In der Kryptographie ist eine Feistel-Chiffre eine symmetrische Struktur, die bei der Konstruktion von Blockchiffren verwendet wird, benannt nach dem deutschen IBM-Kryptographen Horst Feistel; sie ist auch allgemein als Feistel-Netzwerk bekannt. Eine große Anzahl von Blockchiffrierungen verwendet dieses Schema, einschließlich des Datenverschlüsselungsstandards
Die Feistel-Struktur hat den Vorteil, dass die Ver- und Entschlüsselungsvorgänge sehr ähnlich, in einigen Fällen sogar identisch sind und nur eine Umkehrung des Schlüsselplans erfordern. Daher wird die Größe des für die Implementierung einer solchen Chiffre erforderlichen Codes oder Schaltkreises fast halbiert.
Die Feistel-Konstruktion ist iterativer Natur, was die Implementierung des Kryptosystems in Hardware erleichtert.
Feistel-Netzwerke und ähnliche Konstruktionen sind Produkt-Chiffren und kombinieren so mehrere Runden von wiederholten Operationen, wie z.B:
- Bit-Mischen (oft als Permutationsboxen oder P-Boxen bezeichnet)
- Einfache nicht-lineare Funktionen (oft Substitutionsboxen oder S-Boxen genannt)
- Lineares Mischen (im Sinne der modularen Algebra) unter Verwendung von XOR zur Erzeugung einer Funktion mit großen Mengen dessen, was Claude Shannon als "Verwirrung und Diffusion" beschrieb.
Das Mischen der Bits erzeugt den Diffusionseffekt, während die Substitution zur Verwirrung eingesetzt wird.

