Der visuelle Kortex ist ein Teil des Gehirns, der das Sehen ermöglicht. Er ist relativ dünn - beim Menschen zwischen 1,5 mm und 2 mm. Bei Affen und Menschenaffen nimmt die Sehrinde einen großen Teil ihres Gehirns ein. Physisch gesehen befindet sich die Sehrinde im hinteren Teil des Gehirns im Hinterhauptslappen.

David Hubel und Torsten Wiesel haben viele Jahre lang über den visuellen Kortex geforscht. Für ihre Entdeckungen über die Informationsverarbeitung im visuellen System erhielten sie 1981 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

  1. Ihre Arbeit in den 1960er und 1970er Jahren befasste sich mit der Entwicklung des visuellen Systems. Sie arbeiteten an Teilen des visuellen Kortex des Gehirns, die Signale vom rechten oder linken Auge erhalten.
  2. Ihre Arbeit beschreibt, wie Signale aus dem Auge vom Gehirn verarbeitet werden, um Kantendetektoren, Bewegungsdetektoren, stereoskopische Tiefendetektoren und Farbdetektoren zu erzeugen. Dies sind Bausteine der visuellen Szene.

Bei der Forschung am primären visuellen Kortex können Aktionspotentiale von Elektroden im Gehirn von Katzen, Frettchen, Ratten, Mäusen oder Affen aufgezeichnet werden. Alternativ können Signale außerhalb des Tieres mittels EEG, MEG oder fMRI aufgezeichnet werden. Diese Techniken sammeln Informationen, ohne in das Gehirn einzudringen.