Brasilien ist ein dystopischer Science-Fiction-Film von 1985.

Der Film handelt von Sam Lowry. Er versucht, eine Frau zu finden, die in seinen Träumen erscheint. Er hat einen todlangweiligen Job. Er lebt in einer kleinen Wohnung. Der Film spielt in einer dystopischen Welt, in der die Menschen auf schlecht gewartete Maschinen angewiesen sind.

In dem Film spielen Jonathan Pryce und Robert De Niro, Kim Greist, Michael Palin, Katherine Helmond, Bob Hoskins und Ian Holm die Hauptrollen. Regie führte Terry Gilliam, geschrieben wurde er von Gilliam, Charles McKeown und Tom Stoppard.

Brasilien ist eine Satire auf eine bürokratische, totalitäre Regierung. Sie ähnelt George Orwells Vierundneunzig-Vierundachtzig.

Sie wurde als kafkaesk und absurd bezeichnet.

Der Film ist nach dem Titelsong, Ary Barrosos "Aquarela do Brasil", benannt. Dem britischen Publikum ist dieses Lied einfach als "Brasilien" bekannt.

Der Film war in Europa erfolgreich. Bei seiner ersten Veröffentlichung in Nordamerika war der Film nicht erfolgreich. Inzwischen ist er zu einem Kultfilm geworden. Im Jahr 1999 wählte das British Film Institute Brasilien zum 54. größten britischen Film aller Zeiten.

Im Jahr 2017 wurde er in einer Umfrage unter 150 Schauspielern, Regisseuren, Autoren, Produzenten und Kritikern für das Time Out-Magazin auf Platz 24 der besten britischen Filme aller Zeiten gewählt.

Handlung (erweiterte Zusammenfassung)

Brasilien erzählt die Geschichte des einfachen Bürgers Sam Lowry, der in einer überbürokratisierten Staatsmaschine arbeitet. Sein Alltag ist geprägt von Formularen, Telefonkonferenzen und einer allgegenwärtigen, ineffizienten Bürokratie. Sam flüchtet in phantastische Tagträume, in denen er als Held eine mysteriöse Frau rettet. Als er die Frau im wirklichen Leben trifft, beginnt er, die Versatzstücke des Systems infrage zu stellen.

Ein scheinbarer Verwaltungsfehler führt zum tragischen Schicksal eines unbeteiligten Mannes und löst eine Kette von Ereignissen aus: Sam gerät in Widerspruch zu den Behörden, begegnet dem unterirdischen Techniker Harry Tuttle (gespielt von Robert De Niro) und muss erkennen, wie starr und gnadenlos das System handelt. Der Film verbindet reale Repression mit surrealen Traumsequenzen und endet in einer ambivalenten, psychologisch geladenen Szene, die sowohl als Triumphfantasie als auch als Flucht vor der Wirklichkeit gelesen werden kann.

Themen und Stil

Gilliam kombiniert bei Brasilien satirische, komische und tragische Elemente. Zentrale Themen sind die Entmenschlichung durch Bürokratie, die Angst vor totalitärer Kontrolle, die Macht der Fehler in großen Systemen und die Suche nach individueller Freiheit. Visuell ist der Film geprägt von einer retro-futuristischen Ästhetik: phantasievolle Maschinen, labyrinthische Lüftungskanäle, übertriebene Büroeinrichtungen und ein Mix aus Art-déco-, industriellen und skurrilen Elementen.

Der Ton des Films schwankt zwischen schwarzer Komödie und düsterer Dystopie; viele Szenen wirken bewusst überdreht, um die Absurdität der Staatsbürokratie zu überzeichnen. Deshalb wird der Film oft mit den Werken von George Orwell und Franz Kafka verglichen.

Produktion und Schnittfassungen

Die Entstehung von Brasilien war von kreativen Auseinandersetzungen zwischen Terry Gilliam und den Produzenten geprägt. Berühmt wurde der Streit um die nordamerikanische Veröffentlichung, bei der das Studio eine stärker vereinfachte, „Hollywood“-freundliche Fassung mit zusätzlichem Voice-over und einem optimistischen Ende favorisierte. Gilliam kämpfte öffentlich für seine bevorzugte Version; daraus entstand eine längere Debatte und mehrere unterschiedliche Schnittfassungen, die heute in verschiedenen Veröffentlichungen verfügbar sind. Filmfans und Kritiker diskutieren noch immer über die Wirkung und die Vorzüge der unterschiedlichen Fassungen.

Besetzung und Darstellung

Jonathan Pryce trägt den Film in der Rolle des Sam Lowry mit einer Mischung aus Understatement und innerer Zerbrechlichkeit; Robert De Niro erscheint überraschend in einer kleineren, aber einprägsamen Rolle als anti-bürokratischer Techniker, der Sams Welt aus den Angeln hebt. Die Nebenrollen – unter anderem von Kim Greist, Michael Palin, Katherine Helmond, Bob Hoskins und Ian Holm – tragen zur dichten, oft absurden Atmosphäre des Films bei.

Musik und Titel

Der Titel bezieht sich auf das bekannte Lied "Aquarela do Brazil" (oft einfach "Brazil" genannt), dessen fröhliche Melodie als ironischer Kontrapunkt zur düsteren Welt des Films eingesetzt wird. Zusätzlich zur Verwendung dieses Standards enthält der Film eine eigens komponierte Filmmusik, die die Mischung aus Melancholie, Komik und Bedrohung unterstreicht.

Rezeption und Erbe

Nach seiner Premiere gewann Brasilien schnell Anhänger in Europa und bei Kritikern, obwohl die nordamerikanische Veröffentlichung zunächst für Enttäuschung sorgte. Durch spätere Heimkino-Ausgaben, Wiederaufführungen und die Debatten um die Schnittfassungen wurde der Film nach und nach zu einem echten Kultfilm. Er beeinflusste zahlreiche spätere Werke im Bereich der visuellen Dystopie und gilt vielen als einer der markantesten Filme von Terry Gilliam.

Die Anerkennung durch Institutionen wie das British Film Institute und Platzierungen in Umfragen wie der des Time Out-Magazins zeigen den anhaltenden Stellenwert des Films in der Filmgeschichte.

Warum der Film heute noch wichtig ist

Brasilien bleibt aktuell, weil er universelle Fragen nach Macht, Bürokratie, technischer Kontrolle und dem Wert individueller Freiheit stellt. Die Mischung aus schwarzem Humor, kreativen Sets und einer emotionalen Kernstory macht den Film sowohl als Unterhaltung als auch als Gesellschaftskritik weiterhin sehenswert.