Krebszyklus (Zitronensäurezyklus): Definition, Ablauf & Bedeutung

Krebszyklus (Zitronensäurezyklus): kompakt & anschaulich — Ablauf, Funktion in den Mitochondrien, Rolle in Zellatmung und Energiegewinnung. Ideal für Studium, Schule und Nachschlagen.

Autor: Leandro Alegsa

Der Krebszyklus (benannt nach Hans Krebs) ist ein Teil der Zellatmung. Seine anderen Namen sind der Zitronensäurezyklus und der Tricarbonsäurezyklus (TCA-Zyklus).

Der "Krebszyklus" ist eine Reihe von chemischen Reaktionen, die von allen aeroben Organismen bei ihren Energieumwandlungsprozessen genutzt werden. Er ist für viele biochemische Wege wichtig. Dies deutet darauf hin, dass er einer der frühesten Teile des Zellstoffwechsels war, der sich entwickelt hat.

Der Krebszyklus schließt sich an die Linkreaktion an und liefert den Wasserstoff und die Elektronen, die für die Elektronentransportkette benötigt werden. Er findet innerhalb der Mitochondrien statt.

Ort und Überblick

Der Zyklus läuft im Matrixraum der Mitochondrien eukaroyter Zellen ab; bei Bakterien finden die entsprechenden Reaktionen im Cytosol oder an der Zellmembran statt. Eine Ausnahme bildet das Enzym Succinatdehydrogenase, das in der inneren Mitochondrienmembran verankert ist und gleichzeitig als Komplex II der Elektronentransportkette fungiert.

Ablauf — die wichtigsten Schritte

Pro Durchlauf wird ein Acetyl‑CoA (z. B. aus der Linkreaktion des Pyruvats) in den Zyklus eingeschleust und mit Oxalacetat kondensiert. Die vereinfachte Reihenfolge der Zwischenprodukte lautet:

  • Oxalacetat + Acetyl‑CoA → Citrat (Citrate-Synthase)
  • Citrat → Isocitrat (Aconitase)
  • Isocitrat → α‑Ketoglutarat + CO₂ + NADH (Isocitrat‑Dehydrogenase)
  • α‑Ketoglutarat → Succinyl‑CoA + CO₂ + NADH (α‑Ketoglutarat‑Dehydrogenase)
  • Succinyl‑CoA → Succinat + GTP/ATP (Succinyl‑CoA‑Synthetase)
  • Succinat → Fumarat + FADH₂ (Succinat‑Dehydrogenase, Komplex II)
  • Fumarat → Malat (Fumarase)
  • Malat → Oxalacetat + NADH (Malat‑Dehydrogenase)

Wichtige Produkte und Energieausbeute

  • Pro Acetyl‑CoA entstehen: 3 NADH, 1 FADH2, 1 GTP (oder ATP) und 2 CO₂.
  • Die reduzierten Coenzyme (NADH, FADH2) liefern Elektronen an die Elektronentransportkette, wo durch oxidative Phosphorylierung weitere ATP gewonnen werden. Die genaue ATP‑Ausbeute pro NADH/FADH2 variiert, als grobe Faustregel werden oft ~2,5 ATP pro NADH und ~1,5 ATP pro FADH2 angenommen.
  • Pro Glukose (die zu 2 Acetyl‑CoA wird) verdoppeln sich die oben genannten Produkte des Zyklus.

Bedeutung und Funktionen

  • Energiestoffwechsel: Zentrale Rolle bei der Gewinnung von Reduktionsäquivalenten (NADH, FADH2) für die ATP‑Synthese.
  • Amphibolismus: Der Krebszyklus ist sowohl katabol (Abbau von Acetyl‑CoA) als auch anabol: Zwischenprodukte dienen als Vorstufen für die Biosynthese von Aminosäuren, Häm, Nukleotiden und Fettsäuren (z. B. Citrate als Ausgangspunkt zur Fettsäuresynthese).
  • Anaplerotische Reaktionen: Wege, die den Zyklus wieder auffüllen (z. B. Pyruvatcarboxylase, die Oxalacetat bildet), sind wichtig, damit ausreichend Zwischenprodukte für die Biosynthese und den Energielieferanten vorhanden sind.
  • Regulation: Der Zyklus wird allosterisch und durch Energiezustand geregelt – z. B. Hemmung durch hohe Konzentrationen von ATP und NADH, Aktivierung durch ADP/AMP oder Kalzium in bestimmten Geweben. Wichtige Kontrollenzyme sind Citratsynthase, Isocitrat‑Dehydrogenase und α‑Ketoglutarat‑Dehydrogenase.

Medizinische und evolutionäre Aspekte

Mutationen oder Defekte von Enzymen des Zitronensäurezyklus können zu Stoffwechselkrankheiten führen (z. B. Fumarase‑Mangel). Bestimmte Mutationen in Enzymen wie der Succinat‑Dehydrogenase (SDH) oder der Isocitrat‑Dehydrogenase (IDH) sind mit Tumoren oder Stoffwechselanomalien assoziiert; veränderte Zyklusaktivitäten können auf zelluläre Umstellungen bei Krebs hinweisen (Onkometabolite wie 2‑Hydroxyglutarat bei mutierten IDH‑Enzymen).

Evolutionär gilt der Zyklus als sehr alt und zentral, weil viele seiner Zwischenprodukte als Bausteine für andere Stoffwechselwege dienen – ein Hinweis darauf, dass dieser Zyklus früh in der Entstehung des zentralen Stoffwechsels entstanden ist.

Zusammenfassung

Der Krebs‑/Zitronensäurezyklus ist ein zentrales Stoffwechselnetzwerk in aeroben Organismen. Er verbindet den Kohlenhydrat‑ und Fettsäureabbau mit der ATP‑Bildung über die Elektronentransportkette und stellt gleichzeitig wichtige Vorstufen für biosynthetische Prozesse bereit. Seine enge Regulation sichert die Balance zwischen Energiebedarf und Aufbauprozessen der Zelle.

Zusammenfassung

Das untenstehende Diagramm zeigt, wie dieser Teil der Atmung ein sich ständig wiederholender Zyklus ist, der ATP produziert und CO2 abgibt. Das ATP ist ein Molekül, das Energie in chemischer Form transportiert, die in anderen Zellprozessen verwendet werden kann. Zur Zusammenfassung:

  • Zwei Moleküle Kohlendioxid werden freigesetzt
  • Ein GTP-Molekül wird gebildet
  • Drei Moleküle von NAD+ werden mit Wasserstoff kombiniert (NAD+ → NADH)
  • Ein Molekül der FAD verbindet sich mit Wasserstoff (FAD → FADH2)

Da aus jedem Glukosemolekül zwei Acetyl-CoA-Moleküle hergestellt werden, sind zwei Zyklen pro Glukosemolekül erforderlich. Am Ende von zwei Zyklen sind die Produkte daher: zwei ATP, sechs NADH, zwei FADH2, zwei QH2 (Ubiquinol) und vier CO2.

Überblick über den ZitronensäurezyklusZoom
Überblick über den Zitronensäurezyklus

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