Norman Barnett Tindale AO (12. Oktober 1900 - 19. November 1993) war ein australischer Anthropologe, Archäologe und Ethnologe. Er arbeitete fast 50 Jahre lang für das South Australian Museum. Am bekanntesten ist er für seine Arbeit zur Kartierung der verschiedenen kulturellen Gruppierungen der australischen Ureinwohner.

Er wurde in Perth, Westaustralien, geboren. Seine Familie zog 1907 nach Tokio, als er noch ein kleiner Junge war. Norman erhielt seine Ausbildung an der American School in Japan. Die Familie kehrte 1915 nach Perth zurück und zog dann 1917 nach Adelaide. Tindale bekam eine Stelle in der öffentlichen Bibliothek von Adelaide. Im Januar 1919 erhielt er eine Stelle am South Australian Museum als Entomologen-Assistent von Arthur Mills Lea. Er hatte bereits einunddreißig Arbeiten zu entomologischen, ornithologischen und anthropologischen Themen veröffentlicht, bevor er im März 1933 seinen Bachelor of Science an der University of Adelaide erhielt.

Tindale begann schon früh in seiner Karriere mit der Kartierung der kulturellen Gruppierungen der australischen Ureinwohner. Sein Interesse daran begann während einer Forschungsreise nach Groote Eylandt in den Jahren 1921-1922. Auf der Insel gab ein Anindilyakwa-Mann Tindale detaillierte Beschreibungen darüber, welches Land seiner Familie gehörte und welches nicht. Dies veranlasste Tindale, den damals unter den europäischen Australiern weit verbreiteten Glauben in Frage zu stellen, dass die Aborigines Nomaden seien und keine Verbindung zu einem bestimmten Gebiet hätten. Tindales Karten sind durch genauere ersetzt worden.

Nach seinem Ausscheiden aus dem South Australian Museum begann Tindale an der Universität von Colorado zu unterrichten. Bis zu seinem Tod im Alter von 93 Jahren lebte er in den Vereinigten Staaten in Palo Alto, Kalifornien.