Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld: Geschichte, Dynastie & Auflösung
Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld: Geschichte, Dynastie & Auflösung — Entdecken Sie Entstehung, Herrscherlinien und die Neuordnung 1825 bis zur Bildung Sachsen-Coburg und Gotha.
Das Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld gehörte zu den ernestinischen Herzogtümern, den zahlreichen Besitzungen, in die das ernestinische Linienhaus im Laufe der Jahrhunderte zersplittert war. Die Ursprünge liegen im 15. und 16. Jahrhundert, als Ernest, der 1464 Kurfürst von Sachsen wurde, sein Territorium unter seinen Söhnen aufteilte. Aus diesen Aufteilungen entstanden über die Zeit viele kleine Fürstentümer mit eigenen Residenzen, Verwaltungen und Höfen.
Entstehung und Territorium
Sachsen-Coburg-Saalfeld entstand als eigenständiges Herzogtum formell am 29. Juli 1735, obwohl Coburg und Saalfeld bereits seit 1699 vom gleichen Herrscher regiert worden waren. Geografisch lag das Herzogtum im Gebiet des heutigen Nordostens von Bayern (Coburg) sowie im Südwesten Thüringens (Saalfeld) und umfasste mehrere Städte, Orte und Herrschaftsrechte. Als Residenzorte prägten besonders Coburg mit der Veste Coburg und Saalfeld als regionales Verwaltungszentrum das Bild des Herzogtums.
Regierung, Verwaltung und Kultur
Die Regierung führte ein Herzog aus der Ernestiner-Linie; Verwaltung, Justiz und Finanzen orientierten sich an den fürstlichen Bedürfnissen eines kleinen Territoriums im Heiligen Römischen Reich. Trotz ihrer geringen Größe förderten die Herzöge Kunst, Architektur und Bildung: Coburg entwickelte sich zu einer bedeutenden Residenz mit repräsentativen Bauten und kulturellem Leben. Wirtschaftlich lebte das Gebiet von Landwirtschaft, Handwerk und regionalem Handel.
Dynastische Verbindungen und Bedeutung in Europa
Die Herzöge von Sachsen-Coburg-Saalfeld gehörten zur Dynastie Sachsen-Coburg(-Gotha), deren Mitglieder später in mehrere europäische Königshäuser einheirateten und sogar neue Dynastien gründeten. Bedeutende Verbindungen sind:
- Der Aufstieg in Großbritannien durch die Ehe von Prinz Albert (Sachsen-Coburg-Gotha) mit Königin Victoria: daraus gingen zahlreiche Nachkommen hervor, die in Europa eine prägende Rolle spielten.
- Mitglieder des Hauses wurden Könige oder Prinzen in Belgien (z. B. Leopold I.), Portugal (z. B. Ferdinand II.) und Bulgarien (z. B. Ferdinand I.), wodurch die kleine deutsche Dynastie outsized Einfluss in der europäischen Politik des 19. Jahrhunderts gewann.
Salisches Erbrecht und das Ende des Herzogtums
Die ernestinischen Herzogtümer wurden nach salischem Recht vererbt, das nur männliche Nachkommen als Erben zuließ. Diese Erbregel führte bei Aussterben einer männlichen Linie zu Neuordnungen und Gebietstausch zwischen den verbliebenen Linien. Als der letzte männliche Nachkomme der Herzöge von Sachsen-Gotha-Altenburg 1825 starb, löste dies eine solche Umverteilung aus. In der Folgezeit (die Neugliederungen wurden 1826 formalisiert) ordneten die verbliebenen Herzöge ihre Territorien neu:
- Saalfeld fiel an die Herzöge von Sachsen-Meiningen.
- Altenburg erhielt der Herzog von Sachsen-Hildburghausen; im Gegenzug gab dieser die Herrschaft Hildburghausen an Sachsen-Meiningen ab.
- Gotha und Coburg wurden zum neuen Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha zusammengefasst, einer der besser bekannten Ernestiner-Linien des 19. Jahrhunderts.
Folgen und Nachwirkung
Die Neuordnung beendete die Existenz des Herzogtums Sachsen-Coburg-Saalfeld als eigenständige Einheit, doch seine dynastische Bedeutung blieb erhalten. Die Dynastie prägte durch Heiraten und Thronbesteigungen die Monarchiegeschichte mehrerer europäischer Staaten. Im 20. Jahrhundert änderten politische Umbrüche und Revolutionen in Deutschland und Europa die Stellung der Fürstenhäuser grundlegend; viele Titel verloren ihre politische Macht, blieben aber historisch und kulturell bedeutsam.
In der heutigen historischen Betrachtung sind Coburg und Saalfeld wertvolle Quellen zur Erforschung der kleinstaatlichen Fürstenpolitik im Heiligen Römischen Reich und im Deutschen Bund des 18. und 19. Jahrhunderts sowie Belege für die weitreichenden dynastischen Netzwerke deutscher Fürstenhäuser in Europa.
