Buchweizen (Pseudogetreide): Herkunft, Merkmale und Verwendung

Buchweizen (Pseudogetreide): Herkunft, Merkmale & Verwendung – glutenfrei, nährstoffreich und vielseitig in Rezepten; nachhaltig angebaut und ideal für gesunde Ernährung.

Autor: Leandro Alegsa

Buchweizen (oder gewöhnlicher Buchweizen) ist eine Pflanze, deren Samen als Getreide verwendet werden können. Buchweizen ist kein echtes Gras und damit kein Getreide im botanischen Sinn. Er ist nicht mit Weizen verwandt, weil Weizen ein echtes Gras ist und Buchweizen nicht. Botanisch gehört Buchweizen zur Knöterichfamilie (Polygonaceae).

Buchweizensamen haben eine dreieckige Form und erinnern in ihrer Form an kleine Bucheckern. Die Buche wird auch Buche genannt, daher der Name Buchweizen. Die Samen werden nach dem Entfernen der Hülle als Griess oder Schrot (auf Russisch „Kasha“ genannt) verwendet. Ganze oder geschälte Körner sowie Mehl sind die gebräuchlichsten Verarbeitungsformen.

Stattdessen ist Buchweizen mit Sauerampfer, Knöterich und Rhabarber verwandt. Buchweizen wird als Pseudogetreide bezeichnet, weil seine Samen wie Getreide zum Kochen verwendet werden und komplexe Kohlenhydrate liefern, obwohl die Pflanze nicht zur Familie der Süßgräser gehört.

Herkunft und Geschichte

Buchweizen stammt ursprünglich aus Zentralasien. Erste Kultivierungen finden sich in China und von dort breitete sich die Kulturpflanze über Handelsrouten nach Europa und in andere Regionen aus. In Europa wurde Buchweizen vor allem in kargen, bergigen Regionen geschätzt, weil er auch auf armen Böden und in kurzer Vegetationszeit wächst. Im 20. Jahrhundert ging der Anbau von Buchweizenkorn mit der Einführung von Stickstoffdünger und ertragreicheren Getreidearten deutlich zurück, da intensivere Kulturen wirtschaftlicher wurden.

Aussehen und Anbau

Buchweizen ist eine einjährige Pflanze mit zarten Stängeln, herzförmigen Blättern und kleinen, oft weißen bis rosa Blüten, die viele Insekten – vor allem Honigbienen – anziehen. Die Samen sind harte, dreieckige Nüsschen (Öffnungsfrüchte, Achänen) mit dunkler oder heller Schale. Es gibt mehrere Arten; die beiden wichtigsten sind Fagopyrum esculentum (gewöhnlicher Buchweizen) und Fagopyrum tataricum (Tartary-Buchweizen), letztere ist robuster und hat oft einen intensiveren Geschmack.

Buchweizen bevorzugt kühle bis gemäßigte Klimata, verträgt saure und nährstoffarme Böden und hat eine kurze Reifezeit (meist 10–12 Wochen). Daher wird er oft als Zwischenfrucht oder Gründüngung angebaut: er unterbindet Unkraut, verbessert die Bodenstruktur und unterstützt Bestäuber, bevor auf die Fläche eine Hauptkultur folgt.

Verwendung in der Küche

Buchweizen ist vielseitig verwendbar:

  • Als geschältes Korn (Griess, „Groats“) gekocht als Beilage oder in Aufläufen.
  • Geröstet als Kasha – aromatisch und nussig im Geschmack.
  • Als Mehl in Pfannkuchen (z. B. Bretonische Galettes), Brotbackmischungen, Keksen und Gluten-freien Backwaren.
  • In Asien als Grundlage für soba-Nudeln (bei denen häufig Buchweizen- und Weizenmehl gemischt werden).
  • Zur Herstellung von Malz, Bier-Alternativen und speziellen Getränken; außerdem ist Buchweizenhonig eine geschätzte Delikatesse mit kräftigem Aroma.

Buchweizenmehl hat einen ausgeprägten, leicht nussig-herben Geschmack. In glutenfreien Backrezepten wird es oft mit anderen Mehlsorten kombiniert, weil reines Buchweizenmehl keine Glutenstruktur bildet.

