Roh Tae-woo (geboren am 4. Dezember 1932 in Daegu) ist der sechste Präsident Südkoreas (1988-1993). Er war ein ehemaliger koreanischer General und Politiker. Als Mitglied der Hanahoi war Roh der handverlesene Nachfolger des ehemaligen Generals und Präsidenten Chun Doo-hwan. Dies führte 1987 zu großen pro-demokratischen Kundgebungen in Seoul und anderen Städten. Roh erklärte sich bereit, demokratische Präsidentschaftswahlen abzuhalten und machte sich damit selbst zum Kandidaten für die nächste Wahl. Die Opposition teilte die Stimmen zwischen Kim Young-sam und Kim Dae-jung (beide wurden später Präsidenten) auf. Damit war Roh der erste gewählte Präsident nach der Zeit, als das Militär das Land regierte.

Rohs Herrschaft war bekannt für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 1988 in Seoul und für seine nordpolitische Außenpolitik.

1993 führte Rohs Nachfolgerin Kim Young-sam eine Anti-Korruptionskampagne an, bei der Roh und Chun Doo-hwan wegen Bestechung vor Gericht standen. Die beiden ehemaligen Präsidenten wurden später wegen Meuterei und Verrat angeklagt, weil sie am Putsch von 1979 und am Gwangju-Aufstand von 1980 beteiligt waren.

Beide wurden im August 1996 des Hochverrats, der Meuterei und der Korruption für schuldig befunden. Chun wurde zum Tode verurteilt und später in lebenslange Haft umgewandelt. Die 22 1/2-jährige Haftstrafe von Roh wurde auf 17 Jahre reduziert. Beide wurden Anfang 1998 aus der Haft entlassen und vom damaligen Präsidenten Kim Dae-jung begnadigt.