Principia Mathematica (Whitehead und Russell): Dreibändiges Werk zur Grundlagen der Mathematik
Überblick zu Whitehead und Russells dreibändigem Principia Mathematica (1910–1913): Ziel, methodischer Aufbau, historischer Kontext, Einfluss auf Logik und Philosophie sowie Grenzen und Folgen bis zu Gödels Ergebnissen
Der lateinische Titel Principia Mathematica wurde in der Wissenschaftsgeschichte mehrfach verwendet. So ist er der Titel von Isaac Newtons Werk (Isaac Newton) Philosophiæ Naturalis Principia Mathematica, und er ist zugleich der Titel eines späteren, eigenständigen Projekts von Alfred North Whitehead und Bertrand Russell.
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2 BilderÜberblick
Principia Mathematica bezeichnet hier ein dreibändiges Werk von Alfred North Whitehead und Bertrand Russell, das zwischen 1910 und 1913 erschien. Ziel des Werks war es, die Grundlagen der Mathematik systematisch aus formalisierten Voraussetzungen aufzubauen und mathematische Sätze durch Ableitungen aus wenigen Axiomen herzuleiten.
Zielsetzung und Aufbau
Das Projekt versuchte, mithilfe einer präzisen formalen Sprache und einer Sammlung von Axiomen sowie Inferenzregeln der symbolischen Logik die gesamte Mathematik zu begründen. Charakteristisch sind:
- eine streng symbolische Darstellung mathematischer Begriffe;
- eine hierarchische Gliederung in Definitionen, Axiome und Bewiesesysteme;
- der Anspruch, viele mathematische Aussagen explizit herleitbar zu machen.
Historischer Kontext und Einflüsse
Whitehead und Russell standen in einer Tradition formaler Logik, zu der Figuren wie Gottlob Frege gehörten. Frege hatte mit seiner Arbeit zur Begriffsschrift und zur Logik die Grundlagen gelegt, auf denen später formale Projekte wie Principia Mathematica aufbauten.
Wirkung, Grenzen und Kritik
Das Werk war einflussreich in Mathematik, Logik und Philosophie, weil es erstmals in großem Umfang die Idee verfolgte, mathematische Wahrheit durch formale Ableitung zu erklären. Gleichzeitig zeigte sich, dass praktische Ausführungen oft sehr umständlich wurden: viele einfache mathematische Sätze erforderten in der formalen Darstellung lange Ableitungen.
- Beeinflussung der analytischen Philosophie und der Entwicklung der mathematischen Logik
- Diskussionen über Formalismus, Logizismus und die Grundlagen der Mathematik
- kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob formale Systeme alle mathematischen Wahrheiten erfassen können
Gödels Unvollständigkeitssatz
Die Beschränkungen formaler Systeme wurden 1931 durch Kurt Gödel formell beschrieben. Gödels Unvollständigkeitssatz besagt unter bestimmten, genau formulierten Voraussetzungen, dass es in jedem hinreichend mächtigen, konsistenten formalen System wahre Aussagen gibt, die innerhalb dieses Systems nicht beweisbar sind. Diese Resultate verringerten die Hoffnung, mit einem Projekt wie Principia Mathematica alle mathematischen Wahrheiten vollständig zu erfassen.
Beispiele aus der Rezeption und Quellen
Die Bedeutung und die Folgen des Projekts sind verschiedentlich kommentiert worden. Eine berühmte literarische Anekdote zur Wahrnehmung mathematischer Klassiker findet sich in G. H. Hardys Erinnerungen; siehe Entschuldigung eines Mathematikers (Hardy, Entschuldigung eines Mathematikers) mit der entsprechenden Ausgabeangabe (ISBN-Angabe).
Ausgaben und weiterführende Literatur
Die Originalbände erschienen 1910–1913; 1927 erschien eine überarbeitete Ausgabe mit einer wichtigen Einführung zur zweiten Auflage und ergänzenden Anmerkungen. Für eine vertiefende Lektüre bieten sich sowohl historische Einführungen als auch kritische Darstellungen zur Logik und zu Gödels Theoremen an.
Zusammenfassung
Principia Mathematica ist ein historisch bedeutsames, ambitioniertes Werk zur formalen Begründung der Mathematik. Es hat die weitere Entwicklung der Logik und der philosophischen Diskussion über die Grundlagen der Mathematik stark beeinflusst, obwohl spätere Resultate wie Gödels Theorem die Grenzen des Programms deutlich machten.
Fragen und Antworten
F: Wie lautet der Titel des Buches von Isaac Newton?
A: Der Titel des Buches von Isaac Newton lautet Philosophiæ Naturalis Principia Mathematica.
F: Wer hat die Principia Mathematica geschrieben?
A: Die Principia Mathematica wurde von Alfred North Whitehead und Bertrand Russell verfasst.
F: Wann wurde die Principia Mathematica veröffentlicht?
A: Die Principia Mathematica wurde in den Jahren 1910, 1912 und 1913 veröffentlicht.
F: Was glaubten die Autoren, dass sie mit dem Buch erreichen konnten?
A: Die Autoren glaubten, dass sie mit dem Buch eine Reihe von Axiomen, Folgerungsregeln und das Gesetz des Nichtwiderspruchs in der symbolischen Logik beschreiben könnten, mit denen sich prinzipiell alle mathematischen Wahrheiten beweisen ließen.
F: Wie hat der Unvollständigkeitssatz von Gödel bewiesen, dass dieses Ziel unmöglich ist?
A: Gödels Unvollständigkeitssatz bewies, dass für jeden vorgeschlagenen Satz von Axiomen und Folgerungsregeln entweder das System inkonsistent sein muss oder dass es tatsächlich einige mathematische Wahrheiten geben muss, die sich nicht daraus ableiten lassen. Damit war bewiesen, dass dieses ehrgeizige Projekt unmöglich zu erreichen war.
F: Wer hat PM inspiriert und motiviert?
A: PM wurde durch Gottlob Freges frühere Arbeiten zur Logik inspiriert und motiviert.
F: Wie unterscheidet sich PM von Russells Principles of Mathematics von 1903?
A: PM unterscheidet sich von Russells Principles of Mathematics von 1903, denn in PM heißt es: "Das vorliegende Werk war ursprünglich von uns als ... ein zweiter Band von Principles of Mathematics gedacht... Aber je weiter wir vorankamen, desto deutlicher wurde, dass das Thema sehr viel umfangreicher ist, als wir angenommen hatten..."
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Autor
AlegsaOnline.com Principia Mathematica (Whitehead und Russell): Dreibändiges Werk zur Grundlagen der Mathematik Leandro Alegsa
URL: https://de.alegsaonline.com/art/79233
Quellen
- plato.stanford.edu : "Principia Mathematica (Stanford Encyclopedia of Philosophy)"
- nytimes.com : "The Modern Library's Top 100 Nonfiction Books of the Century"