Nährstoffe und gesundheitliche Aspekte

Buchweizen liefert vor allem komplexe Kohlenhydrate, ist aber auch eine gute pflanzliche Proteinquelle mit einem günstigen Aminosäureprofil (relativ hoher Gehalt an Lysin). Weitere typische Inhaltsstoffe sind Ballaststoffe, Mineralstoffe wie Magnesium, Mangan und Eisen sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie das Flavonoid Rutin, das antioxidative Eigenschaften hat und die Gefäßgesundheit unterstützen kann.

Wichtig zu wissen:

  • Glutenfrei: Buchweizen ist von Natur aus glutenfrei und deshalb für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit geeignet — vorausgesetzt, es liegt keine Kontamination mit glutenhaltigem Getreide vor.
  • Allergien: Selten kann Buchweizen Allergien auslösen; bei bekannten Unverträglichkeiten sollte Vorsicht gelten.
  • Antinährstoffe: Wie viele pflanzliche Lebensmittel enthält Buchweizen Phytate, die Mineralstoffaufnahme beeinträchtigen können; Einweichen, Keimen oder Kochen reduziert diese Stoffe.

Anbau, Ernte und Lagerung

Buchweizen lässt sich mechanisch ernten, die Körner müssen meist noch gedroschen und von der Deckschale befreit werden. Nach der Ernte sollten die Körner gut getrocknet und trocken gelagert werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Geschälte Körner sind länger haltbar; geschrotete oder gemahlene Produkte sollten kühl und luftdicht aufbewahrt werden.

Ökologische Bedeutung und aktuelle Trends

Buchweizen ist wegen seines niedrigen Düngebedarfs und seiner kurzen Kulturzeit ökologisch interessant. Er lockt Bestäuber an und eignet sich als Zwischenfrucht oder Gründüngung. In den letzten Jahren erlebt Buchweizen eine gewisse Renaissance: als Zutat in der modernen, glutenfreien Küche, in regionalen und biologischen Landwirtschaftsbetrieben sowie im Trend zu naturnahen Anbausystemen.

Praktische Tipps

  • Zum Kochen: Verhältnis gekörnte Buchweizen zu Wasser etwa 1:2, kurz aufkochen und dann bei kleiner Hitze quellen lassen (ca. 10–15 Minuten für geschälte Körner, länger für ungeschälte).
  • Gerösteter Buchweizen (Kasha): Körner ohne Fett in der Pfanne anrösten, bis sie duften, dann mit Wasser garen – ergibt ein intensiveres Aroma.
  • Beim Backen: Reines Buchweizenmehl eignet sich nur bedingt für luftiges Hefebrot; für Kuchen und Pfannkuchen gut geeignet oder als Teil-Mischmehl (z. B. 20–50 %) verwenden.

Zusammenfassend ist Buchweizen ein vielseitiges, nährstoffreiches Pseudogetreide mit besonderer Eignung für anspruchsarme Böden, für die glutenfreie Küche und für nachhaltige Anbausysteme. Die Kombination aus guter Nährstoffzusammensetzung, kurzer Kulturzeit und ökologischen Vorteilen macht ihn auch künftig zu einer interessanten Kulturpflanze.

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Buchweizen-Pflanzen

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Buchweizenkörner (Samen)

Fragen und Antworten

F: Was ist Buchweizen?


A: Buchweizen ist eine Pflanze mit Samen, die als Getreide verwendet werden können.

F: Ist Buchweizen eine Grasart?


A: Nein, Buchweizen ist kein echtes Gras.

F: Wie ist Buchweizen mit Weizen verwandt?


A: Buchweizen ist nicht mit Weizen verwandt, da Weizen ein echtes Gras ist und Buchweizen nicht.

F: Wie kam der Buchweizen zu seinem Namen?


A: Der Buchweizen hat seinen Namen erhalten, weil seine Samen wie kleine Buchensamen aussehen, und Buche wird auch Bock genannt.

F: Womit ist der Buchweizen verwandt?


A: Buchweizen ist mit Sauerampfer, Staudenknöterich und Rhabarber verwandt.

F: Warum wird Buchweizen als Pseudogetreide bezeichnet?


A: Buchweizen wird als Pseudogetreide bezeichnet, weil seine Samen beim Kochen wie Getreide verwendet werden, da sie komplexe Kohlenhydrate enthalten.

F: Warum ist der Anbau von Buchweizen im 20. Jahrhundert zurückgegangen?


A: Der Anbau von Buchweizen ist im 20. Jahrhundert stark zurückgegangen, da die Produktivität anderer Grundnahrungsmittel durch den Einsatz von Stickstoffdünger gesteigert wurde.


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