Cara Carleton "Carly" Fiorina (geb. Sneed; geboren am 6. September 1954 in Austin, Texas) ist eine US-amerikanische Managerin, Unternehmerin und Politikerin. Fiorina wurde vor allem bekannt durch ihre Tätigkeit als Chief Executive Officer von Hewlett-Packard (HP) und als Vorsitzende der wohltätigen Organisation Good360. Sie kandidierte 2016 für die Nominierung der Republikanischen Partei zur Präsidentin der Vereinigten Staaten. Im März 2016 sprach Fiorina ihre Unterstützung für Ted Cruz aus; am 27. April 2016 ernannte Cruz Fiorina zu seiner Kandidatin als mögliche Vizepräsidentschaftskandidatin. Nachdem Cruz das Rennen am 3. Mai 2016 aufgegeben hatte, erhielt Fiorina am 19. Dezember 2016 – nach dem Wahlsieg von Donald Trump – vom Wahlkollegium eine einzelne Wahlstimme für den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten.
Frühes Leben und Ausbildung
Fiorina studierte an der Tufts University und schloss dort mit einem Bachelor ab. Anschließend erwarb sie einen Master of Business Administration am MIT Sloan School of Management. In den Jahren vor ihrem Wechsel zu HP hatte sie verschiedene leitende Positionen in der Telekommunikations- und Technologiebranche inne, unter anderem bei AT&T und verbundenen Unternehmen.
Karriere und Zeit bei Hewlett-Packard
Von 1999 bis 2005 war Fiorina Chief Executive Officer und Vorsitzende von HP. Sie war damit die erste Frau, die ein vom Fortune Magazine als Top‑20-Unternehmen eingestuftes Unternehmen leitete. Ihre wohl bekannteste Entscheidung war die 2002 abgeschlossene, umstrittene Übernahme des Konkurrenten Compaq – damals die größte Fusion im Technologiesektor. Durch die Integration von Compaq wurde HP zum weltweit größten Anbieter von Personalcomputern.
Die Fusion und die darauf folgende Restrukturierung führten zu umfangreichen Personalmaßnahmen: HP strich rund 30.000 Stellen, während die Gesamtbelegschaft durch die Übernahme auf etwa 150.000 Mitarbeiter anwuchs. Fiorinas Führungsstil, die Entscheidungen rund um die Compaq‑Übernahme und die finanzielle Entwicklung des Unternehmens wurden sowohl gelobt als auch stark kritisiert. Nach zunehmenden Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorstand trat Fiorina im Februar 2005 als CEO und Vorsitzende zurück.
Nach HP, gemeinnütziges Engagement und Politik
Nach ihrem Abgang bei HP war Fiorina als Beraterin, Rednerin und Unternehmerin tätig; sie gründete Beratungs‑ und Beteiligungsprojekte und engagierte sich in verschiedenen gemeinnützigen Vorständen. Sie übernahm unter anderem führende Positionen bei der Organisation Good360, die Hilfsgüter an gemeinnützige Einrichtungen verteilt, und engagierte sich in weiteren philanthropischen Initiativen.
Politisch trat Fiorina 2010 als republikanische Kandidatin für den US-Senat in Kalifornien an, unterlag jedoch der Amtsinhaberin. 2015/2016 startete sie eine Kampagne um die republikanische Präsidentschaftsnominierung; nach dem Ende ihrer eigenen Kampagne unterstützte sie Ted Cruz und wurde zeitweise als mögliche Vizepräsidentschaftskandidatin genannt. Ihre politische Laufbahn und ihr ökonomisches Wirken sorgen weiterhin für kontroverse Diskussionen – Befürworter heben ihren Pioniergeist und ihr Engagement hervor, Kritiker bemängeln strategische Fehlentscheidungen und Konsequenzen für Beschäftigte.
Rezeption
Carly Fiorina bleibt eine profilierte und polarisierende Persönlichkeit in Wirtschaft und Politik: Sie gilt als eine der bekanntesten Frauen in der US‑Wirtschaft und als Beispiel für Aufstieg in Vorstandsetagen, zugleich wird ihre Zeit bei HP oft als Lehrstück über Risiken großer Fusionen und die Bedeutung von Vorstand‑Management‑Beziehungen zitiert.