Der Wimbledon Football Club war ein englischer Fußballverein. Der Club wurde 1889 in Wimbledon gegründet. Im Jahr 2002 zog er nach Milton Keynes um und änderte 2004 seinen Namen in Milton Keynes Dons F.C. Viele Fussballfans in Wimbledon waren mit dem Umzug nicht einverstanden. Sie beschlossen, dort einen neuen Verein zu gründen, der den Namen AFC Wimbledon trägt.
Der Klub spielte in der englischen Fussballliga und gewann 1988 den FA Cup. Es war ein Profifussballklub, was bedeutet, dass die Spieler dafür bezahlt werden, dass sie spielen.
Frühe Jahre und Aufstieg
Wimbledon FC entstand 1889 als lokaler Klub und verbrachte viele Jahrzehnte in den unteren Ligen und im Non-League-Fußball. Nach dem Eintritt in die Football League erlebte der Verein in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen bemerkenswerten Aufstieg: Binnen weniger Jahrzehnte schaffte Wimbledon den Sprung in die höheren Spielklassen und etablierte sich schließlich in der obersten Liga. Bekannt war der Klub für seine robuste Spielweise und sein kämpferisches Auftreten.
FA Cup 1988 und die "Crazy Gang"
Der größte sportliche Erfolg war der sensationelle Sieg im FA Cup 1988. Im Finale bezwang Wimbledon überraschend den haushohen Favoriten Liverpool mit 1:0 in Wembley – ein Ergebnis, das als eine der größten Überraschungen in der Geschichte des englischen Pokals gilt. Die Mannschaft jener Jahre trug wegen ihres unkonventionellen, körperbetonten Stils und ihres Zusammenhalts den Spitznamen "Crazy Gang".
Stadion und Zwischenstationen
Der Verein spielte lange Zeit im traditionellen Stadion Plough Lane in Wimbledon. Wegen finanzieller Schwierigkeiten und infrastruktureller Probleme verlegte der Klub Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre seine Heimspiele zeitweise in ein anderes Stadion (Groundsharing), was für viele Anhänger schmerzhaft war und die Bindung zum Heimatort schwächte.
Umzug nach Milton Keynes und Namensänderung
Der geplante Umzug nach Milton Keynes löste erheblichen Widerstand unter den Fans aus. Kritiker sahen in dem Schritt die Aufgabe der örtlichen Identität und der Tradition des Klubs. Trotz Protesten und Gerichtsverfahren wurde der Umzug vollzogen; in der Folge änderte der Verein 2004 seinen Namen zu Milton Keynes Dons F.C.. Der Vorgang war und ist eines der umstrittensten Ereignisse im englischen Vereinsfußball und führte zu langjährigen Auseinandersetzungen über Vereinsgeschichte und Ehren.
Gründung von AFC Wimbledon
Als Reaktion auf den Umzug gründeten enttäuschte Anhänger 2002 einen neuen Verein, AFC Wimbledon, als sogenannter "Phoenix Club". Dieser neue Klub wurde als demokratisch organisiertes, fangetriebenes Projekt gestartet und begann in den unteren Amateurligen. In den Folgejahren arbeitete sich AFC Wimbledon sportlich sukzessive nach oben und zog dadurch wieder viele ehemalige Wimbledon-Anhänger an.
Folgen, Streit um Tradition und heutige Situation
- Der Umzug und die Umbenennung führten zu langwierigen Diskussionen darüber, welche Vereinsgeschichte und welche Erfolge dem ursprünglichen Wimbledon FC bzw. dem Nachfolgeklub zugerechnet werden sollten.
- AFC Wimbledon gilt heute weithin als Beispiel für erfolgreiche Fan‑Initiativen im Fußball: Der Klub stieg innerhalb weniger Jahre mehrfach auf und erreichte wieder die professionellen Ligen. Außerdem kehrte AFC Wimbledon 2020 mit einem neuen Stadion in die Nähe des ursprünglichen Plough Lane zurück, was als symbolische Heimkehr gewertet wurde.
- Milton Keynes Dons entwickelten sich als eigenständiger Klub in Milton Keynes weiter, bauten ihr eigenes Stadion (Stadium MK) und etablierten sich sportlich und organisatorisch in der neuen Heimat.
Insgesamt zeigt die Geschichte von Wimbledon FC die starke emotionale Bindung zwischen Fans, Verein und Heimatort – und wie sensible Entscheidungen wie Stadionverlagerungen langfristige Spaltungen und Reaktionen hervorrufen können. Gleichzeitig ist die Entwicklung von AFC Wimbledon ein Beispiel dafür, wie engagierte Anhänger einen Klub neu aufbauen und lokale Identität bewahren können.