Jacques Brel (8. April 1929 - 9. Oktober 1978) war ein belgischer Sänger und Liedermacher. Er galt weithin als ein Meister des modernen Chansons. Obwohl er die meisten seiner Lieder auf Französisch aufnahm, wurde er zu einem großen Einfluss auf englischsprachige Liedermacher und Interpreten. Einige von ihnen waren David Bowie, LeonardCohen und Rod McKuen. Englische Übersetzungen seiner Lieder wurden von vielen Spitzeninterpreten in den Vereinigten Staaten aufgenommen. Dazu gehören Ray Charles, Judy Collins, John Denver, das Kingston Trio, Nina Simone, Frank Sinatra, Scott Walker und Andy Williams. In den französischsprachigen Ländern war Brel ebenfalls ein erfolgreicher Schauspieler, der in zehn Filmen auftrat. Bei zwei Filmen führte er auch Regie. Le Far West wurde 1973 bei den Filmfestspielen von Cannes für die Goldene Palme nominiert. Brel starb an Lungenkrebs. Er hat weltweit über 25 Millionen Platten verkauft. Er ist der drittverkaufteste belgische Schallplattenkünstler aller Zeiten.

Leben und Karriere

Jacques Brel wurde in Schaerbeek bei Brüssel geboren und wuchs in Belgien auf. Seine musikalische Laufbahn begann in den 1950er Jahren; er trat in Pariser Cabarets und Varietés auf und veröffentlichte bald eine Reihe von Chansons, die ihm rasch Anerkennung einbrachten. Mit Liedern wie Quand on n'a que l'amour erreichte er ein größeres Publikum und etablierte sich als wichtige Stimme des modernen Chanson.

Musikstil und Themen

Brel war bekannt für seine intensive, theaterhafte Bühnenpräsenz: er setzte Mimik, Gestik und schauspielerische Mittel wirkungsvoll ein, um die Gefühle seiner Lieder zu verstärken. Seine Texte zeichnen sich durch poetische Bilder, tragische, oft ironische Wendungen und eine direkte Sprache aus. Wiederkehrende Themen sind Liebe, Verlust, Tod, Einsamkeit, Sehnsucht und der Blick auf das menschliche Leben in all seinen Widersprüchen. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen Ne me quitte pas, Amsterdam, La chanson des vieux amants und Le Moribond.

Internationale Rezeption und Übersetzungen

Viele Lieder Brels wurden ins Englische übertragen und erreichten so ein weltweites Publikum. Die englischsprachige Revue Jacques Brel Is Alive and Well and Living in Paris (mit Übersetzungen u. a. von Mort Shuman und Eric Blau) trug wesentlich dazu bei, seine Lieder in den USA bekannt zu machen. Rod McKuen verfasste beispielsweise die englische Version If You Go Away zu Ne me quitte pas. Die Übersetzungen und Coverversionen seiner Stücke machten Brel auch für Pop-, Folk- und Jazz-Interpreten zu einer wichtigen Inspirationsquelle.

Film, spätere Jahre und Tod

Neben der Musik wirkte Jacques Brel in mehreren Filmen mit und übernahm auch Regiearbeiten; sein Film Le Far West wurde 1973 in Cannes gezeigt. Ende der 1960er Jahre zog er sich zunehmend von Konzerttourneen zurück, um sich dem Film, dem Fliegen und der Seefahrt zu widmen. Er lebte zeitweise auf den Marquesas-Inseln (Französisch-Polynesien). Brel erlag 1978 einer Lungenkrebserkrankung; seine Asche wurde auf den Marquesas beigesetzt, wo er viel Zeit verbrachte.

Vermächtnis

Jacques Brel gilt bis heute als einer der bedeutendsten Chansonniers des 20. Jahrhunderts. Seine Lieder werden weltweit nachgesungen, neu interpretiert und in Theater- und Musikproduktionen verwendet. Mit über 25 Millionen verkauften Tonträgern gehört er zu den kommerziell erfolgreichsten belgischen Künstlern; sein Einfluss auf Sänger, Songwriter und Bühnenkünstler bleibt nachhaltig. Zahlreiche Gedenkveranstaltungen, Covers, Übersetzungen und Publikationen zeugen von seinem anhaltenden kulturellen Nachwirken.