Karl Malden (22. März 1912 – 1. Juli 2009) war ein amerikanischer Schauspieler, dessen Karriere sich über mehr als sechs Jahrzehnte erstreckte. Er wirkte vom Theater über das Kino bis zum Fernsehen und blieb bis in die späten 1990er Jahre aktiv. Bekannt wurde er vor allem durch seine Oscar-prämierte Rolle in A Streetcar Named Desire sowie durch herausragende Auftritte in Filmen wie On the Waterfront, One-Eyed Jacks und Patton. Ein breites Publikum kennt ihn außerdem aus der Fernsehserie The Streets of San Francisco, in der er in den 1970er Jahren als erfahrener Ermittler einer Polizeieinheit zu sehen war.
Frühes Leben und Herkunft
Malden wurde als Mladen Sekulowitsch in Chicago geboren und wuchs in Gary, Indiana, auf. Seine Familie war serbisch. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für die Schauspielerei und sammelte erste Erfahrungen auf der Bühne. Die Wurzeln seiner Familie und seine Kindheit in einer Arbeiterstadt prägten sowohl seine Persönlichkeit als auch seine späteren Rollenbilder.
Karriere: Bühne, Film und Fernsehen
Seine professionelle Laufbahn begann im Theater, bevor er an den Broadway wechselte und schließlich nach Hollywood kam. Sein Durchbruch gelang ihm mit der Verfilmung von Tennessee Williams’ Stück A Streetcar Named Desire (1951), in der er die Rolle des Mitch verkörperte und dafür den Oscar als bester Nebendarsteller erhielt. In Elia Kazans Filmklassiker On the Waterfront spielte er eine prägende Nebenrolle an der Seite von Marlon Brando.
Malden zeichnete sich durch eine glaubwürdige, kräftige Präsenz und großes handwerkliches Können aus. Er arbeitete mit bedeutenden Regisseuren und Schauspielkollegen zusammen und übernahm ein breites Spektrum an Rollen – vom Gangsterdrama über Western bis hin zu historischen Stoffen wie Patton. In den 1970er Jahren erreichte er durch die Serie The Streets of San Francisco ein neues Publikumsinteresse; dort spielte er den erfahrenen Lieutenant Mike Stone und bildete ein populäres Ermittlerduo mit einem jungen Michael Douglas.
Engagement in der Branche und Auszeichnungen
Malden war nicht nur Darsteller, sondern engagierte sich auch hinter den Kulissen. Er war Präsident der Akademie der Filmkünste und -wissenschaften und setzte sich für die Belange von Schauspielern und Filmemachern ein. Zu seinen Auszeichnungen zählen neben dem Oscar auch ein Emmy Award für seine Rolle in der Fernsehproduktion Fatal Vision sowie der Life Achievement Award der Screen Actors' Guild, den er 2003 erhielt.
Privatleben
Im Jahr 1938 heiratete er die Broadway-Schauspielerin Mona Greenberg. Die Ehe hielt viele Jahrzehnte und endete erst mit Maldens Tod im Jahr 2009; Greenberg verstarb im Juli 2019. Malden blieb zeitlebens seiner Familie und dem Theater verbunden und galt als bodenständig und kollegial.
Tod und Vermächtnis
Malden starb im Alter von 97 Jahren in Los Angeles. Sein umfangreiches Werk – von frühen Theaterjahren über prägende Filmrollen bis hin zu populären Fernsehauftritten – macht ihn zu einer bedeutenden Figur der amerikanischen Darstellenden Kunst des 20. Jahrhunderts. Er wird vielfach als Vorbild für Schauspieler und als Stimme einer Generation von Charakterdarstellern gewürdigt.