Die Nationalsozialisten schrieben den Ermächtigungsakt, um die vollständige politische Macht zu erlangen, ohne die Unterstützung einer Mehrheit im Reichstag und ohne die Notwendigkeit, mit ihren Koalitionspartnern zu verhandeln.
Propaganda
Innerhalb von 24 Stunden nach seiner Ernennung zum deutschen Kanzler am 30. Januar 1933 beeinflusste Hitler das Ergebnis geschickt durch Propagandaminister Joseph Goebbels, der schrieb:
Jetzt wird es leicht sein, den Kampf fortzusetzen, denn wir können auf alle Ressourcen des Staates zurückgreifen. Radio und Presse stehen uns zur Verfügung. Wir werden ein Meisterwerk der Propaganda inszenieren.
In den Tagen vor den Wahlen organisierten die Nazis Straßengewalt, um die Opposition einzuschüchtern und Angst vor dem Kommunismus aufzubauen. Der Brand des Reichstags sechs Tage vor der Wahl war das zentrale Ereignis der Kampagne.
Gewalt
Später an diesem Tag versammelte sich der Reichstag unter einschüchternden Umständen, wobei SA-Männer innerhalb und außerhalb des Plenarsaals wimmelten. In Hitlers Rede wurde die Bedeutung des Christentums in der deutschen Kultur betont. Sie zielte insbesondere darauf ab, die ehemals verbündete katholische Zentrumspartei zu besänftigen. Sie enthielt teilweise die vom Parteivorsitzenden Ludwig Kaas geforderten Garantien.
Alle Parteien mit Ausnahme der SPD stimmten für das Ermächtigungsgesetz. Nachdem die kommunistischen Delegierten abgesetzt und 26 der SPD-Abgeordneten verhaftet wurden oder untergetaucht waren, gab es in der Endabstimmung 441 Stimmen für das Ermächtigungsgesetz und 94 Gegenstimmen (alle Sozialdemokraten).