In diesem japanischen Namen lautet der Familienname Hasekura.
Hasekura Tsunenaga (支倉常長, 1571-1622) war ein japanischer Samurai und Diplomat. Er war der erste Diplomat aus Japan, der Spanien, Frankreich, Italien und den Vatikan besuchte.
Der römische Senat machte Hasekura zum Bürger und Patrizier Roms.
Herkunft und Auftrag
Hasekura Tsunenaga stammte aus dem Diensthaus des Fürsten Date Masamune, des Daimyō von Sendai (Nordjapan). Im Auftrag Date Masamunes führte Hasekura Anfang des 17. Jahrhunderts eine offizielle Gesandtschaft nach Europa an, die in Japan als Keichō-Botschaft (慶長遣欧使節, Keichō ken'ō shisetsu) bekannt wurde. Ziel der Mission war es, politische und wirtschaftliche Kontakte zu knüpfen, Handelsbeziehungen anzubahnen und religiöse Fragen zu verhandeln.
Die Reise (1613–1620)
Die Gesandtschaft brach 1613 auf und kehrte um 1620 nach Japan zurück. Der Weg führte über den Pazifik nach Neuspanien (das heutige Mexiko), weiter nach Spanien und schließlich nach Italien und in den Vatikan. Die Reise war bemerkenswert: sie umfasste eine Transpazifik-Überfahrt, eine Durchquerung Neuspaniens zu Pferd und mehrere Aufenthalte an europäischen Höfen. Die Schiffsreise begann unter anderem mit dem Einsatz der San Juan Bautista, einer für die Überfahrt nach Amerika gebauten Seereise.
Empfang in Europa und Taufe
Hasekura und seine Begleiter wurden in Spanien und Italien empfangen. In Madrid nahm Hasekura das Christentum an und erhielt einen Taufnamen; später wurde die Gesandtschaft auch von kirchlichen und weltlichen Autoritäten in Rom empfangen. Während seines Aufenthalts in Rom wurde Hasekura von hohen Würdenträgern empfangen, und die römische Oberschicht ehrte ihn durch die Verleihung von Ehrenrechten wie der römischen Bürgerschaft und des Patrizierstandes.
Rückkehr nach Japan und politische Folgen
Bei Hasekuras Rückkehr nach Japan war sich die Innenpolitik stark gewandelt: das Tokugawa-Shogunat begann, das Christentum stärker zu unterdrücken, und die Politik gegenüber europäischen Mächten wurde restriktiver. Die von Date Masamune angestrebten dauerhaften politischen oder handelsbezogenen Erfolge blieben weitgehend aus. Kurz nach der Rückkehr verstärkten sich die Maßnahmen gegen Christen in Japan, und in den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die strikte Abschottungspolitik (Sakoku), die den direkten Kontakt mit Europa stark einschränkte.
Bedeutung und Erinnerung
Die Gesandtschaft Hasekuras hat bis heute Bedeutung als frühes Beispiel für transozeanische Diplomatie und kulturellen Austausch zwischen Japan und Europa. Sie zeigt die Komplexität der Beziehungen jener Zeit: den Wunsch einzelner Daimyō nach Außenkontakten einerseits und die innenpolitischen Kräfte, die internationale Öffnung wieder verhinderten, andererseits. Das Schicksal Hasekuras und seiner Mission wird in Japan und in verschiedenen Orten Europas durch Denkmäler, Ausstellungen und Forschung erinnert und untersucht.
Zusammenfassung: Hasekura Tsunenaga war ein Pionier der japanischen Außenkontakte im frühen 17. Jahrhundert. Seine Reise machte ihn zum ersten japanischen Gesandten in mehreren westeuropäischen Staaten und zum bekannten historischen Bindeglied zwischen Japan und dem frühen modernen Europa.


