Valeri Brainin – russisch-deutscher Musikwissenschaftler, Komponist und Dichter

Valeri Brainin (geb. 1948) – russisch-deutscher Musikwissenschaftler, Komponist und Dichter; lebt in Hannover & Moskau, jüdische Wurzeln, vielseitiges Schaffen in Forschung, Komposition und Literatur.

Autor: Leandro Alegsa

Valeri Brainin (geboren am 27. Januar 1948) ist ein russisch-deutscher Musikwissenschaftler, Musikmanager, Komponist und Dichter. Geboren in Nischni Tagil, Russland, in der Familie des österreichischen Dichters und Übersetzers, des politischen Emigranten Boris Brainin (Sepp Österreicher), der der bekannten Wiener Brainin-Familie angehörte. Er lebt zur Zeit sowohl in Hannover, Deutschland, als auch in Moskau. Brainin ist jüdischer Abstammung.

Valeri Brainin verbindet in seiner Arbeit wissenschaftliche Forschung, künstlerische Praxis und kulturelle Vermittlung. Als Musikwissenschaftler beschäftigt er sich mit Analyse, Aufführungspraxis und zeitgenössischen Tendenzen der Musik; seine Arbeiten richten sich sowohl an Fachpublikum als auch an interessierte Laien. In Vorträgen und Seminaren widmet er sich häufig der Schnittstelle von Musiktheorie, Interpretation und Komposition.

Als Komponist umfasst sein Schaffen Werke unterschiedlicher Besetzungen — von Kammermusik über Vokales bis hin zu experimentellen Projekten — wobei er traditionelle musikalische Formen mit modernen Ausdrucksweisen verknüpft. Seine Werke wurden in Konzerten und Projekten präsentiert, häufig in Kontexten, die einen Dialog zwischen russischer und westlicher Musikkultur suchen.

Brainin ist zudem als Musikmanager und Organisationsprofi tätig: er initiierte und betreute Konzertreihen und kulturelle Projekte, förderte interdisziplinäre Kooperationen und setzte sich für die Unterstützung junger Musikerinnen und Musiker ein. Sein Engagement richtet sich auf die Förderung künstlerischen Austauschs zwischen Deutschland und Russland.

Als Dichter und literarisch Tätiger verbindet er musikalisches Denken mit sprachlicher Präzision. Seine Gedichte zeigen oft eine Nähe zur Musikalität der Sprache und reflektieren kulturelle, biografische sowie gesellschaftliche Themen. In mehreren Fällen führte diese Verbindung von Musik und Poesie zu gemeinsamen Projekten mit Interpreten und Ensembles.

Seine Herkunft aus der bekannten Brainin-Familie und seine bilingualen Lebenswelten haben sein künstlerisches Profil geprägt: Brainin agiert als Vermittler zwischen verschiedenen kulturellen Traditionen und trägt so zur Verständigung und zum kulturellen Austausch bei. Überblicksbiographien, Rezensionen und Konzertankündigungen geben detailliertere Einblicke in einzelne Stationen seines Wirkens.

Positionen

Präsident (seit 2004) der Gesellschaft für Musikerziehung der Russischen Föderation (RussSME) - Nationale Mitgliedsorganisation der Internationalen Gesellschaft für Musikerziehung (ISME), Mitglied der UNESCO. Leiter des Labors für neue Technologien in der Musikerziehung an der Staatlichen Pädagogischen Universität Moskau. Künstlerischer Leiter des Internationalen Musikwettbewerbs Classica Nova. Künstlerischer Leiter des Netzes der Brainin-Musikschulen (Brainin-Musikschulen), Deutschland. Er hat Seminare/Masterkurse an Konservatorien und Universitäten in Österreich, Kolumbien, Deutschland, Italien, Russland, USA usw. geleitet. Darüber hinaus bot er wöchentliche Musikgespräche auf Radio Liberty aus München und Prag an und hat literarische, kritische und wissenschaftliche Musikpublikationen in Russisch, Deutsch, Englisch und Italienisch herausgegeben.

Musik-Aktivitäten

Brainin ist Vollmitglied der Internationalen Lehrerbildungsakademie der Wissenschaften (Moskau) und anderer wissenschaftlicher/pädagogischer Gesellschaften. Er studierte Mathematik, Linguistik, Musikpädagogik, Musiktheorie und Komposition. Er ließ Werke im Bolschoi-Theater (Moskau) aufführen und unterrichtete an der Moskauer Gnessin-Musikschule für besonders begabte Kinder. Die "Brainin Teaching Method" zur "Entwicklung der musikalischen Intelligenz bei Kindern" wurde zu einem Standardbestandteil des Lehrplans. Er ist auch ein bekannter Klavierlehrer für Kinder. Unter seinen ehemaligen Schülern gibt es einige Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe.

Literarische Aktivitäten

russischer Dichter (auch bekannt als Valeri (Willi) Brainin-Passek), Schüler von Arseny Tarkovsky, Mitglied (1985-1990) des Moskauer Clubs "Poezia" zusammen mit Jurij Arabov, Jewgenij Bunimovitch, Mikhail Epstein, Alexandr Eremenko, Sergej Gandlevskij, Nina Iskrenko, Timur Kibirov, Alexei Parshchikov, Dmitri Prigov, Lev Rubinstein, a. o. Die meisten wesentlichen Gedichtveröffentlichungen:
Russisch:
Literaturzeitschriften "Znamya" (Moskau), "Novy Mir" (Moskau), "Arion" (Moskau), "Ogonyok" (Moskau), "Grani" (Frankfurt-am-Main), "Dvadtsat dva" (Jerusalem), "Kreshchchatik" (Kiew), Anthologien "Verse des Jahrhunderts" (Moskau, zusammengestellt von Jewgeni Jewtuschenko) und "Verse des Jahrhunderts-2" (Moskau).
Englisch:
Literaturzeitschrift "Partisan Review" (Boston).

Bekannte Verwandte

  • Elisabeth Brainin (1949), österreichische Psychoanalytikerin und Wissenschaftsautorin
  • Fritz Brainin (1913-1992), österreichisch-amerikanischer Dichter
  • Harald Brainin (1923-2006), österreichischer Dichter und Schriftsteller
  • Max Brainin (1909-2002), österreichisch-amerikanischer Werbegrafiker und Geiger
  • Norbert Brainin (1923-2005), österreichisch-britischer Geiger, Gründer des Amadeus-Quartetts
  • Reuben Brainin (1862-1939), hebräischer Publizist, Biograph und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens

Siehe auch Brainin.



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