Ali Akbar Hashemi Rafsanjani (Persisch: اکبر هاشمی رفسنجانی Akbar Hāshemī Rafanjānī), Hashemi Bahramani (هاشمی بهرمانی) (25. August 1934 – 8. Januar 2017) war ein einflussreicher iranischer Politiker und Geistlicher. Er zählte zu den prägenden Persönlichkeiten der Islamischen Republik Iran nach der Revolution von 1979 und bekleidete über Jahrzehnte hinweg hohe Ämter.
Biografische Daten
Rafsanjani wurde 1934 in Rafsandschan (Provinz Kerman) geboren und absolvierte seine religiöse Ausbildung in den bedeutenden schiitischen Studienzentren, unter anderem in Qom. Innerhalb des Systems der Islamischen Republik stieg er rasch zu einem der mächtigsten Politiker auf und prägte die Innen- und Außenpolitik des Landes über viele Jahre hinweg.
Wichtige politische Funktionen
Rafsanjani hatte zahlreiche Spitzenpositionen inne. Er war, unter anderem, Vorsitzender des Rates fürZweckmäßigkeitsfragen, ein Gremium, das zwischen Parlament und Führungsorganen vermittelt und politische Richtungsentscheidungen trifft. Dieses Amt behielt er von 1989 bis zu seinem Tod 2017 und nutzte es, um politische Kompromisse zu vermitteln. Von 1989 bis 1997 diente er als Präsident des Iran. Zuvor hatte er bereits andere führende Ämter im Revolutionsapparat inne und spielte eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau Irans nach dem achtjährigen Krieg mit dem Irak.
Politische Ausrichtung und Politik
Als Präsident verfolgte Rafsanjani eine pragmatische und wirtschaftsorientierte Politik, die auf Wiederaufbau, Privatisierungen und Öffnung gegenüber ausländischen Investitionen abzielte. In sicherheitspolitischen und außenpolitischen Fragen galt er als moderat-pragmatisch; er suchte zu seiner Amtszeit einen gewissen Dialog mit dem Ausland und eine Verbesserung von Wirtschaftsbeziehungen, stieß damit jedoch sowohl auf in- als auch ausländische Widerstände. Seine Amtszeit und bestimmte außenpolitische Entscheidungen wurden in den 1990er Jahren mit internationalen Spannungen und Sanktionen in Verbindung gebracht.
Rolle nach der Präsidentschaft und Wahl 2005
Nach dem Ende seiner Amtszeit als Präsident blieb Rafsanjani eine einflussreiche Machtfigur und galt oft als beratender „Machtbroker“ zwischen konservativen und reformorientierten Kräften. Bei der Präsidentschaftswahl 2005 trat er erneut an; im zweiten Wahlgang unterlag er Mahmud Ahmadinedschad. In der Folge kritisierte Rafsanjani die Politik Ahmadinedschads, insbesondere im Hinblick auf wirtschaftliche Fragen und die zügige Umgestaltung staatsnaher Unternehmen. Ahmadinedschad seinerseits warf Rafsanjani vor, Privatisierung von Staatsbetrieben habe in einigen Fällen in Form von Machtübernahmen einzelner Eliten stattgefunden.
Vermögen, Korruptionsvorwürfe und Kontroversen
Rafsanjani wurde oft großer persönlicher Einfluss und erheblicher wirtschaftlicher Besitz nachgesagt. Das Forbes-Magazin führte ihn in seiner Liste der reichsten Menschen und beschrieb ihn als eine der zentralen Figuren, die „die Islamische Republik in den letzten Jahrzehnten mehr oder weniger geleitet“ hätten. Innerhalb Irans kursierten Spitznamen wie Akbar Schah, die seinen Einfluss und seinen Reichtum kritisieren sollten. Mehrere Mitglieder seiner Familie gerieten im Laufe der Jahre in den Fokus von Vorwürfen wegen wirtschaftlicher Verfehlungen; so wurde einer seiner Söhne beschuldigt, Bestechungsgelder erhalten zu haben. Beobachter und Analysten gingen jedoch davon aus, dass eine strafrechtliche Verfolgung politisch schwierig sein könnte.
Tod und Vermächtnis
Rafsanjani starb am 8. Januar 2017 in Teheran im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes. Sein Tod löste im Iran eine breite öffentliche Aufmerksamkeit aus; politische Lager würdigten ihn unterschiedlich – manche hoben seine Rolle beim Wiederaufbau und seine moderat-pragmatische Linie hervor, andere kritisierten seine Nähe zu wirtschaftlichen Eliten und die intransparente Vermögenslage.
In der historischen Bewertung bleibt Rafsanjani eine ambivalente Figur: Einerseits Architekt und Stabilisator der frühen Republikjahre, andererseits Symbol für die Vermischung von Politik und wirtschaftlicher Macht in der Islamischen Republik. Sein Einfluss auf die iranische Innen- und Außenpolitik über viele Jahrzehnte macht ihn zu einer Schlüsselfigur der jüngeren iranischen Geschichte.