Grand Cross in a Special Design (left), Special degree of the Grand Cross (middle and right)

Das Bundesverdienstkreuz wird offiziell als Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet und ist die einzige staatliche Auszeichnung, die generell für Verdienste um das Gemeinwohl verliehen wird. Es wurde durch ein Gesetz vom 7. September 1951 gestiftet und gehört seitdem zu den wichtigsten Ehrenzeichen der Bundesrepublik. Jährlich werden in allen Klassen zwischen 3.000 und 5.200 Auszeichnungen verliehen.

Wofür wird das Bundesverdienstkreuz verliehen?

Der Orden ehrt Personen, die sich in besonderer Weise verdient gemacht haben – beispielsweise durch herausragendes Engagement in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Soziales, Ehrenamt oder Umweltschutz. Ausgezeichnet werden sowohl deutsche Staatsangehörige als auch Ausländer. Es handelt sich nicht um eine militärische Tapferkeitsauszeichnung, sondern um eine Zivilauszeichnung für Verdienste um das Gemeinwesen.

Geschichte und Bedeutung

Der Orden wurde in der Nachkriegszeit geschaffen, um ein einheitliches Ehrensystem der neuen Bundesrepublik zu etablieren. Er sollte Menschen würdigen, die durch ihre Tätigkeiten zum Wiederaufbau, zur demokratischen Entwicklung und zum sozialen Zusammenhalt beigetragen haben. Mit der Zeit entwickelte sich das Bundesverdienstkreuz zu einer breiten Anerkennung für Leistungen aus allen Lebensbereichen.

Aufbau und Klassen

Der Verdienstorden ist in mehrere Klassen gestaffelt, die unterschiedliche Rangstufen und Tragearten haben. Typische Bezeichnungen (von oben nach unten) sind:

  • Sonderstufe des Großkreuzes (in der Regel für ausländische Staatsoberhäupter)
  • Großes Verdienstkreuz (in verschiedenen Ausführungen, z. B. mit Stern oder Schulterband)
  • Verdienstkreuz 1. Klasse
  • Verdienstkreuz am Bande (gewöhnliches Kreuz)
  • Verdienstmedaille (untere Stufe)

Die genaue Bezeichnung und Anzahl der Klassen haben sich im Laufe der Zeit teilweise verändert; allgemein reicht die Staffelung von der Medaille bis zur höchsten Sonderstufe.

Insignien und Trageweise

Das Ordenszeichen ist ein rot emailliertes Kreuz mit einem zentralen Medaillon, das den Bundesadler trägt. Höhere Klassen enthalten zusätzlich einen Stern und werden oft mit einem Schulterband (Schärpe) oder einer Schärpe und Stern getragen. Die Trageweise ist je nach Klasse unterschiedlich: an Band am Hals, Brust oder als Schärpe über die Schulter.

Wer verleiht den Orden und wie läuft das Verfahren?

Die Verleihung erfolgt durch den Bundespräsidenten. Vorschläge können von Behörden, Ministerien, Kommunen, Verbänden oder auch Privatpersonen eingebracht werden. In der Praxis werden Vorschläge geprüft und vom Bundespräsidialamt vorbereitet; die endgültige Entscheidung trifft der Bundespräsident. Häufig sind die Ministerpräsidenten der Bundesländer, Minister oder andere offizielle Stellen in das Empfehlungsverfahren eingebunden.

Widerruf und Aberkennung

Der Orden kann im Ausnahmefall aberkannt werden, etwa bei schwerwiegenden Straftaten oder wenn sich herausstellt, dass die zu ehrende Person in einem schweren Maß gegen die Werte verstößt, für die der Orden steht. Die Aberkennung ist eine rechtsförmliche Entscheidung des Bundespräsidenten.

Landes- und Kommunalorden

Die Mehrzahl der deutschen Länder hat eigene Verdienstorden, die Landesverdienstorden, mit oft bis zu drei Rängen (Bezeichnungen wie Mitglied, Offizier, Kommandant kommen vor). Die Städte Bremen und Hamburg haben keinen solchen Orden; traditionell lehnen Teile der Bevölkerung dieser Städte die Annahme von Ordensauszeichnungen ab. Die Finanzierung und Vergabepraxis der Landesorden unterscheiden sich je nach Land. Die meisten Bundesländer nutzen ihre Orden, um herausragende lokale Verdienste zu würdigen.

Praxis und Beispiele

Ausgezeichnet werden sehr unterschiedliche Personen: Ehrenamtliche, Kulturschaffende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Unternehmensgründer, Politikerinnen und Politiker sowie Menschen, die sich in Not- und Krisensituationen verdient gemacht haben. Die Verleihungen finden bei Feiern, Staatsakten oder auf regionaler Ebene statt.

Wissenswertes / Häufige Fragen

  • Kann jede*r vorgeschlagen werden? Ja, grundsätzlich können Privatpersonen, Organisationen oder Behörden Vorschläge einreichen; die Entscheidung liegt beim Bundespräsidenten.
  • Ist das Ehrenamt wichtig? Ja – zahlreiche Orden werden für langjähriges ehrenamtliches Engagement vergeben.
  • Besteht ein finanzieller Vorteil? Nein, das Bundesverdienstkreuz ist eine Auszeichnung ohne materielle Leistung.

Das Bundesverdienstkreuz ist damit ein wichtiges Instrument der Anerkennung in Deutschland: Es sichtbarmacht Wertschätzung für Bürgerinnen und Bürger, die sich in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.