Hildesheim: Stadt in Niedersachsen nahe Hannover – Lage & Fakten
Hildesheim: Historische Stadt in Niedersachsen, 30 km südöstlich von Hannover an der Innerste. Sehenswürdigkeiten, Verkehrsanbindung (A7) und aktuelle Fakten kompakt.
Hildesheim ist eine Stadt in Niedersachsen, Deutschland. Sie liegt im Landkreis Hildesheim und ist etwa 30 km südöstlich von Hannover. Die Stadt liegt an den Ufern der Innerste, einem kleineren Fluss, der in die Leine mündet. Sie ist über die Autobahn A7 zu erreichen, die Kassel, Göttingen und Hannover verbindet.
Dort leben etwa 110.000 Menschen.
Lage und Verkehrsanbindung
Hildesheim liegt in Norddeutschland, südöstlich von Hannover und am Ufer der Innerste. Die gute Lage macht die Stadt sowohl für Pendler als auch für Tagesausflügler attraktiv. Neben der Autobahn A7 gibt es regelmäßige Zugverbindungen in Richtung Hannover, Göttingen und weitere Regionen. Der nächstgrößere Flughafen ist Hannover-Langenhagen, der von Hildesheim aus gut erreichbar ist. Im Stadtgebiet sorgen Busse und Regionalverkehre für die lokale Mobilität.
Kurze Fakten
- Bundesland: Niedersachsen
- Kreis: Landkreis Hildesheim
- Fluss: Innerste
- Einwohnerzahl: rund 110.000
- Verkehr: A7-Anschluss, Bahn- und Busverbindungen
Geschichte und UNESCO-Welterbe
Hildesheim hat eine lange Geschichte als Bischofs- und Handelsstadt mit Wurzeln im frühen Mittelalter. Besonders bedeutsam sind zwei romanisch-ottonische Kirchen: der Hildesheimer Dom (Dom St. Mariä Himmelfahrt) und die Kirche St. Michael. Beide Bauwerke sowie bedeutende Kunstwerke wie die Bernwardstür und die Bernwardssäule stehen seit 1985 auf der UNESCO-Welterbeliste.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Innenstadt stark zerstört; zahlreiche historische Fachwerkhäuser und Kirchen wurden beschädigt. In den Jahrzehnten danach erfolgten umfangreiche Wiederaufbau- und Restaurierungsmaßnahmen, bei denen manche historische Gebäude originalgetreu wiederaufgebaut wurden – so zum Beispiel das berühmte Knochenhaueramtshaus am Marktplatz.
Sehenswürdigkeiten
- Hildesheimer Dom: Bischofskirche mit dem berühmten Bernwardschatz und bedeutender mittelalterlicher Kunst.
- St. Michael: Beispiel ottonischer Architektur mit bemerkenswerter Deckenbemalung.
- Marktplatz: Historischer Platz mit rekonstruierten Fachwerkhäusern, Cafés und Geschäften.
- Roemer- und Pelizaeus-Museum: Museum mit archäologischen und kulturhistorischen Sammlungen.
- Dommuseum und Stadtmuseum: Ausstellung zu Geschichte und Kunst der Region.
Wirtschaft und Bildung
Die Wirtschaft Hildesheims ist geprägt von mittelständischen Unternehmen, Handwerk, Handel und zunehmend Dienstleistungsbranchen. Die Stadt ist außerdem ein Standort der Universität Hildesheim, die insbesondere in den Bereichen Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaften sowie Informationswissenschaften bekannt ist. Dadurch ist Hildesheim auch ein Hochschulstandort mit studentischem Leben und wissenschaftlichen Angeboten.
Kultur, Veranstaltungen und Freizeit
Hildesheim bietet ein vielfältiges Kulturleben mit Theatern, Museen, Konzerten und regelmäßigen Veranstaltungen. Zu den jährlichen Höhepunkten zählen lokale Feste, Märkte und ein beliebter Weihnachtsmarkt. Sportvereine, Rad- und Wanderwege entlang der Innerste sowie nahegelegene Waldgebiete bieten zahlreiche Freizeitmöglichkeiten.
Grünflächen und Umgebung
Entlang der Innerste und in städtischen Parks finden sich zahlreiche Erholungsflächen. Die Lage macht Hildesheim zudem zu einem guten Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region Niedersachsen und in die nahegelegenen Höhenzüge des Harz.
Praktische Hinweise für Besucher
- Hildesheim lässt sich gut als Tagesausflug von Hannover aus besuchen.
- Die historischen Sehenswürdigkeiten sind überwiegend fußläufig erreichbar; Stadtführungen und Besucherzentren bieten zusätzliche Informationen.
- Wer sich für mittelalterliche Kunst und Architektur interessiert, findet in Hildesheim weltweit bedeutende Beispiele.
