Der Erste Weltkrieg (1914–1918) war ein globaler militärischer Konflikt, an dem die meisten Großmächte der Welt beteiligt waren. Der Krieg teilte die Staaten in zwei grosse Bündnissysteme: die Entente und die Mittelmächte. Auslöser war die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 durch Gavrilo Princip, einen bosnisch-serbischen Staatsbürger von Österreich-Ungarn und Mitglied der Schwarzen Hand. Die folgenden Vergeltungsmaßnahmen Österreich-Ungarns gegen Serbien aktivierten ein Geflecht von Bündnisverpflichtungen und führten innerhalb weniger Wochen zu Kriegserklärungen zwischen den Großmächten. Große Teile Europas befanden sich rasch in offener Kriegsführung; Schätzungen gehen von mehr als 65 Millionen mobilisierten Soldaten aus und von insgesamt sehr hohen Verlusten (in manchen Quellen werden bis zu etwa 20 Millionen Tote und über 40 Millionen Verwundete genannt), wobei genaue Zahlen je nach Zählweise variieren.

Kriegsschauplätze und Kriegführung

Der Erste Weltkrieg zeichnete sich durch zahlreiche, teils sehr unterschiedliche Kriegsschauplätze aus: die Westfront (vor allem Frankreich und Belgien) mit langen Stellungskämpfen und Schützengräben, die Ostfront zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Russland, die Balkankriege, die Feldzüge im Nahen Osten gegen das Osmanische Reich sowie Kampfhandlungen in Afrika und auf See. Charakteristisch waren modernere, industrialisierte Formen des Kriegs: massiver Einsatz von Artillerie, Maschinengewehren, Flugzeugen, Panzerfahrzeugen und chemischen Waffen sowie intensive Marinekriegsführung. Bedeutende Schlachten wie Verdun und die Somme prägten das Bild des Krieges und führten zu enormen Verlusten. Der Seekrieg – insbesondere der U-Boot-Einsatz des Deutschen Reiches – bedrohte Handel und Passagierschiffe und beeinflusste die Kriegspolitik mehrerer Staaten.

Eintritt der Vereinigten Staaten und amerikanische Beteiligung

Als der Krieg begann, verfolgten die Vereinigten Staaten zunächst eine Politik des Isolationismus und versuchten, als Vermittler aufzutreten. Der Versenkung des britischen Passagierschiffs Lusitania im Jahr 1915 durch ein deutsches U-Boot, bei der 128 Amerikaner ums Leben kamen, führte zu scharfen Protesten von US-Präsident Woodrow Wilson und zu Forderungen nach einem Ende von Angriffen auf zivile Schiffe. Nach einer erneuten, uneingeschränkten U-Boot-Politik Deutschlands und der Veröffentlichung des Zimmermann‑Telegramms – in dem Deutschland Mexiko eine Allianz und Gebietsgewinne in Aussicht stellte – erklärten die Vereinigten Staaten 1917 Deutschland den Krieg.

Vor dem offiziellen Kriegseintritt hatten bereits einzelne Amerikaner freiwillig in ausländischen Streitkräften gekämpft: einige dienten als Piloten in Einheiten wie dem Royal Flying Corps oder der französischen Lafayette Escadrille. Viele US-Soldaten kamen nach dem Eintritt in den Krieg als Teil der American Expeditionary Forces (AEF) unter General John J. Pershing nach Europa und halfen, die Kräfte der Entente an der Westfront zu verstärken.

Die Medal of Honor im Ersten Weltkrieg

Die Medal of Honor wurde während des amerikanischen Bürgerkriegs geschaffen und ist die höchste militärische Auszeichnung, die die Regierung der Vereinigten Staaten einem Angehörigen ihrer Streitkräfte verleiht. Sie wird für außerordentlichen Mut und Selbstaufopferung „über die Pflicht hinaus“ im Kampf gegen einen Feind der Vereinigten Staaten verliehen. Aufgrund der Natur der Auszeichnung wird sie häufig posthum vergeben.

Während des Ersten Weltkriegs wurden insgesamt 119 Männer mit der Medal of Honor ausgezeichnet; davon erhielten 33 die Auszeichnung posthum. Die Verteilung nach Teilstreitkräften lautete: 90 Empfänger von der Armee, 21 von der Marine und 8 vom Marinekorps. Zu den bekanntesten Trägern gehören Alvin York, der später die Vorlage für den Film Sergeant York bildete, sowie Edward Rickenbacker, der als Flieger-Ass hervorstach. Ralph Talbot vom Marinekorps wurde einer der ersten Marineflieger, der die Medaille erhielt.

Besonders auffällig ist, dass seit Einführung der Ehrenmedaille insgesamt 19 Personen die Auszeichnung zweimal erhielten; fünf dieser Doppelvergaben ereigneten sich im Ersten Weltkrieg. Bei diesen Fällen handelte es sich um Marinesoldaten, die aufgrund der Praxis, Teile des U.S. Marine Corps (das zum Department of the Navy gehört) an größere U.S. Army‑Kommandos anzugliedern, sowohl für die Army‑ als auch für die Navy‑Version der Medaille in Frage kamen und beide Versionen für ein und dieselbe Handlung erhielten. Andere Marines im Ersten Weltkrieg erhielten nur eine Version (zwei nur die Navy‑Version; einer, Fred W. Stockham, nur die Army‑Version). Im Februar 1919 wurden die Vergabekriterien geändert, sodass eine Person nicht mehr mehrfach mit der Medal of Honor ausgezeichnet werden durfte; damit wurden künftige Doppelvergaben verhindert.

Nachwirkung und Erinnerung

Der Erste Weltkrieg veränderte die politische Landkarte Europas, führte zum Zusammenbruch mehrerer Imperien (darunter das Österreich-Ungarische und das Osmanische Reich) und legte viele Grundlagen für die internationale Politik des 20. Jahrhunderts. In den Vereinigten Staaten und anderen Ländern bleiben die Träger der Medal of Honor des Ersten Weltkriegs wichtige Symbole für persönliches Heldentum und Opferbereitschaft. Ihre Tapferkeit wird in Gedenkstätten, Museen und durch historische Forschung gewürdigt; viele Namen sind auf Denkmälern in Nordamerika und Europa eingraviert.