Marcus Licinius Crassus (ca. 115 v. Chr. – 53 v. Chr.) war ein römischer General, Politiker und einer der reichsten Männer seiner Zeit. Er stieg aus einer wohlhabenden, aber nicht glorreich-adeligen Familie auf und erlangte politischen Einfluss und beträchtlichen Besitz vor allem durch geschickte Spekulationen, den Erwerb von konfisziertem Eigentum während der politischen Säuberungen und durch Investitionen in Minen und Immobilien.

Früher Aufstieg und Vermögen

Crassus nutzte die sozialen und politischen Unruhen der späten Republik, um großen Reichtum anzuhäufen. Berühmt ist die Anekdote, dass er private Löschtrupps unterhielt, die bei Bränden schnell zur Stelle waren – im Gegenzug kaufte er die betroffenen Grundstücke günstig. Ob alle Berichte stimmen oder später übertrieben wurden, zeigt sich in manchen antiken Quellen, doch unstrittig ist, dass sein Vermögen ihm großen politischen Einfluss verschaffte.

Unter Sulla und politische Karriere

Während der Bürgerkriege schloss sich Crassus dem Feldherrn Sulla an und kommandierte unter ihm unter anderem den linken Flügel in der Schlacht am Colline Gate (82 v. Chr.). Seine Unterstützung Sullas und die Teilnahme an den Proskriptionen brachten ihm weiteren Landbesitz und politische Macht. Später übte er hohe Ämter aus und war zweimal Konsul (unter anderem 70 v. Chr. gemeinsam mit Pompeius).

Der Dritte Sklavenkrieg und Spartacus

Crassus erlangte breite Bekanntheit durch die Niederschlagung des Dritten Servile Krieges (73–71 v. Chr.), in dessen Verlauf der Gladiator Spartacus mehrere Siege gegen römische Truppen errungen hatte. Nach anfänglichen Niederlagen und dem Rückzug anderer römischer Befehlshaber übernahm Crassus die Führung gegen die Aufständischen. Er stellte die Disziplin seiner Truppen wieder her (unter anderem durch die rigorose Strafe der Dezimierung eines rebellischen Legionsabschnitts) und konnte Spartacus schließlich 71 v. Chr. in Apulien besiegen.

Nach der Niederlage ließ Crassus Tausende gefangener Aufständischer an der Via Appia kreuzigen, eine spektakulär harte Maßnahme, die als Abschreckung diente und sein Image als entschlossener, aber rücksichtsloser Führer prägte.

Erstes Triumvirat

Am Ende seiner Karriere gehörte Crassus dem informellen Bündnis des ersten Triumvirats an, das er zusammen mit Gnaeus Pompeius Magnus und Gaius Julius Cäsar bildete (ca. 60 v. Chr.). Dieses Bündnis verband die politischen und militärischen Ambitionen der drei Männer: Pompeius suchte Anerkennung und Veteranenlandschaften, Cäsar politische Unterstützung für seine Ämter, Crassus strebte nach militärischem Ruhm und politischem Einfluss.

Syrischer Feldzug und die Schlacht von Carrhae

Crassus’ Wunsch nach militärischem Glanz führte 53 v. Chr. zu einem Feldzug nach Osten gegen das Partherreich. In der Schlacht von Carrhae (in Mesopotamien) wurde seine Armee von parthischen Reitern und berittenen Bogenschützen unter der Führung des Strategen Surena katastrophal geschlagen. Sein Sohn Publius Crassus fiel in der Schlacht, und Marcus Licinius Crassus selbst wurde getötet. Zeitgenössische Berichte über die Umstände seines Todes variieren; eine bekannte, aber von vielen Historikern für unwahrscheinlich gehaltene Schilderung berichtet, ihm sei nach der Gefangennahme flüssiges Gold in den Mund gegossen worden – als Symbol für seine Gier.

Folgen und Vermächtnis

Die Niederlage und der Tod Crassus’ hatten weitreichende politische Folgen: Mit dem Wegfall des dritten Partners zerfiel das fragile Gleichgewicht des Triumvirats. Die Spannungen zwischen Pompeius und Cäsar verschärften sich, was schließlich in die großen Bürgerkriege der späten Republik mündete. Crassus bleibt in der Geschichte als eine ambivalente Figur: genial im Geschäft, entschlossen und manchmal grausam auf dem Schlachtfeld, aber auch als Beispiel dafür, wie persönlicher Ehrgeiz die politische Stabilität der Republik untergraben konnte.

Wichtige Daten:

  • Geburt: ca. 115 v. Chr.
  • Dritter Sklavenkrieg (Niederschlagung Spartacus): 73–71 v. Chr.
  • Mitglied des ersten Triumvirats: ab ca. 60 v. Chr.
  • Schlacht von Carrhae und Tod: 53 v. Chr.