Fukushima Daini (Fukushima II) - Kernkraftwerk: Reaktoren, 2011-Notfall & Folgen

Fukushima Daini: Reaktoren, Abschaltung 2011, Notfall, Meerwasser-Kontamination, TEPCO-Maßnahmen und langfristige Folgen.

Autor: Leandro Alegsa

Das Kernkraftwerk Fukushima Daini (福島第二原子力発電所, Fukushima Dai-Ni Genshiryoku Hatsudensho) ist ein Kernkraftwerk in den Städten Naraha und Tomioka im Bezirk Futaba der Präfektur Fukushima, Japan. Die Tokyo Electric Power Company (TEPCO) betreibt das Kraftwerk. In der Anlage gibt es vier Kernreaktoren. Alle vier sind nach dem Erdbeben und Tsunami 2011 Tōhoku automatisch abgeschaltet. Das Kraftwerk wird manchmal als Kernkraftwerk Fukushima II bezeichnet, weil "Daini" auf Japanisch "Nummer 2" bedeutet.

Die Anlage arbeitet mit Siedewasserreaktoren. Toshiba baute die Reaktoren 1 und 3. Hitachi baute die Reaktoren 2 und 4.

Reaktoren und technische Merkmale

Fukushima Daini besteht aus vier Siedewasserreaktoren (BWR). Die Reaktoren verfügen über typische Sicherheits- und Notkühlsysteme, Containment-Strukturen sowie Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente. Die Anlage liegt nur wenige Kilometer südlich des nahegelegenen Kernkraftwerks Fukushima Daiichi (etwa 10–12 km), das 2011 schwerer beschädigt wurde.

Ereignisse während des Erdbebens und Tsunami 2011

Am 11. März 2011 führten das Erdbeben und der anschließende Tsunami zur automatischen Notabschaltung (Scram) aller vier Reaktoren von Fukushima Daini. Im Gegensatz zu einigen Einheiten im nahegelegenen Kraftwerk Fukushima Daiichi kam es in Daini nicht zu Kernschmelzen. Dank funktionierender Notstromsysteme, rascher Eingriffe vor Ort und der Wiederherstellung von Kühlfunktionen konnte der Brennstoff ausreichend gekühlt und eine Eskalation verhindert werden. Alle vier Reaktoren wurden nach Angaben von TEPCO bis zum 15. März 2011 in einen Zustand der kalten Abschaltung überführt.

Wasser, Kontamination und Reaktionen

Nach dem Tsunami befanden sich in der Anlage große Mengen Meerwasser, das zur Notkühlung genutzt oder als Folge der Überflutungen in die Anlage gelangt war. Im Juni 2011 lagerten dort nach Angaben von TEPCO noch rund 7.000 Tonnen Meerwasser. Das Unternehmen plante, dieses Wasser wieder ins Meer zurückzuleiten; jedoch wies ein Teil des Wassers erhöhte Konzentrationen radioaktiver Stoffe auf (etwa 3.000 Tonnen), sodass die Fischereibehörden und lokale Interessen eine sofortige Einleitung untersagten. Die Debatte um die Entsorgung des kontaminierten Wassers umfasste Messungen, Trenn- und Aufbereitungsversuche sowie langwierige Abstimmungen zwischen Betreiber, Behörden und Fischern.

Folgen, Maßnahmen und aktueller Zustand

  • Sichere Stilllegung: Nach 2011 leitete TEPCO Maßnahmen zur stillenlegungsbezogenen Sicherung ein: Stabilisierung der Reaktoren, Abkühlung, Überwachung und schrittweise Entfernung radioaktiver Risiken.
  • Abklingbecken und Brennelemente: Arbeiten an der Sicherung und späteren Entnahme abgebrannter Brennelemente aus den Abklingbecken gehören zu den langfristigen Aufgaben.
  • Umweltüberwachung: Rund um die Anlage wurden umfangreiche Messprogramme etabliert, um Strahlungswerte, Grundwasser- und Meeresproben zu überwachen.
  • Gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen: Evakuierungen, Einschränkungen für Fischerei und Landwirtschaft sowie Entschädigungs- und Sanierungsprogramme prägten die Folgejahre.

