Übersicht
Brekzie bezeichnet eine Gruppe von Gesteinen, die aus mehr oder weniger scharfkantigen Bruchstücken bestehen, welche durch eine fein- bis mittelkörnige Bindemasse zusammengehalten werden. Solche Bruchstücke können aus Mineralen oder aus vorbestehendem Gestein stammen und werden allgemein als Klasten bezeichnet. Brekzien treten in sehr unterschiedlichen geologischen Umgebungen auf und lassen sich nach Entstehungsprozess, Korngröße und Art der Matrix klassifizieren.
Merkmale und Aufbau
Brekzien zeichnen sich durch deutlich eckige, angular geformte Fragmente aus, die sich von den gerundeteren Bestandteilen eines Konglomerats unterscheiden. Die Fragmente können klein bis sehr groß sein und bestehen häufig aus demselben Material wie die Matrix oder aus abweichendem Gestein. Mineral- und Gesteinsbruchstücke werden im Text häufig als Mineral- oder Gesteinsfragmente beschrieben. Die Zwischenräume werden von einer feinkörnigen Matrix oder von einem zementierenden Mineral wie Calcit oder Silikat ausgefüllt.
Entstehung und Typen
Brekzien entstehen durch mechanische Zertrümmerung und anschließendes Verbacken oder Verfestigen der Bruchstücke. Wichtige Bildungswege sind:
- sedimentäre Brekzien: Ablagerung scharfkantiger Schuttmassen an Hängen, in Schwerkraftablagerungen oder bei Murgängen;
- tektonische bzw. Spaltbrekzien: Zertrümmerung entlang von Verwerfungsflächen durch tektonische Bewegungen;
- vulkanische Brekzien (Brekzien von Eruptionen): Fragmentgestein aus explosiven Ereignissen und pyroklastischem Material;
- Impaktbrekzien: Bruch und Schmelzmischungen infolge von Meteoriten-Einschlägen.
Verwendung und Bedeutung
Brekzien haben sowohl wissenschaftliche als auch wirtschaftliche Bedeutung. Petrographisch liefern sie Hinweise auf Transportwege, Energieverhältnisse und Ereignisse wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche. Technisch werden bestimmte Varianten als Baustein, Pflasterstein oder in der Landschaftsarchitektur genutzt, wenn Farbe und Struktur ansprechend sind. In der Rohstoffgeologie können Brekzien mineralisierte Zonen enthalten, die für Bergbauinteressen relevant sind.
Abgrenzung, Klassifikation und praktische Hinweise
Der wichtigste morphologische Unterschied zu einem Konglomerat liegt in der Form der Körner: Konglomerate bestehen aus abgerundeten Komponenten, Brekzien aus eckigen. Innerhalb der Brekzien unterscheidet man weiterhin nach klastischer Herkunft, Matrixart (okkludierend oder ähnlicher Zusammensetzung wie die Klaste) und nach Korngrößenabstufung. Die mikroskopische Untersuchung und die Analyse der Bindemassenzusammensetzung geben Aufschluss über die Diagenese und das Alter der Gesteinsbildung.
Beispiele und Vorkommen
Brekzien finden sich weltweit in Gebirgszügen, an Verwerfungszonen, in Vulkanfeldern und in alten Einschlagskratern. Häufig sind sie lokal gebunden an Hänge oder Spalten, wo sie Zeugnis von kurzzeitigen, energiereichen Prozessen geben. Für weiterführende Informationen zur Genese und zu petrographischen Merkmalen siehe spezialisierte Lehrbücher und geologische Übersichten (Allgemeines, Mineralogie, Matrixanalysen, Definition Klasten, Vergleich Konglomerat).





