Der Lawineneffekt ("Erdrutscheffekt") ist eine Eigenschaft von Blockchiffrierungen und kryptographischen Hash-Funktions-Algorithmen. Er ist in der Kryptographie oft erwünscht. Der Effekt besagt, dass sich ein großer Teil der Ausgabe ändern muss, auch wenn sich die Eingabe nur wenig ändert. Bei guten Blockchiffrierungen bedeutet das: Eine kleine Änderung des Schlüssels oder des Klartextes sollte eine starke Veränderung des Chiffriertextes bewirken.

Das bedeutet, dass sich kleine Änderungen schnell ausbreiten können, wenn der Algorithmus Iterationen verwendet. Daher hängt jedes Bit der Ausgabe von jedem Bit der Eingabe ab.

Der Begriff Lawineneffekt wurde erstmals von Horst Feistel verwendet (Feistel 1973). Später wurde der Begriff durch Shannons Eigenschaft der Verwirrung identifiziert.

Wenn eine Blockchiffrierung oder kryptographische Hashfunktion den Lawineneffekt nicht in signifikantem Maße befriedigt, hat sie eine schlechte Randomisierung. So kann ein Kryptoanalytiker Vorhersagen über die Eingabe machen, wenn er nur die Ausgabe erhält. Dies kann ausreichend sein, um den Algorithmus teilweise oder vollständig zu brechen (zu knacken).

Es ist eines der primären Designziele, wenn Menschen eine starke Chiffre oder kryptographische Hash-Funktion erstellen. Sie versuchen, darin einen guten Lawineneffekt aufzubauen. Mathematisch gesehen wird dabei der Schmetterlingseffekt genutzt. Aus diesem Grund sind die meisten Blockchiffrierungen Produktchiffrierungen. Das ist auch der Grund, warum Hash-Funktionen große Datenblöcke haben.