Richard Lawrence Taylor (geboren am 19. Mai 1962) ist ein britischer Mathematiker, der sich vor allem mit der Zahlentheorie beschäftigt. Er war ein ehemaliger Forschungsstudent von Andrew Wiles und kehrte nach Princeton zurück, um Wiles bei der Vervollständigung des Beweises von Fermats letztem Satz zu unterstützen. In dieser Arbeit spielten Methoden der Galois-Deformationstheorie und der Verbindung zwischen elliptischen Kurven und automorphen Formen eine zentrale Rolle.
Taylors Forschung konzentriert sich auf die Wechselbeziehungen zwischen Galois-Darstellungen und automorphen Formen; diese Verknüpfungen stehen im Zentrum des Langlands-Programm. Seine Ergebnisse haben wichtige Vermutungen in diesem Bereich bestätigt und neue Werkzeuge für die Untersuchung von Modularität, Automorphie und Lokalen-Langlands-Phänomenen bereitgestellt. Seine Arbeiten bauen dabei wesentlich auf den grundlegenden Ideen von Robert Langlands auf, erweitern und konkretisieren sie aber in vielen Fällen.
Wesentliche Beiträge von Taylor umfassen unter anderem:
- Entwicklung und Anwendung von Modularity-Lifting-Theoremen, die es erlauben, Automorphie-Eigenschaften von Galois-Darstellungen unter gewissen Bedingungen zu übertragen.
- Mitbeweis und Ausweitung von Fällen der Modularity-Vermutung für elliptische Kurven, ein zentraler Schritt in der Verallgemeinerung des Ansatzes, der bereits zu Fermats letztem Satz führte.
- Wichtige Ergebnisse zum lokalen Langlands-Korrespondenzsatz für GL(n) (u. a. in Arbeiten mit Michael Harris), sowie Beiträge zu Fragen der potenziellen Automorphie und Anwendungen auf Vermutungen wie die Sato–Tate-Vermutung.
- Tiefe Entwicklungen in der Theorie der p-adischen und l-adischen Galois-Darstellungen, die heute zu den Standardwerkzeugen in der modernen Zahlentheorie zählen.
Für seine Arbeiten erhielt Taylor zahlreiche Auszeichnungen. Hervorzuheben ist der Shaw-Preis in den mathematischen Wissenschaften, den er 2007 erhielt — der Preis würdigte seine bedeutenden Beiträge zum Verständnis und zur Entwicklung des Langlands-Programms und verwandter Bereiche. Darüber hinaus hat er sich als führende Persönlichkeit in der algebraischen Zahlentheorie etabliert und zahlreiche Vorträge auf internationalem Niveau gehalten.
Richard Taylors Arbeiten haben die moderne Zahlentheorie nachhaltig geprägt: die von ihm mitentwickelten Methoden und Resultate sind heute fester Bestandteil der Forschung zu Galois-Darstellungen, automorphen Formen und den zentralen Vermutungen des Langlands-Programms. Er war und ist an führenden Forschungszentren aktiv und beeinflusst durch seine Publikationen und Kooperationen viele nachfolgende Arbeiten in diesem Gebiet.