John Ernst Steinbeck (/ˈstaɪnˌbək/; 27. Februar 1902 – 20. Dezember 1968) war ein amerikanischer Schriftsteller, der zu den wichtigsten Erzählern des 20. Jahrhunderts zählt. Er wurde in Salinas, Kalifornien, geboren und starb 1968 in New York. 1962 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Zu seinen bekanntesten Romanen gehören Von Mäusen und Menschen (1937) und Die Trauben des Zorns (1940), für das er 1940 den Pulitzer-Preis erhielt. In diesen Werken und in vielen anderen thematisiert Steinbeck das Schicksal von Wanderarbeitern und ärmeren Bevölkerungsgruppen während der Weltwirtschaftskrise.
Steinbecks Stil lässt sich dem den Naturalismus und der sozialen Realitätserzählung zuordnen: seine Figuren sind oft einfache Menschen, deren Leben von wirtschaftlichen und sozialen Zwängen geprägt ist. Seine Sprache ist klar und eindringlich, er arbeitet häufig mit regionalen Dialekten und detaillierten Landschaftsbeschreibungen. Die Themen seines Gesamtwerks zeigen ein breites Interesse an Politik, Geschichte, Philosophie und Mythologie und verbinden soziale Kritik mit existenziellen Fragen menschlichen Daseins.
Sein Leben und seine Erfahrungen in Kalifornien, besonders im Salinas Valley, lieferten wiederholt Material für seine Erzählungen. Er besuchte die Stanford University, verließ sie jedoch ohne Abschluss und arbeitete in verschiedenen Berufen, bevor er sich dem Schreiben widmete. Neben Romanen verfasste Steinbeck zahlreiche Kurzgeschichten, Reportagen und Reisebücher; bekannt ist insbesondere seine Reiseliteratur wie "Reise mit Charley" (Travels with Charley), in der er über Amerika und seine Zeit berichtet.
Siebzehn seiner Werke wurden für Hollywood verfilmt; bekannte Adaptionen sind etwa John Fords Verfilmung von Die Trauben des Zorns (1940) und verschiedene Fassungen von Von Mäusen und Menschen. Steinbeck arbeitete auch am Drehbuchschreiben und erhielt eine Oscar-Nominierung für seine Mitarbeit am Drehbuch zu Alfred Hitchcocks Film Rettungsboot (Lifeboat, 1944).
Steinbecks Darstellungen sozialer Not führten wiederholt zu öffentlichen Debatten: Während viele Kritiker und Leser seine menschliche Wärme und sein Engagement lobten, stießen seine scharfe Gesellschaftskritik und seine Solidarität mit Arbeitern bei Teilen der Bevölkerung und bei Besitzenden auf Ablehnung; in einigen Regionen wurden seine Bücher zeitweise angefochten oder verboten. Seine Werke haben jedoch langfristig großen Einfluss auf die US-amerikanische Literatur genommen und sind bis heute Teil von Schulkanons und literarischen Diskussionen.
Sein schriftstellerisches Erbe umfasst neben Romanen auch Essays, Reportagen und Drehbücher. Steinbecks klarer, oft nüchterner Erzählton, seine Empathie für gesellschaftlich Benachteiligte und seine Fähigkeit, große soziale Themen in packende, persönlich erzählte Geschichten zu verwandeln, sichern ihm einen festen Platz in der Literaturgeschichte.