Geschichte
Hildesheim ist eine der ältesten Städte Norddeutschlands. Die Stadt mag gegründet worden sein, als der Bischof von Elze an die Innerste-Furt zog, wo sie ein wichtiger Markt an der Handelsstraße Hellweg war. Die Siedlung wuchs bald zu einer Stadt heran, die 983 von König Otto III. das Marktrecht erhielt. Ursprünglich fand der Markt an einer Straße namens Alter Markt statt, die noch heute existiert. Der erste Marktplatz wurde rund um die St. Andreas-Kirche angelegt. Als die Stadt größer wurde, gewann ein größerer Marktplatz an Bedeutung. Der heutige Marktplatz in Hildesheim entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts, als die Stadt etwa 5.000 Einwohner zählte. Als Hildesheim 1249 das Stadtrecht erhielt, war es eine der größten Städte Norddeutschlands. Vier Jahrhunderte lang regierte der Klerus in Hildesheim, bevor ein Rathaus gebaut wurde und die Bürger etwas Einfluss und Unabhängigkeit erlangten. Mit dem Bau des heutigen Rathauses wurde 1268 begonnen, und 1367 wurde Hildesheim Mitglied der Hanse. Ein Krieg zwischen den Bürgern und ihrem Bischof kam in den Jahren 1519-1523 teuer zu stehen, als sie in eine Fehde gerieten. Hildesheim wurde 1542 evangelisch, und nur der Dom und einige wenige andere Gebäude blieben in kaiserlicher (römisch-katholischer) Hand. Mehrere Dörfer in der Umgebung der Stadt blieben ebenfalls römisch-katholisch. Nach den Napoleonischen Kriegen wurde die Stadt 1813 Teil des Königreichs Hannover, das nach dem Österreichisch-Preußischen Krieg 1866 vom Königreich Preußen als Provinz annektiert wurde.
Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg bombardiert, aber die Bombardierung hatte im Verlauf des Krieges kaum Bedeutung. 28,5% der Häuser wurden zerstört und 44,7% beschädigt. 26,8% der Häuser waren unbeschädigt. Das Stadtzentrum, das bis dahin noch seinen mittelalterlichen Charakter hatte, wurde fast dem Erdboden gleichgemacht. Wie in vielen Städten wurde dem raschen Bau dringend benötigter Wohnungen Priorität eingeräumt, und an die Stelle der zerstörten Gebäude traten Betonbauten. Glücklicherweise wurden die meisten der großen Kirchen, von denen zwei heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, bald nach dem Krieg im ursprünglichen Stil wieder aufgebaut. Während des Krieges waren wertvolle Materialien des Weltkulturerbes im Keller der Stadtmauer versteckt worden. 1978 wurde die Universität Hildesheim gegründet. In den 1980er Jahren begann der Wiederaufbau der Altstadt. Einige der neuen Betongebäude in der Nähe des Marktplatzes wurden abgerissen. An ihrer Stelle wurden Nachbauten der Originalgebäude errichtet.

Rathaus Hildesheim, um 1895
Geschichte der Bevölkerung
| Jahr | Bevölkerung |
| 1400 | etwa 6.000 |
| 1450 | etwa 8.000 |
| 1648 | etwa 5.500 |
| 1803 | 11,108 |
| 1825 | 12,630 |
| 1849 | 14,651 |
| 1871 | 20,801 |
| 1. Dezember 1875 ¹ | 22,581 |
| 1. Dezember 1890 ¹ | 33,481 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 42,973 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 50,239 |
| 8. Oktober 1919 ¹ | 53,499 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 58,522 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 62,519 |
| 17. Mai 1939 ¹ | 72,101 |
| 13. September 1950 ¹ | 65,531 |
| 6. Juni 1961 ¹ | 96,296 |
| 31. Dezember 1970 | 93,400 |
| 30. Juni 1975 | 106,000 |
| 30. Juni 1980 | 102,700 |
| 30. Juni 1985 | 100,900 |
| 1. Januar 1989 | 103,512 |
| 30. Juni 1997 | 105,700 |
| 31. Dezember 2002 | 103,448 |
¹ Volkszählungsdaten
Bilder der Stadt
· 
Knochenhauer-Amtshaus vor der Zerstörung am 22. März 1945.
· 
St. Andreas, 114 m hohe Kirchturmspitze.
· 
Marktplatz (Markt) an einem Herbstabend.
· 
Kirche St. Mauritius.
· 
Fachwerkhäuser in der Kesslerstrasse.
·
Fachwerkhäuser in der Straße Hinterer Brühl.
Fragen und Antworten
F: Wo befindet sich Hildesheim?
A: Hildesheim liegt in Niedersachsen, Deutschland.
F: In welchem Landkreis von Deutschland liegt Hildesheim?
A: Hildesheim liegt im Landkreis Hildesheim.
F: Wie weit ist Hildesheim von Hannover entfernt?
A: Hildesheim liegt etwa 30 km südöstlich von Hannover.
F: Wie lautet der Name des Flusses, der durch Hildesheim fließt?
A: Der Fluss, der durch Hildesheim fließt, heißt Innerste.
F: Wie groß ist Hildesheim in Bezug auf die Einwohnerzahl?
A: Hildesheim hat eine Bevölkerung von etwa 110.000 Menschen.
F: Wie kann man Hildesheim mit dem Auto erreichen?
A: Hildesheim ist über die Autobahn A7 zu erreichen, die Kassel, Göttingen und Hannover miteinander verbindet.
F: Fließt die Innerste in die Leine?
A: Ja, die Innerste ist ein kleinerer Fluss, der in die Leine fließt.
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