John Keats – Englischer Dichter der Romantik: Leben & Werke

John Keats: Leben, Werke und Oden des englischen Romantikers – kurze Biografie, berühmte Gedichte (La Belle Dame, Endymion), Briefwechsel und bleibender Einfluss.

Autor: Leandro Alegsa

John Keats (31. Oktober 1795 - 23. Februar 1821) war ein englischer Dichter. Er wird oft als einer der fünf wichtigsten Dichter der romantischen Bewegung in der englischen Literatur bezeichnet; die anderen vier sind William Wordsworth, Samuel Taylor Coleridge, Lord Byron und Percy Bysshe Shelley. Obwohl Keats der jüngste dieser Dichter war, starb er auch vor den anderen: Er litt an Tuberkulose und starb im Alter von 25 Jahren in Rom.

Leben

Keats wurde 1795 in London geboren. Sein Vater, Thomas Keats, war Gastwirt und starb, als John noch ein Kind war; seine Mutter, Frances Keats, starb 1810 an Tuberkulose. Nach dem frühen Verlust der Eltern wuchs Keats in wechselnden Verhältnissen auf und begann eine medizinische Ausbildung. Er lernte als chirurgischer Lehrling und studierte unter anderem Anatomie am Guy’s Hospital in London. 1816 erwarb er die Zulassung als Apotheker/Chirurgen, gab die medizinische Laufbahn allerdings bald zugunsten der Dichtkunst auf.

Wichtige Personen in seinem Leben waren der Herausgeber und Dichter James Henry Leigh Hunt, der ihn förderte, sowie die junge Fanny Brawne, mit der Keats eine tiefe, aber unglückliche Liebesbeziehung führte. 1818 zog Keats nach Hampstead (Wentworth Place), wo er einen fruchtbaren Schaffenszeitraum erlebte; das Haus ist heute als Keats House ein Museum.

Werk und dichterischer Stil

Keats’ aktive Schaffensperiode war kurz — etwa von 1814 bis 1819 —, doch in dieser Zeit entstanden Werke, die bis heute zu den Höhepunkten der englischen Lyrik zählen. Seine längeren Dichtungen, Endymion und Hyperion, schöpfen aus der antiken griechischen Mythologie und zeigen seine Vorliebe für bildreiche, sinnliche Sprache. Vor allem aber sind es seine kürzeren Gedichte und die berühmten Oden — darunter “Ode to a Nightingale”, “Ode on a Grecian Urn” und “To Autumn” — die Keats’ Ruf begründet haben. Auch die Ballade "La Belle Dame sans Merci" und seine zahlreichen Sonette gehören zu den bekanntesten Texten.

Kennzeichen von Keats’ Dichtung sind üppige Sinneswahrnehmungen, starke Bildlichkeit und die ständige Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit, Schönheit, Trauer und der Kraft der Einbildung. Er formulierte das ästhetische Prinzip der sogenannten „Negative Capability“ — die Fähigkeit, Unsicherheit und Widersprüche auszuhalten, ohne sie sofort rational aufzulösen — und machte dies zum Leitgedanken seiner poetischen Haltung.

Rezeption, Briefe und Erkrankung

Keats’ frühe Veröffentlichungen fanden nicht nur Bewunderer; die Kritik seiner Zeit war stellenweise hart und verletzend, vor allem nach dem Erscheinen von Endymion. Solche Angriffe belasteten ihn stark. Neben den Gedichten sind Keats’ Briefe eine literarische Größe für sich: Hunderte seiner Briefe an Freunde, Verwandte und Dichterkollegen sind erhalten und gelten als Meisterwerke prosaischer Reflexion, in denen er seine Ästhetik, seine Zweifel und sein Leiden offenbart.

1840er und spätere Generationen rühmten Keats zunehmend; heute gilt er als einer der wichtigsten, einflussreichsten Lyriker der Romantik. Als seine Gesundheit sich verschlechterte, reiste er 1820 mit dem Maler Joseph Severn nach Italien, in der Hoffnung, das mildere Klima würde seine Tuberkulose bessern. In Rom starb er 1821 und wurde auf dem protestantischen Friedhof (Cimitero Acattolico) beigesetzt; sein Grab trägt die berühmte Inschrift, die davon zeugt, wie flüchtig sein Leben und sein früher Ruhm erschienen: "Here lies One Whose Name was writ in Water."

Nachwirkung

Obwohl Keats jung starb und ein relativ kleines Gesamtwerk hinterließ, übte er großen Einfluss auf spätere Dichter und Künstler aus — von den Pre-Raphaeliten bis zu Symbolisten und Modernisten. Sein dichterisches Prinzip, die Verbindung sinnlicher Intensität mit philosophischer Tiefe, macht seine Gedichte weiterhin zu Pflichtlektüre in der englischen Literatur. Orte wie das Keats House in Hampstead erinnern an sein Leben und Werk und machen seine Biographie einem breiten Publikum zugänglich.

Kurz zusammengefasst: John Keats ist wegen seiner sinnlich-dichten Sprache, der großen Oden und seiner reflektierten Briefe eine Schlüsselfigur der englischen Romantik. Seine Themen — Schönheit, Vergänglichkeit und Imagination — und seine poetische Theorie der „Negative Capability“ haben seine Bedeutung dauerhaft gesichert.

Porträt von John Keats von William Heaton (Kopie von Joseph Severn)Zoom
Porträt von John Keats von William Heaton (Kopie von Joseph Severn)

Fragen und Antworten

F: Wer sind die fünf wichtigsten Dichter der romantischen Bewegung in der englischen Literatur?


A: Die fünf wichtigsten Dichter der romantischen Bewegung in der englischen Literatur sind William Wordsworth, Samuel Taylor Coleridge, Lord Byron, Percy Bysshe Shelley und John Keats.

F: Wie alt war John Keats, als er starb?


A: John Keats starb im Alter von 25 Jahren.

F: Was geschah mit John Keats' Eltern?


A: John Keats' Vater Thomas starb, als er neun Jahre alt war und seine Mutter Frances starb 1810 an Tuberkulose.

F: Was hat John Keats studiert, bevor er Dichter wurde?


A: Bevor er Dichter wurde, studierte John Keats Chirurgie.

F: Welches ist eines der längsten Gedichte von John Keats?


A: Eines der längsten Gedichte von John Keats ist Endymion.

F: Welches Gedicht gilt als eines seiner bekanntesten Werke?



A: Eines seiner bekanntesten Werke ist "La Belle Dame sans Merci", ein Balladengedicht.

F:Was hat ihn ebenfalls berühmt gemacht?



A:John Keats Ruhm rührt auch von seinen Briefen her, die die Zeit überdauert haben; viele halten ihn für einen der großen Briefschreiber der englischen Sprache.


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