Dashiki – Westafrikanisches Traditionskleid: Herkunft, Stil & Bedeutung

Dashiki: Herkunft, Stil & Bedeutung – Entdecken Sie die farbenfrohe westafrikanische Tradition, Modevarianten und kulturelle Symbolik. Jetzt mehr über Geschichte und Trends lesen.

Autor: Leandro Alegsa

Ein Dashiki ist ein locker anliegendes, farbenfrohes Kleidungsstück, das mit der afrikanischen Kultur assoziiert wird. Es wird auch mit der Gegenkultur der 1960er Jahre in den Vereinigten Staaten assoziiert. Die beliebtesten Stile bedecken die obere Hälfte des Körpers. Es stammt ursprünglich aus Westafrika. Eine verbreitete Form ist ein locker sitzendes Pullover-Kleidungsstück mit einem verzierten V-förmigen Kragen. Es hat oft einen gestickten Halsausschnitt und gestickte Ärmelbündchen. Es gibt sowohl legere als auch formelle Versionen.

Herkunft und Geschichte

Der Dashiki entstand in Westafrika und ist verwandt mit traditionellen Gewändern wie dem Boubou oder Kaftan. Die genaue Wortherkunft ist nicht eindeutig, der Name wird in verschiedenen Regionen unterschiedlich gebraucht. Im 20. Jahrhundert verbreitete sich das Kleidungsstück über die afrikanischen Küstenstädte hinaus und wurde in den 1960er Jahren international bekannt, als er von afroamerikanischen Aktivistinnen und Aktivisten als sichtbares Zeichen afrikanischer Identität und kultureller Verbundenheit getragen wurde.

Formen, Schnitt und typische Merkmale

  • Schnitt: Meist locker sitzend, Hüft- bis Oberschenkellänge; es gibt auch längere Varianten und zweiteilige Sets mit passender Hose.
  • Kragen: Typisch ist ein verziertes, oft V-förmiges oder rundes Halsausschnitt-Detail.
  • Verzierung: Stickereien, aufgedruckte Bordüren und zentrale Medaillons sind charakteristisch.
  • Ärmel: Kurz- bis dreiviertellang, mit verzierten Bündchen.
  • Varianten: Damen- und Herrenmodelle, taillierte Kleider, lange Kaftan-ähnliche Versionen und moderne Mischformen mit westlichen Schnitten.

Materialien und Muster

Dashikis werden aus Baumwolle, Seide, Brokat oder modernen Mischgeweben hergestellt. Verbreitet sind bunte Druckstoffe wie Ankara- oder Waxprints sowie gewebte oder bestickte Stoffe. Muster haben oft symmetrische, kontrastreiche Bordüren und ein zentrales Motiv, das als Blickfang dient.

Bedeutung und Symbolik

Der Dashiki ist mehr als nur ein Kleidungsstück: Er steht für kulturelle Identität, Stolz und Verbindungen zu afrikanischen Traditionen. In der Diaspora wurde er zeitweise zum Symbol politischer und kultureller Selbstbehauptung. Farben und Motive können regionale oder persönliche Bedeutungen tragen, etwa Wohlstand, Status oder Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft.

Wann trägt man einen Dashiki?

  • Alltag: Leichte, luftige Modelle sind für warme Klimazonen und den Freizeitgebrauch geeignet.
  • Feierliche Anlässe: Hochzeiten, religiöse Zeremonien und kulturelle Feste — hier werden oft reich verzierte oder passende Sets getragen.
  • Offizielle Veranstaltungen: Elegante Varianten aus edleren Stoffen können bei Empfängen oder kulturellen Veranstaltungen getragen werden.

Pflegehinweise

Je nach Material sollten Dashikis vorsichtig gereinigt werden:

  • Feinere Stoffe und Stickereien: Handwäsche oder Schonprogramm, kaltes Wasser, mildes Waschmittel.
  • Stark bedruckte Baumwollstoffe: bei niedrigen Temperaturen waschbar; Farben separat waschen, um Ausbluten zu vermeiden.
  • Zum Bügeln: Innen/auf niedrigem Temperaturniveau bügeln, Stickereien mit einem Tuch schützen.

Unterschied zu ähnlichen westafrikanischen Gewändern

Im Vergleich zum weit schwingenden Boubou oder zur traditionellen Agbada ist der Dashiki kürzer und betont in der Regel nur den Oberkörper. Er ist einfacher geschnitten und wird oft als lässigere Variante verstanden, kann aber mit aufwendigen Stoffen und Stickereien auch formell wirken.

