Giovanni Caboto, in England meist als John Cabot bekannt, war ein italienischer Seefahrer und Entdecker des späten 15. Jahrhunderts. Sein genaues Geburtsjahr und sein Herkunftsort sind nicht gesichert; Quellen nennen italienische Hafenstädte als mögliche Herkunft. In der Forschung wird er sowohl als erfahrener Seefahrer als auch als praktischer Navigator beschrieben. Sein Name erscheint in verschiedenen Sprachformen, was die historiografische Zuordnung erschwert: Giovanni Caboto (ital.) und John Cabot (engl.) sind die geläufigsten Formen.

Die Fahrt von 1497

Im Jahr 1497 erhielt er von König Heinrich VII. Unterstützung, um westwärts nach einem möglichen Seeweg nach Asien zu suchen. Caboto verließ England mit dem kleinen Schiff Matthew und segelte westwärts. Nach wenigen Wochen erreichte er Land, das er für das Festland Asiens halten konnte. Tatsächlich war es Teil von Nordamerika, heute lokalisiert an der Küste des heutigen Kanada (Neufundland/Bonavista). Er nahm Land für den englischen König in Besitz und kehrte nach England zurück, um Bericht zu erstatten.

Weitere Unternehmungen und Ende

Caboto leitete später eine größere Expedition, die koloniale Interessen verfolgen sollte. Über diese zweite Reise gibt es unterschiedliche Berichte; es ist jedoch sicher, dass er auf See verschwand und wahrscheinlich zwischen 1498 und 1499 ums Leben kam. Sein genaues Schicksal bleibt ungewiss und ist Gegenstand wissenschaftlicher Debatten.

Bedeutung und Wirkung

Die Fahrt von 1497 gilt als ein früher europäischer Nachweis der Existenz des nordamerikanischen Kontinents nach den wikingerzeitlichen Landungen. Cabotos Anspruch auf das Land legte den Grundstein für englische Besitzansprüche in Nordamerika, die in den kommenden Jahrhunderten historisch bedeutsam wurden. Seine Reise trug dazu bei, das Interesse an nordatlantischer Erschließung zu verstärken und gilt als Vorläufer späterer kolonialer Schritte.

Kontroversen und bemerkenswerte Fakten

  • Unklare Herkunft: Unterschiedliche Quellen nennen verschiedene italienische Städte als Geburtsort.
  • Landungsort: Die exakte Stelle seiner ersten Landung wird diskutiert; Bonavista in Neufundland wird oft genannt.
  • Namensformen: Die Anglisierung zu John Cabot ist historisch etabliert, doch seine italienische Identität bleibt zentral.
  • Quellenlage: Viele Details zu seinen Unternehmungen beruhen auf wenigen zeitgenössischen Berichten, weshalb Forscher vorsichtig interpretieren.

Cabotos Leben verbindet maritime Praxis, dynastische Interessen des englischen Kronstaates und die beginnende Ära transatlantischer Entdeckungen. Für weiterführende Informationen siehe Einträge und moderne Forschungen zu seiner Person und seinen Unternehmungen, etwa zu Navigationsmethoden und den politischen Hintergründen seiner Patente (Seefahrt, Navigation).