Eine Lochkamera ist eine Kamera ohne herkömmliche Glaslinse. Ein extrem kleines Loch in einem dünnen Material kann ein Bild erzeugen, wenn alle Lichtstrahlen einer Szene durch einen einzigen Punkt gehen. Um ein einigermaßen klares Bild zu erzeugen, muss die Blende etwa 1/100 der Entfernung zum Bildschirm oder weniger betragen. Der Verschluss einer Lochkamera besteht in der Regel aus einer handbetätigten Klappe aus lichtdichtem Material, um die Lochblende abzudecken und freizulegen.
Eine übliche Verwendung einer Lochkamera ist die Erfassung der Bewegung des Sonnenlichts über einen langen Zeitraum. Diese Art der Fotografie wird als Solargrafie bezeichnet. Lochkameras benötigen wegen der kleinen Blende viel längere Belichtungszeiten als herkömmliche Kameras; typische Belichtungszeiten können von 5 Sekunden bis zu Stunden oder Tagen reichen.
Das Bild kann zur Echtzeitbetrachtung auf einen durchsichtigen Bildschirm projiziert werden (beliebt zur Betrachtung von Sonnenfinsternissen; siehe auch Camera obscura).