Moderne Adaptionen und Hinweise zur kulturellen Sensibilität

Heute findet man Dashiki-Elemente in internationaler Mode: kombiniert mit Jeans, als Kleid, Bluse oder Teil eines Anzugs. Beim Tragen außerhalb afrikanischer Kontexte ist es sinnvoll, die Herkunft und kulturelle Bedeutung zu respektieren. Sensibler Umgang vermeidet stereotype Darstellungen und würdigt die kulturelle Geschichte hinter dem Kleidungsstück.

Ein DashikiZoom
Ein Dashiki

Geschichte

Die Dashiki haben ihren Ursprung in West- und Ostafrika. Grabhügel aus dem zwölften und dreizehnten Jahrhundert in Mali (Westafrika) haben Versionen von Dashikis offenbart. Dashikis wurden sowohl von Männern als auch von Frauen getragen. Sie könnten durch das Tauwetter beeinflusst worden sein, das die in die Region gekommenen Araber trugen. Beide Kleidungsstücke halten den Träger im heißen afrikanischen Klima kühl. Das Dashiki wurde in der kürzeren Version als Arbeitshemd getragen. Eine andere, viel längere Version wurde Grand Boubou genannt. Auch sie ist dem Kaftan ähnlich. Alle drei sind Westafrika gemeinsam.

US-Gegenkultur der 1960er Jahre

Das Dashiki wurde in der Hippie-Kultur der 1960er Jahre populär. Mitglieder des Friedenskorps, die aus Afrika zurückkehrten, brachten Dashikis mit. Afrikanische Diplomaten, die bei den Vereinten Nationen in New York waren, wurden oft mit bunten Dashikis gesehen und fotografiert. Dashikis galten als Symbol der Unterstützung für die Kämpfe der schwarzen Rassen. Gruppen wie die Black Panthers trugen das Dashiki als Symbol für ihr schwarzes Erbe. Die Afro-Frisur, verblasste Blue Jeans und das Dashiki waren allesamt beliebte Ausdrucksformen der Black is beautiful-Kulturbewegung.

Musikalische Gruppen

Viele der Rockgruppen der 60er und 70er Jahre trugen Dashikis. Schwarze Darsteller der 60er und 70er Jahre bevorzugten jedoch den konventionelleren Anzug- und Krawattenlook. Doch in den 80er Jahren trugen mehrere schwarze Gruppen das Dashiki, um ihr Erbe zu zeigen. Eine südafrikanische Gesangsgruppe, "Ladysmith Black Mambazo", trug ausgiebig Dashikis. Dadurch wurden sie eher als Afrikaner denn als Zulus identifiziert.

Ladysmith Schwarzer Mambazo in DashikisZoom
Ladysmith Schwarzer Mambazo in Dashikis

Fragen und Antworten

F: Was ist ein Dashiki?


A: Ein Dashiki ist ein farbenfrohes, locker sitzendes Kleidungsstück, das mit der afrikanischen Kultur assoziiert wird und oft die obere Hälfte des Körpers bedeckt.

F: Was ist der Ursprung des Dashiki?


A: Dashiki hat seinen Ursprung in Westafrika.

F: Welches ist der beliebteste Stil des Dashiki?


A: Der beliebteste Dashiki-Stil ist ein locker sitzendes Pullover-Kleidungsstück mit einem verzierten V-förmigen Kragen.

F: Was sind einige Merkmale eines Dashiki?


A: Ein Dashiki hat oft einen bestickten Hals und bestickte Ärmel und ist sowohl in legerer als auch in formeller Ausführung erhältlich.

F: Welche Verbindung besteht zwischen Dashiki und der Gegenkultur der 1960er Jahre in den Vereinigten Staaten?


A: Dashiki wurde mit der Gegenkultur der 1960er Jahre in den USA in Verbindung gebracht.

F: Kann Dashiki als formelle Kleidung getragen werden?


A: Ja, es gibt formelle Versionen von Dashiki, die zu formellen Anlässen getragen werden können.

F: Wo wird Dashiki üblicherweise getragen?


A: Dashiki wird häufig in Afrika sowie in anderen Teilen der Welt mit afrikanischen Diaspora-Gemeinschaften getragen.


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