Die Diskographie der amerikanischen Rockband Nirvana umfasst drei Studioalben, drei Live-Alben, vier Compilation-Alben, einundzwanzig Singles, zwei Extended Plays und zwei Box-Sets. Diese Veröffentlichungen reichen von frühen Demos und Independent-Produktionen bis zu mehrteiligen Archivsammlungen, die nach dem Ende der Band erschienen.

Nirvana wurde 1987 in Aberdeen, Washington, von dem Sänger und Gitarristen Kurt Cobain und dem Bassisten Krist Novoselic gegründet, wobei die Band viele verschiedene Schlagzeuger hatte. Ihr erstes Album, Bleach, veröffentlichte die Band 1989 auf dem Plattenlabel Sub Pop. Nachdem Schlagzeuger Dave Grohl hinzukam, veröffentlichte die Band ihr zweites Album Nevermind, das heute eines der meistverkauften Alternative-Rock-Alben aller Zeiten ist und die Seattle-Grunge-Bewegung und alternative Musik populär machte. Das dritte Studioalbum der Band, In Utero (1993), war ebenfalls sehr beliebt, aber nicht so populär wie Nevermind. Nirvana endete 1994 nach dem Tod von Cobain. Danach wurden einige Kompilations-, Live- und Box-Set-Alben veröffentlicht.

Studioalben

  • Bleach (1989) – Debütalbum auf Sub Pop, roh und im Heavy-/Punk-Sound gehalten; produziert von Jack Endino. Enthält frühe Klassiker und demonstriert die noch ungeheure, kantige Energie der Band.
  • Nevermind (1991) – das kommerzielle Durchbruchsalbum, produziert von Butch Vig und veröffentlicht auf Geffen/DGC. Singles wie „Smells Like Teen Spirit“, „Come as You Are“ und „Lithium“ trugen maßgeblich zur Popularität bei; das Album verkaufte sich weltweit millionenfach.
  • In Utero (1993) – produziert von Steve Albini; ein kompromissloseres, raueres Album, das als bewusste Reaktion auf den großen kommerziellen Erfolg von Nevermind verstanden wird. Singles wie „Heart-Shaped Box“ und „All Apologies“ wurden sehr beachtet.

Singles, EPs und bemerkenswerte Tracks

  • Die Band brachte zahlreiche Singles heraus; besonders prägend waren „Smells Like Teen Spirit“, „Come as You Are“, „Lithium“, „In Bloom“, „Heart-Shaped Box“ und „All Apologies“.
  • Extended Plays (EPs) wie Blew oder die auf Tour veröffentlichte, limitierte EP Hormoaning zeigen zusätzliche Songs, B-Seiten und liveaufnahmen aus den frühen Jahren.
  • Viele B-Seiten, Demos und Coverversionen wurden später auf Kompilationen veröffentlicht und sind für Fans und Sammler von Bedeutung.

Live-Alben, Kompilationen und Box-Sets

  • Live-Alben: Wichtige Live-Veröffentlichungen sind unter anderem das intensiv aufgenommene MTV Unplugged in New York (1994), das akustische Set aus dem berühmten MTV-Konzert, sowie From the Muddy Banks of the Wishkah (1996) und spätere offizielle Mitschnitt-Veröffentlichungen wie Live at Reading. Diese Alben dokumentieren die Live-Stärke und Vielseitigkeit der Band.
  • Compilation-Alben: Zu den bekannteren Kompilationen gehören Incesticide (1992), eine Sammlung von B-Seiten, Seltenheiten und Radio-Sessions, sowie spätere Best-of-Alben wie Nirvana (2002) und weitere Sammlungen, die Material aus verschiedenen Perioden der Band zusammenführen.
  • Box-Sets und Archive: Mehrteilige Box-Sets und Archive wie With the Lights Out (2004) boten Fans umfangreiches Bonusmaterial, darunter Demos, unveröffentlichte Tracks und Live-Aufnahmen; solche Veröffentlichungen setzten die Aufarbeitung des Nirvana-Archivs fort.

Nachwirkung und Bedeutung

  • Nirvanas Veröffentlichungen veränderten Anfang der 1990er Jahre die Musikwelt: Sie machten Grunge und alternative Rock massentauglich und beeinflussten zahlreiche Bands und Musiker weltweit.
  • Die Kombination aus eingängigen Melodien, roher Energie und persönlichen Texten machte Songs wie „Smells Like Teen Spirit“ zu Generationshymnen; gleichzeitig zeigen spätere Kompilationen und Liveaufnahmen die musikalische Bandbreite der Band.
  • Seit dem Ende der Band 1994 wurden die Veröffentlichungen, Neuauflagen und Archivsammelwerke von Kritikern, Historikern und Fans genutzt, um das Erbe von Nirvana zu dokumentieren und zu würdigen.

Zusammenfassend bietet die Diskographie von Nirvana neben den drei Studioalben ein breites Spektrum an Live- und Kompilationsaufnahmen, Singles, EPs und Box-Sets, die gemeinsam das musikalische Schaffen und den nachhaltigen Einfluss der Band abbilden.