John Malcolm Fraser AC, CH, GCL, PC (21. Mai 1930 - 20. März 2015) war ein australischer Politiker. Vom 11. November 1975 bis zum 11. März 1983 war er der 22. Premierminister Australiens. Von 1975 bis 1983 war er auch Vorsitzender der Liberalen Partei.
Bevor er Premierminister wurde, war Fraser von 1955 bis 1983 Mitglied des australischen Parlaments. Er diente in verschiedenen Kabinettsämtern in den Regierungen der Liberalen Partei: unter anderem als Minister für das Heer (Minister for the Army) von 1966 bis 1968, als Minister für Bildung und Wissenschaft (Minister for Education and Science) 1968–1969 und erneut 1971–1972 sowie als Verteidigungsminister (Minister for Defence) von 1969 bis 1971.
Aufstieg zur Führung und die Regierung Fraser (1975–1983)
Frasers Amtszeit als Premierminister begann nach der umstrittenen Absetzung von Premierminister Gough Whitlam durch den Generalgouverneur Sir John Kerr am 11. November 1975. Fraser wurde zunächst als Übergangsministerpräsident eingesetzt und führte die Koalition in der darauf folgenden Wahl im Dezember 1975 zu einem klaren Sieg. Seine Regierung stand in den folgenden Jahren für wirtschaftliche Zurückhaltung, Haushaltsdisziplin und konservative Reformen.
Innen- und Wirtschaftspolitik
Wichtige Merkmale von Frasers Innenpolitik waren Maßnahmen zur Kontrolle der Inflation, Sparprogramme im öffentlichen Sektor und eine stärker marktorientierte Ausrichtung der Wirtschaftspolitik. Seine Regierung setzte auf fiskalische Stabilität, führte aber auch Maßnahmen zur Unterstützung ländlicher Regionen und traditioneller Wählergruppen durch. Fraser förderte zudem eine Politik der Einwanderungsaufnahme, insbesondere die Aufnahme von Flüchtlingen aus Südostasien nach dem Ende des Vietnamkriegs.
Außenpolitik und internationale Beziehungen
In der Außenpolitik bestätigte Fraser die engen Bindungen Australiens an die USA und an traditionelle Verbündete, gleichzeitig setzte er sich für Menschenrechte und humanitäre Hilfe ein. Unter seiner Regierung erhielten zahlreiche vietnamesische und andere südostasiatische Flüchtlinge Schutz in Australien. Fraser war auch in Fragen des Commonwealth und regionaler Sicherheit aktiv.
Beurteilung, Rücktritt und spätere Aktivitäten
Frasers Regierungszeit wird unterschiedlich bewertet: Anhänger heben Stabilität und Vernunft in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hervor; Kritiker bemängeln Einschnitte im öffentlichen Bereich und eine aus ihrer Sicht zu konservative Ausrichtung. Bei der Wahl im März 1983 unterlag Fraser schließlich dem Labor-Kandidaten Bob Hawke und trat als Parteivorsitzender zurück. Er schied kurz darauf aus dem Parlament aus.
Nach seiner aktiven politischen Karriere entwickelte Fraser sich zu einem unabhängigen Altstaatsmann. In den folgenden Jahrzehnten äußerte er sich wiederholt kritisch gegenüber Teilen seiner früheren Partei, setzte sich aber zugleich für Flüchtlingsrechte, Menschenrechte und Umweltschutz ein. Er nahm an öffentlichen Debatten teil und unterstützte verschiedene wohltätige und internationale Initiativen.
Auszeichnungen, Tod und Vermächtnis
Fraser wurde mit mehreren Ehrungen gewürdigt und bleibt als eine prägende Figur der australischen Politik der 1970er und frühen 1980er Jahre in Erinnerung. Er starb am 20. März 2015. Sein politisches Erbe ist vielschichtig: Er wird sowohl als Meister der parlamentarischen Strategie (insbesondere im Zusammenhang mit der Verfassungs- und Regierungskrise von 1975) als auch als späterer Vorkämpfer für humanitäre Anliegen und soziale Verantwortung beschrieben.
Wichtig zu wissen: Fraser prägte in Australien eine Zeit des Umbruchs und blieb bis ins hohe Alter eine wichtige Stimme in öffentlichen Debatten über nationale Werte, Einwanderungspolitik und internationale Verantwortung.