Herzöge von Sachsen-Coburg-Saalfeld
| Herrschaft beginnt | Herrschaft endet | Herzog |
| 29. Juli 1735 | 4. September 1745 | Christian Ernst |
| gemeinsam mit | ||
| 29. Juli 1735 | 16. September 1764 | Franz Josias |
| 16. September 1764 | 8. September 1800 | Ernst Friedrich |
| 8. September 1800 | 9. Dezember 1806 | Franz Friedrich |
| 9. Dezember 1806 | 27. Januar 1807 | Ernst Anton Karl Ludwig |
| 27. Januar 1807 | 28. Juli 1807 | Von Frankreich für eine Nacht besetzt |
| 28. Juli 1807 | 12. November 1826 | Ernst Anton Karl Ludwig |
| · v · t · e | |
| Sachsen-Weimar (1572-1806) - Sachsen-Coburg-Eisenach (1572-1596) - Sachsen-Coburg (1596-1633; 1681-1699) - Sachsen-Eisenach (1596-1638; 1640-1644; 1672-1806) - Sachsen-Altenburg (1603-1672; 1826-1918) - Sachsen-Gotha (1640-1680) - Sachsen-Gotha-Altenburg (1681-1826) - Sachsen-Marksuhl (1662-1672) - Sachsen-Jena (1672-1690) - Sachsen-Eisenberg (1680-1707) - Sachsen-Hildburghausen (1680-1826) - Sachsen-Römhild (1680-1710) - Sachsen-Saalfeld (1680-1735) - Sachsen-Meiningen (1681-1918) - Sachsen-Coburg-Saalfeld (1735-1826) - Sachsen-Weimar-Eisenach (1806-1918) - Sachsen-Coburg und Gotha (1826-1918) | |
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| · v · t · e
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| Von |
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| Geschaffene Staaten | Königreiche: Westfalen Großherzogtum: Berg | Frankfurt‡ | Würzburg Fürstentümer: Aschaffenburg† | Leyen | Regensburg† | |
| Bereits existierende Staaten | Duchies: Anhalt: Bernburg, Dessau, Köthen | Arenberg | Mecklenburg: Schwerin, Strelitz | Nassau | Oldenburg | Saxony: Coburg-Saalfeld, Gotha-Altenburg, Hildburghausen, Meiningen, Weimar*, Eisenach*, Weimar-Eisenach** | |
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| · v · t · e
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| Reiche | Österreich |
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| Königreiche | Preußen | Bayern | Sachsen | Hannover | Württemberg | |
| Wählerschaften | Hessen | |
| Großherzogtümer | Baden | Hessen | Luxemburg | Mecklenburg-Schwerin | Mecklenburg-Strelitz | Oldenburg | Sachsen-Weimar-Eisenach | |
| Herzogtümer | Anhalt: Bernburg¹, Dessau¹, Köthen² | Braunschweig | Holstein | Limburg | Nassau | Sachsen: Altenburg³, Coburg-Saalfeld4, Coburg-Gotha³, Gotha-Altenburg4, Hildburghausen4, Lauenburg, Meiningen | |
| Fürstentümer | Hessen-Homburg | Hohenzollern: Hechingen5, Sigmaringen5 | Liechtenstein | Lippe | Reuß: Ältere, Jüngere | Schaumburg-Lippe | Schwarzburg: Rudolstadt, Sondershausen | Waldeck und Pyrmont | |
| Stadtstaaten | Bremen | Frankfurt | Hamburg | Lübeck | |
Fragen und Antworten
F: Was war das Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld?
A: Das Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld war eines der ernestinischen Herzogtümer, die entstanden, als Ernest, der 1464 Kurfürst von Sachsen wurde, sein Gebiet unter seinen Söhnen aufteilte.
F: Wann wurde Sachsen-Coburg-Saalfeld reformiert?
A: Sachsen-Coburg-Saalfeld wurde am 29. Juli 1735 reformiert.
F: Warum hörte Saxe-Coburg-Saalfeld 1825 auf zu existieren?
A: Da nur Männer die Herrscher der Herzogtümer sein konnten, hörte Sachsen-Coburg-Saalfeld 1825 auf zu existieren, als der letzte männliche Nachkomme der Herzöge von Sachsen-Gotha Altenburg starb.
F: Wie haben die verschiedenen Herzöge ihre Territorien nach 1825 neu geordnet?
A: Nach 1825 ging Saalfeld an die Herzöge von Sachsen-Meiningen, Altenburg ging an den Herzog von Sachsen-Hildburghausen, der Hildburghausen an den Herzog von Sachsen-Meiningen abtrat, und Gotha und Coburg wurden zu einem neuen Herzogtum namens Sachsen-Coburg und Gotha zusammengefasst.
F: Wer teilte 1464 sein Territorium unter seinen Söhnen auf?
A: Ernest, der 1464 Kurfürst von Sachsen wurde, teilte sein Territorium unter seinen Söhnen auf.
F: Was geschah mit Coburg und Saalfeld seit 1699?
A: Seit 1699 waren Coburg und Saalfeld unter demselben Herrscher.
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