John Sidney McCain III (29. August 1936 – 25. August 2018) war ein amerikanischer Politiker und Militärveteran. Zum Zeitpunkt seines Todes war er ein Senator der Vereinigten Staaten von Arizona, ein Amt, das er seit seiner Wahl 1986 innehatte. McCain war der Kandidat der Republikanischen Partei bei den Präsidentschaftswahlen 2008 in den Vereinigten Staaten und hatte zuvor 2000 erfolglos versucht, die Nominierung seiner Partei zu gewinnen. 1980 heiratete er die Geschäftsfrau Cindy McCain, mit der er drei Kinder hatte.

Herkunft und frühe Laufbahn

McCain entstammte einer Marinefamilie: Sein Vater und sein Großvater waren Admirale in der US-Marine. Er selbst absolvierte die United States Naval Academy und diente als Marineflieger. Seine Herkunft prägte seine frühe Laufbahn und seinen Bezug zum Militär.

Vietnam, Abschuss und Gefangenschaft

Während des Vietnamkriegs wurde McCains Flugzeug abgeschossen. Er geriet in die Gefangenschaft der nordvietnamesischen Militärs und war mehr als fünf Jahre lang Kriegsgefangener – größtenteils im berüchtigten Gefängnis von Hanoi („Hanoi Hilton“). Während dieser Zeit erlitt er schwere Misshandlungen und wurde mehrfach gefoltert. Berühmt wurde seine Entscheidung, eine vorzeitige Freilassung nicht anzunehmen, weil nach dem militärischen Ehrenkodex ranghöhere Gefangene zuerst freigelassen werden sollten und weil er dies als unfair gegenüber seinen Kameraden empfand. Unter den amerikanischen Gefangenen befand sich auch der US-Air-Force-Pilot Leo K. Thorsness.

Rückkehr, militärischer Abschluss und politische Karriere

Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten 1973 beendete McCain seine weitere militärische Laufbahn und wandte sich der Politik zu. Er zog nach Arizona, engagierte sich lokal und wurde später ins US-Repräsentantenhaus sowie anschließend in den US-Senat gewählt. In seiner langen Zeit im Senat profilierte er sich als außenpolitisch versierter Abgeordneter, oft mit einer eigenständigen, teils als „maverick“ bezeichneten Position innerhalb der Republikanischen Partei. Er setzte sich für eine starke Verteidigungspolitik, aber auch für bipartisanship in vielen Fragen ein.

Präsidentschaftskampagnen und politisches Wirken

McCain kandidierte 2000 und 2008 für die Präsidentschaft; 2008 wurde er offizieller Kandidat der Republikaner, unterlag jedoch Barack Obama in der Wahl. Als Senator war er an zahlreichen legislativen Initiativen beteiligt und spielte in Debatten zu Verteidigung, Außenpolitik, Einwanderung und Regierungsethik eine prominente Rolle. Seine Unabhängigkeit in bestimmten Fragen – etwa Kritik an Parteifreunden oder die Unterstützung von Reformen – machte ihn zu einer bekannten Figur über die Parteigrenzen hinweg.

Privatleben, Krankheit und Tod

John McCain war mit Cindy McCain verheiratet; das Paar engagierte sich philanthropisch, vor allem in Bereichen wie Veteranenhilfe und humanitären Projekten. 2017 wurde bei McCain ein bösartiger Gehirntumor (Glioblastom) diagnostiziert; er unterzog sich einer Operation und medizinischer Behandlung, verstarb jedoch am 25. August 2018 wenige Tage vor seinem 82. Geburtstag.

Wirkung und Vermächtnis: McCain bleibt in Erinnerung als Kriegsgefangener, langjähriger Senator und Präsidentschaftskandidat, dessen biografische Erfahrung im Vietnam-Krieg und dessen Einsatz für staatsbürgerliche Werte seine politische Haltung stark beeinflussten. Seine Bereitschaft zu parteiübergreifender Zusammenarbeit und seine öffentliche Stimme in Fragen der nationalen Sicherheit prägten die US-Politik über Jahrzehnte.