Am 26. Dezember 2011 erklärte der japanische Premierminister, der nukleare Notfall im Kraftwerk Fukushima Daini sei beendet. Seitdem werden weitere Schritte zur sicheren Stilllegung und Dekontamination durchgeführt; Standortüberwachung und langfristige Planungen zur Rückbau- oder Stilllegungsstrategie sind fortlaufend. TEPCO arbeitet mit Behörden zusammen, um die Risiken zu minimieren und die betroffenen Gemeinden zu unterstützen.

Vergleich mit Fukushima Daiichi

Wichtig ist die Unterscheidung zu Fukushima Daiichi: Während es dort infolge von Ausfällen bei Notstrom und Kühlung zu schweren Kernschäden und Kernschmelzen kam, blieben die Reaktoren von Fukushima Daini vergleichsweise stabil. Deshalb waren die beschriebenen gesundheitlichen und technischen Folgen in Daini weniger gravierend als im benachbarten Daiichi, obwohl beide Anlagen durch dasselbe Erdbeben und Tsunami-Ereignis betroffen waren.

Ausblick

Die Stilllegung und der Rückbau von Kernkraftwerken sind langwierige Prozesse, die Jahrzehnte dauern können. Für Fukushima Daini umfassen die nächsten Schritte weiterhin die Kontrolle und Behandlung kontaminierter Wasserbestände, die Entnahme von Brennelementen aus Abklingbecken, umfassende Umweltüberwachung sowie Maßnahmen zur Unterstützung der regionalen Erholung. Entscheidungen zu Zeitplänen und konkreten Rückbauverfahren erfolgen in Abstimmung zwischen TEPCO, nationalen Aufsichtsbehörden und lokalen Interessenvertretern.

Fragen und Antworten

F: Wo befindet sich das Kernkraftwerk Fukushima Daini?


A: Das Kernkraftwerk Fukushima Daini befindet sich in Naraha und Tomioka im Bezirk Futaba in der Präfektur Fukushima, Japan.

F: Wer betreibt das Kernkraftwerk Fukushima Daini?


A: Die Tokyo Electric Power Company (TEPCO) betreibt das Kernkraftwerk Fukushima Daini.

F: Wie viele Kernreaktoren gibt es im Kernkraftwerk Fukushima Daini?


A: Es gibt vier Kernreaktoren im Kernkraftwerk Fukushima Daini.

F: Was hat dazu geführt, dass alle vier Kernreaktoren im Kernkraftwerk Fukushima Daini automatisch abgeschaltet wurden?


A: Alle vier Kernreaktoren des Kernkraftwerks Fukushima Daini wurden nach dem Tōhoku-Erdbeben und dem Tsunami 2011 automatisch abgeschaltet.

F: Wer hat die Reaktoren 1 und 3 im Kernkraftwerk Fukushima Daini gebaut?


A: Toshiba hat die Reaktoren 1 und 3 im Kernkraftwerk Fukushima Daini gebaut.

F: Warum hat die japanische Fischereibehörde TEPCO nicht erlaubt, das Meerwasser wieder ins Meer zu leiten?


A: Etwa 3.000 Tonnen des Meerwassers aus dem Tsunami enthielten radioaktive Chemikalien, und die japanische Fischereibehörde hat TEPCO nicht erlaubt, dieses Wasser wieder in den Ozean zu leiten.

F: Wann hat der japanische Premierminister den nuklearen Notfall im Kernkraftwerk Fukushima Daini für beendet erklärt?


A: Der japanische Premierminister erklärte den nuklearen Notfall im Kernkraftwerk Fukushima Daini am 26. Dezember 2011 für beendet.


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