Koordinaten: 39°48′30″S 73°14′30″W / 39.80833°S 73.24167°W / -39.80833; -73.24167

Die XIV. Region Los Ríos (spanisch: XIV Región de Los Ríos, Region der Flüsse) ist eine der 15 Verwaltungseinheiten erster Ordnung in Chile. Ihre Hauptstadt und größte Stadt ist Valdivia.

Sie begann ihre Tätigkeit als Region im Jahr 2007, nachdem sie durch die Unterteilung der Region Los Lagos im Süden Chiles entstanden war. Sie besteht aus zwei Provinzen: Valdivia und die neue Provinz El Ranco, die zuvor Teil der Provinz Valdivia war; die Hauptstadt der Provinz El Ranco ist La Unión.

Geografie und Landschaft

Die Region liegt in der Zona Sur Chiles und ist geprägt von einem dicht verzweigten Netz aus Flüssen, Seen und Seenbecken. Namensgebend sind die zahlreichen Flussläufe (span. "los ríos"), etwa der Valdivia-Fluss und der Río Bueno, sowie größere Seen wie der Ranco-See. Im Westen befindet sich die Küstenkordillere (Cordillera de la Costa), im Osten erheben sich die Voranden und die Ausläufer der Anden. Die Landschaft wechselt zwischen feuchten Küstenwäldern, fruchtbaren Tälern und gebirgigen Zonen.

Klima und Natur

Das Klima ist überwiegend ozeanisch bis gemäßigt-semarid (Cfb nach Köppen) mit hohen Niederschlägen, besonders im Herbst und Winter. Wegen der feuchten Bedingungen gehört der größte Teil der Region zur sogenannten valdivianischen gemäßigten Regenwaldzone (Valdivian temperate rainforest), die eine reiche, oft endemische Flora und Fauna aufweist. Typische Baumarten sind Coihue, Ulmen, Arrayán und in höheren Lagen die langsam wachsenden Alerce-Bäume. Es gibt mehrere Schutzgebiete und Naturreservate, die die Biodiversität erhalten und touristisch erschlossen sind.

Bevölkerung und Verwaltung

Die Bevölkerung der Region ist überwiegend urban konzentriert in der Hauptstadt Valdivia und den größeren Städten wie La Unión und Río Bueno. Insgesamt zählt Los Ríos eine mittelgroße Einwohnerzahl verglichen mit anderen Regionen Chiles; die Region wächst moderat durch Binnenwanderung und natürliche Zunahme.

Administrativ gliedert sich die Region in die beiden Provinzen Valdivia und El Ranco, die weiter in mehrere Kommunen (Comunas) aufgeteilt sind. Die Regionalregierung hat ihren Sitz in Valdivia.

Wirtschaft

Wichtige Wirtschaftszweige sind die Forst- und Holzverarbeitungsindustrie, Landwirtschaft (einschließlich Milchwirtschaft und Fruchterzeugung) sowie die Fischerei und Aquakultur in küstennahen Bereichen. Der Dienstleistungssektor, Bildung und Tourismus nehmen vor allem in und um Valdivia an Bedeutung zu. Die Region profitiert von natürlichen Ressourcen und von ihrer landschaftlichen Attraktivität für ökotoouristische Angebote.

Infrastruktur, Verkehr und Bildung

Valdivia ist Verkehrszentrum der Region: Straße, Brücken über die Flüsse und regionale Flughäfen verbinden die Städte untereinander und mit dem Rest Chiles. Der Flughafen Pichoy (bei Valdivia) ermöglicht Inlandsflüge. Das Netz aus Überlandstraßen verbindet landwirtschaftliche Gebiete und kleinere Ortschaften; Schiffsverbindungen und Binnenhäfen spielen für bestimmte Wirtschaftszweige eine Rolle.

Die Region ist auch Bildungsstandort der Universidad Austral de Chile in Valdivia, einer der bedeutenden Hochschulen im Süden Chiles, die Forschung, Lehre und kulturelle Aktivitäten prägt.

Kultur, Geschichte und Tourismus

Valdivia besitzt eine ausgeprägte koloniale und kolonial-deutsche Architekturtradition, die sich in Stadtbild, Brauchtum und Gastronomie widerspiegelt. Zu den bekannten Veranstaltungen gehört das internationale Filmfestival von Valdivia sowie lokale Feste und Märkte, die regionale Kultur und Küche präsentieren.

Sehenswürdigkeiten sind u. a. die historische Küstenbefestigung bei Corral, Flussufer und Hafenanlagen von Valdivia, die thermalen Quellen in der Umgebung, der Ranco-See sowie verschiedene Parks und Reservate, die Wander-, Angel- und Wassersportmöglichkeiten bieten.

Zusammenfassung

Die Region Los Ríos ist eine junge Verwaltungsregion Chiles (seit 2007) mit ausgeprägter Fluss- und Seengeographie, feuchten gemäßigten Regenwäldern, einer Wirtschaft, die von Forstwirtschaft und Landwirtschaft geprägt ist, sowie einer wachsenden Bedeutung von Bildung und Ökotourismus. Valdivia bildet das kulturelle und administrative Zentrum der Region.