Überblick
Harold Eliot Varmus (geboren am 18. Dezember 1939) ist ein US-amerikanischer Mediziner und Krebsforscher, der durch grundlegende Beiträge zur Genetik von Krebs bekannt wurde. Für die Entdeckung der zellulären Herkunft bestimmter Onkogene erhielt er 1989 zusammen mit J. Michael Bishop den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Weitere Informationen zur Person finden sich in einer Kurzbiografie: Harold Varmus – Kurzprofil.
Forschung und wissenschaftlicher Beitrag
Varmus und Bishop zeigten, dass bestimmte Onkogene, die Tumoren auslösen, nicht ausschließlich viralen Ursprungs sind, sondern von normalen zellulären Genen (Proto-Onkogenen) abstammen. Diese Erkenntnis veränderte das Verständnis der Krebsentstehung, weil sie den Blick auf die genetischen Veränderungen in normalen Zellen richtete, die Tumorbildung ermöglichen. Näheres zur Nobel-Preis-Arbeit: Nobelpreis und Forschung. Die Ergebnisse haben weitreichende Folgen für die molekulare Onkologie, Diagnostik und die Entwicklung zielgerichteter Therapien.
Akademische und leitende Funktionen
Varmus hatte eine lange akademische Laufbahn und nahm später mehrere Leitungsfunktionen in der Forschung wahr. Er war Direktor der US National Institutes of Health (NIH) in den 1990er Jahren und wurde 2010 von Präsident Barack Obama zum Direktor des National Cancer Institute (NCI) ernannt; dieses Amt übte er als 14. Direktor aus. Weiterführende Informationen zu seiner Ernennung: Ernennung durch Präsidenten. Zudem leitete er Forschungsinstitute und war in verschiedenen wissenschaftspolitischen Gremien aktiv.
Bedeutung, öffentliche Aufgaben und Open Access
Neben seiner Laborarbeit engagierte sich Varmus für Wissenschaftspolitik und den freien Zugang zu Forschungsergebnissen. Er gehörte zu den Initiatoren und Unterstützern der Bewegung für Open Access und war an Initiativen beteiligt, die wissenschaftliche Publikationen breiter verfügbar machen sollten. Zu seinen öffentlichen Funktionen zählt auch das Co-Vorsitzamt in beratenden Gremien der US-Regierung: Wissenschaftspolitische Beratung und Präsidentenrat für Wissenschaft und Technologie.
Auszeichnungen und wichtige Fakten
- Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1989 (gemeinsam mit J. Michael Bishop): Entdeckung der zellulären Herkunft retroviraler Onkogene. Details: Nobelpreis – Details.
- Leiter bedeutender Forschungseinrichtungen und Beratungsorgane.
- Bekannter Verfechter von Open-Access-Prinzipien und wissenschaftlicher Transparenz.
Varmus’ Arbeit bleibt ein Eckpfeiler der modernen Krebsforschung: Die Erkenntnis, dass normale Gene durch Mutationen oder veränderte Regulation zu Treibern der Tumorentstehung werden können, hat das Feld nachhaltig geprägt und die Grundlage für molekulare Diagnosen und Therapien gelegt.