Ein Onkogen ist ein Gen, das das Potenzial hat, Krebs zu verursachen. Oder, ebenso gut, ein Onkogen ist ein Gen, das eine unkontrollierte Zellteilung bewirkt.

Onkogene in Tumorzellen sind oft mutiert oder werden in hohen Konzentrationen exprimiert.

Die meisten normalen Zellen durchlaufen eine programmierte Form des Todes (Apoptose). Aktivierte Onkogene können bewirken, dass die für die Apoptose vorgesehenen Zellen überleben und sich stattdessen vermehren. Die meisten Onkogene erfordern einen zusätzlichen Schritt, z.B. Mutationen in einem anderen Gen oder Umweltfaktoren, wie z.B. eine Virusinfektion, um Krebs zu verursachen. Seit den 1970er Jahren sind Dutzende von Onkogenen bei Krebserkrankungen des Menschen identifiziert worden. Viele Krebsmedikamente zielen auf die von Onkogenen kodierten Proteine ab.

1976 zeigten J. Michael Bishop und Harold E. Varmus von der Universität von Kalifornien, San Francisco, dass Onkogene aktivierte Proto-Onkogene sind, die in vielen Organismen einschließlich des Menschen vorkommen. Für diese Entdeckung wurden Bishop und Varmus 1989 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.