Unter den Linden ist ein Boulevard im Bezirk Mitte von Berlin, der Hauptstadt Deutschlands. Er ist nach den Lindenbäumen benannt, die die begrünte Fußgängerzone in der Mitte der Straße säumen.

Unter den Linden verläuft in Ost-West-Richtung von der Stelle des ehemaligen Stadtschlosses am Lustgarten, wo einst der abgerissene Palast der Republik stand, zum Pariser Platz und zum Brandenburger Tor. In östlicher Richtung überquert der Boulevard die Spree in der Nähe des Doms (Berliner Dom) und setzt sich als Karl-Liebknecht-Straße fort. Die westliche Fortsetzung hinter dem Brandenburger Tor ist die Straße des 17. Juni. Die wichtigsten Nord-Süd-Straßen, die Unter den Linden kreuzen, sind die Friedrichstraße und die Wilhelmstraße.

Unter den Linden im Herzen des historischen Teils Berlins entwickelte sich aus einem Reitweg, den Kurfürst Johann Georg von Brandenburg im 16. Jahrhundert angelegt hatte, um seine Jagdreviere im Tiergarten zu erreichen. An seine Stelle trat eine 1647 im Auftrag des "Großen Kurfürsten" Friedrich Wilhelm gepflanzte Lindenallee, die vom Stadtschloss bis vor die Tore der Stadt reichte. Während der westliche Teil des Boulevards seinen Charakter behielt, wurde das Gebiet um den heutigen Bebelplatz nach dem Dreißigjährigen Krieg verändert und befestigt. Es gibt keine Bäume.

Im 19. Jahrhundert, als Berlin wuchs und sich nach Westen ausdehnte, wurde Unter den Linden zur bekanntesten und großartigsten Straße Berlins. Im Jahr 1851 wurde die berühmte Reiterstatue König Friedrichs des Großen, entworfen von Christian Daniel Rauch, auf dem Mittelstreifen aufgestellt. Im Zuge des Baus des Nord-Süd-Tunnels für die Berliner S-Bahn 1934/35 wurden die meisten Linden gefällt, und in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurden die verbliebenen Bäume zerstört oder als Brennholz gefällt. Die heutigen Linden wurden in den 1950er Jahren wieder gepflanzt, sie sind sowohl von Luftverschmutzung als auch von Bodenverunreinigungen betroffen.

Seit 1937 beginnt die Nummerierung an der Schlossbrücke, die Unter den Linden mit dem Lustgarten und der Museumsinsel verbindet. Die umstrittene Nachbildung der Alten Kommandantur ist die Nr. 1, gegenüber dem Zeughausarsenal, dem ältesten Gebäude Unter den Linden, das zwischen 1695 und 1706 erbaut wurde und heute Sitz des Deutschen Historischen Museums ist (Nr. 2). Zu den Gebäuden entlang der Straße gehören (von Ost nach West) das Kronprinzenpalais (ehemaliges Palais der Hohenzollern-Kronprinzen, Nr. 3), das 1817 erbaute Kriegsdenkmal Neue Wache (Nr. 4), das von vielen als Meisterwerk Karl Friedrich Schinkels angesehen wird. Darüber hinaus bevorzugten auf dem Bebelplatz die Berliner Staatsoper (Nr. 7), im Kolonialjargon Lindenoper genannt, die St. Hedwigs-Kathedrale und das Alte Palais (Nr. 9) die Residenz Kaiser Wilhelms I.; im Norden das Hauptgebäude der Humboldt-Universität (Nr. 6) und das Haus I der Staatsbibliothek zu Berlin (Nr. 8). Am westlichen Ende befinden sich die russische Botschaft (ehemalige sowjetische Botschaft Nr. 63-65), die ungarische Botschaft (Nr. 76) an der Ecke Wilhelmstraße und schließlich das Hotel Adlon (Nr. 77) an der Ecke Pariser Platz, das auf dem Gelände des Vorkriegshotels komplett neu errichtet wurde. Bekannte Statuen von Alexander und Wilhelm von Humboldt vor der Universität sowie der preußischen Generäle Scharnhorst und Bülow zieren ebenfalls die Straße.