Algol – Dämonenstern im Perseus: Berühmter veränderlicher Doppelstern
Algol – Dämonenstern im Perseus: Faszinierender veränderlicher Doppelstern im dreifachen System, der alle ~2,87 Tage für ~10 Stunden deutlich verdunkelt.
Algol, auch bekannt als der Dämonenstern, ist ein heller Stern im Sternbild Perseus (β Persei). Er ist das bekannteste Beispiel eines totalen oder teilweisen Finsternissystems (Eclipsing Binary) und der Prototyp der sogenannten „Algol‑Typ“ veränderlichen Sterne. Algol ist ein Dreifachsternsystem, bestehend aus den Komponenten Persei A, B und C; der hellste Stern ist Persei A. Das System zeigt alle 2 Tage, 20 Stunden und 49 Minuten eine deutliche Helligkeitsabnahme, die etwa 10 Stunden andauert, wenn der kühlere Begleiter vor dem helleren Stern vorbeizieht und ihn verdunkeln kann.
Eigenschaften des Systems
- Typ: Eclipsing Binary (Algol‑Typ, kurz EA) in einem Dreifachsystem.
- Sichtbarkeit: Algol ist mit bloßem Auge sichtbar und schwankt in der Helligkeit zwischen etwa 2,1 und 3,4 mag während des Hauptminimums; das Nebenminimum ist deutlich flacher.
- Periodendaten: Die Hauptperiode beträgt ca. 2,867 Tage (2 d 20 h 49 min); die primäre Verdunkelung dauert rund 10 Stunden.
- Sterneigenschaften: Persei A ist ein heißer, blauer Hauptreihenstern (Spektraltyp etwa B8). Persei B ist kühler und aufgebläht (Spektraltyp etwa K, subgiant/giantartig) und füllt fast seine Roche‑Lobe, wodurch Massentransfer und die sogenannte „Algol‑Paradox“-Situation entstehen. Persei C ist ein weiter entfernter, schwächerer Begleiter (weißere Spektraltypangaben variieren in der Literatur).
- Entfernung: Das System liegt in der Größenordnung von einigen Dutzend Parsec (ungefähr 90–100 Lichtjahre), je nach Messung leicht unterschiedlich angegeben.
Entdeckung und wissenschaftliche Bedeutung
Die periodische Helligkeitsänderung von Algol wurde bereits im 17. Jahrhundert bemerkt (erste Aufzeichnungen u. a. von Geminiano Montanari). Im späten 18. Jahrhundert erklärte John Goodricke die regelmäßigen Helligkeitsabnahmen plausibel als Finsternisse durch einen Begleiter – damit war Algol eines der ersten Sterne, bei denen das Konzept eines Finsternissystems bestätigt wurde. Seitdem ist Algol ein Schlüsselsystem zur Untersuchung von Sternentwicklung, Massentransfer in engen Doppelsternen und der Dynamik mehrfacher Sternsysteme.
Moderne Forschung
Mit moderner Spektroskopie, Photometrie und Interferometrie konnte die Struktur des Systems detailliert untersucht werden. Beobachtungen zeigen periodische Veränderungen der Umlaufzeit, die zum Teil auf Massentransfer zwischen den inneren Komponenten und zum Teil auf den gravitativen Einfluss des dritten Sterns zurückgeführt werden (Lichtlaufzeiteffekt). Algol dient auch als Lehrbeispiel für das „Algol‑Paradox“: der masseärmere Begleiter ist weiter entwickelt als der massereichere Primärstern, was durch vergangene Massentransfers erklärt wird.
Beobachtungstipps für Amateure
- Algol ist ohne optische Hilfsmittel sichtbar; der Helligkeitsabfall ist mit dem bloßen Auge erkennbar, wenn man vor und während des Minimums beobachtet.
- Vorhersagen für Minima und exakte Zeiten findet man in Sternkatalogen und Online‑Ephemeriden. Da die Minima nur rund 10 Stunden dauern, lohnt es sich, die Abfolge über mehrere Stunden zu verfolgen.
- Fotometrische Messungen mit Kamera oder CCD liefern genaue Lichtkurven; die Kombination mit einfachen Spektren kann bereits interessante Einblicke in das System geben.
Algol steht damit sowohl historisch als auch aktuell im Mittelpunkt der Forschung über veränderliche Doppelsterne und bleibt ein beliebtes Ziel für professionelle und Amateurastronomen gleichermaßen.

Das ist Algol am Himmel

Englisch: Algol (β Persei) ist ein Drei-Sterne-System (Algol A, B und C) im Sternbild Perseus. Das große und helle Primär-Algol A wird regelmäßig alle 2,87 Tage durch den Dimmer Algol B verdunkelt. Das Paar ist nur 0,062 Astronomische Einheiten (AE) voneinander entfernt, so nahe, dass Algol A langsam die äußeren Schichten von Algol B ablöst.
Fragen und Antworten
F: Was ist Algol?
A: Algol ist ein heller Stern im Sternbild Perseus, auch bekannt als der Dämonenstern.
F: Kann man Algol mit dem bloßen Auge sehen?
A: Ja, Algol kann mit dem bloßen Auge gesehen werden.
F: Was ist ein Doppelstern?
A: Ein Doppelstern ist ein Sternsystem, das aus zwei Sternen besteht, die durch ihre Schwerkraft aneinander gebunden sind.
F: Kann Algol in Spektroskopen gesehen werden?
A: Ja, Algol kann nur in Spektroskopen gesehen werden.
F: Aus wie vielen Sternen besteht Algol?
A: Algol besteht aus drei Sternen: Beta Persei A, B und C, wobei Persei A der hellste ist.
F: Hat Algol irgendwelche einzigartigen Eigenschaften?
A: Ja, Algol ist einer der ersten veränderlichen Sterne, der entdeckt wurde, bevor er explodiert, und er verfinstert sein Sternensystem teilweise alle 2 Tage, 20 Stunden und 49 Minuten für 10 Stunden.
F: Was ist die Bedeutung der Verfinsterung von Algol?
A: Die Verfinsterung von Algol macht ihn zu einem wichtigen Objekt für die Untersuchung der Sternentwicklung und ermöglicht es den Astronomen, die Größe, Masse und Temperatur der Sterne in diesem System zu messen.
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