entscheidende Beiträge zum Verständnis zentraler Stoffwechselwege. Er ist berühmt, weil er den Harnstoffzyklus und den Zitronensäurezyklus (auch Krebszyklus genannt) entdeckt hat. Der Harnstoffzyklus (gemeinsam mit Kurt Henseleit beschrieben) erklärt, wie Ammoniak im Körper in ungiftigen Harnstoff umgewandelt wird. Der Zitronensäurezyklus, den er 1937 vollständig beschrieb, ist ein zentrales Element der aeroben Energiegewinnung in Zellen: er findet in den Mitochondrien statt und liefert Reduktionsäquivalente (NADH, FADH2) und Vorstufen für viele biosynthetische Wege. Durch die Identifikation der einzelnen Zwischenprodukte (z. B. Zitronensäure, Isocitrat, α‑Ketoglutarat, Succinat, Fumarat, Malat, Oxalacetat) machte Krebs das Konzept eines zyklischen Reaktionsweges plausibel und experimentell nachweisbar.

Bedeutung und Auszeichnungen

Für seine Arbeiten über den Zitronensäurezyklus erhielt Krebs 1953 den Nobelpreisfür Physiologie oder Medizin. Diese Entdeckungen haben die moderne Biochemie und das Verständnis der Zellatmung grundlegend geprägt. Der Krebszyklus ist bis heute ein zentrales Lehrstück in der Biologie und Medizin, da er verbindet, wie Nährstoffe abgebaut, Energie gewonnen und Bausteine für den Aufbau von Zellbestandteilen bereitgestellt werden.

Spätere Jahre und Vermächtnis

Hans Krebs blieb auch nach seiner Nobelpreisverleihung wissenschaftlich aktiv und wurde für seine Verdienste vielfach geehrt. Sein Name lebt in Lehrbüchern, Forschungsinstituten und im allgemeinsprachlichen Gebrauch des Begriffs Krebszyklus weiter. Die präzise, systematische Arbeitsweise von Krebs sowie seine Fähigkeit, komplexe Stoffwechselnetzwerke zu entschlüsseln, dienen bis heute als Vorbild für Forschende in Biochemie und verwandten Disziplinen.

Kurze Zusammenfassung

  • Geboren: 25. August 1900
  • Gestorben: 22. November 1981
  • Beruf: Arzt und Biochemiker
  • Wichtigste Entdeckungen: Harnstoffzyklus, Zitronensäurezyklus (Krebszyklus)
  • Auszeichnung: Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1953