Koordinaten: 47°12′24″N 0°5′3″E / 47.20667°N 0.08417°E / 47.20667; 0.08417
Die Vienne (okzitanisch: Vinhana) ist einer der wichtigsten Flüsse im Südwesten Frankreichs, ein wichtiger linker Hauptzufluss der unteren Loire. Sie unterstützt zahlreiche Wasserkraftwerke.
Sie durchfließt die Regionen Nouvelle-Aquitaine und Centre-Val de Loire, und zwei französische Départements sind nach der Vienne benannt: die Haute-Vienne (87) und die Vienne (86).
Verlauf
Die Vienne entspringt im Massif Central, im Bereich des Plateaus de Millevaches, und fließt von dort überwiegend in nördlicher bis nordwestlicher Richtung. Sie passiert zahlreiche Städte und Orte des französischen Zentral- und Südwestens, darunter Limoges, Saint-Junien und Châtellerault. Schließlich mündet die Vienne bei Candes-Saint-Martin in die Loire. Der Fluss prägt entlang seines Laufes enge Täler, Auenlandschaften und mehrere Nebentäler, die zu seinem Einzugsgebiet gehören.
Länge, Einzugsgebiet und Zuflüsse
Die Vienne hat eine Gesamtlänge von etwa 360–365 km (häufig mit rund 363 km angegeben). Das Einzugsgebiet umfasst ungefähr 21.000 km². Zu den bedeutenden Nebenflüssen zählen unter anderem die Briance und der Clain sowie größere Zuflüsse aus dem zentralen französischen Massiv; diese Nebenflüsse tragen wesentlich zum Wasserhaushalt und zur Morphologie des Flusses bei.
Wasserkraft, Stauseen und Nutzung
Die Vienne wird intensiv für die Stromerzeugung genutzt: Entlang des Flusses und seiner Nebenläufe gibt es zahlreiche Wasserkraftwerke unterschiedlicher Größe, von großen Laufkraftwerken bis zu kleineren Ausbauprojekten. Außerdem dienen Stauseen und Rückhaltebecken der Trinkwasserversorgung, dem Hochwasserschutz, der Bewässerung und der Freizeitnutzung (Bade- und Wassersportgebiete).
Neben der Energiegewinnung ist die Vienne wirtschaftlich wichtig für die ansässigen Städte: Traditionelle Industrien (beispielsweise die Porzellanmanufakturen in Limoges) nutzten und nutzen das Wasser für Produktion und Kühlung. Heute spielt auch der Tourismus—Kanufahren, Angeln, Flusswandern—eine große Rolle.
Ökologie und Schutz
Flussauen, Feuchtgebiete und Altarme der Vienne sind Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Der Fluss beherbergt typische Süßwasserfischarten und dient als Korridor für wandernde Arten. In den letzten Jahrzehnten wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität, zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit (z. B. Fischaufstiegsanlagen) und zum Schutz wertvoller Uferlebensräume umgesetzt. Teile des Einzugsgebiets stehen unter Naturschutz bzw. sind Teil von Schutznetzwerken wie Natura 2000.
Freizeit, Schifffahrt und Kultur
Die Vienne ist nur in Teilabschnitten für die Berufsschifffahrt geeignet; sie wird vor allem touristisch genutzt. Freizeitaktivitäten wie Kajak- und Kanutouren, Angeln und Rad- oder Wanderwege entlang des Flusses sind weit verbreitet. Der Fluss prägt auch das kulturelle Erbe der Region: Burgen, historische Brücken und alte Mühlen zeugen von der langen Beziehung zwischen Mensch und Wasser im Tal der Vienne.
Name und Bedeutung
Der Name Vienne hat alte Wurzeln und erscheint in verschiedenen Formen in romanischen und keltischen Quellen; in okzitanischer Sprache heißt der Fluss Vinhana. Die Bedeutung des Flusses spiegelt sich nicht zuletzt darin wider, dass zwei Départements—Haute-Vienne und Vienne—nach ihm benannt wurden.
Insgesamt ist die Vienne ein prägender Fluss des französischen Zentral- und Südwestens, dessen Wasser sowohl wirtschaftliche als auch ökologische und touristische Bedeutung hat.
