Rezitativ (italienisch: "recitativo") ist Musik, die eine Geschichte recht schnell erzählt, so als würde sie gesprochen, "gesprächig". Das Wort bedeutet: "rezitieren", d.h. eine Geschichte erzählen.

Das Rezitativ wird in Oper, Oratorium und Kantaten verwendet. Als die Oper um 1600 erfunden wurde, mussten die Komponisten die Geschichte in Musik erzählen. Im Rezitativ wird die Geschichte schnell gesungen, wobei vielleicht nur ein Cembalo ein paar Akkorde spielt. Nach einer Weile hat sich die Situation in der Geschichte verändert, und der Sänger kann eine Arie singen, die musikalisch interessanter ist.

Wenn das Rezitativ nur von einem Tasteninstrument begleitet wird, wird es "recitativo secco" (trockenes Rezitativ) genannt. Manchmal gesellt sich das Orchester dazu. Dies wird als "recitativo accompagnato" (begleitetes Rezitativ) bezeichnet. Im Rezitativ gibt es keine Taktstriche, weil es keinen regelmäßigen Takt gibt.

Das Rezitativ ist musikalisch einfach, es kann manchmal die gesungenen Worte auf recht interessante oder amüsante Weise beschreiben. Manchmal kann dies vom Cembalisten improvisiert werden.

Im 19. Jahrhundert verschwand der Unterschied zwischen Arie und Rezitativ allmählich. Wagner schrieb Opern, in denen alles ein musikalisches Interesse hatte und die verschiedenen Abschnitte ineinander flossen.