Charles Robert Gardiner (31. Dezember 1904 - 13. Juni 1934) war ein kanadischer Profi-Eishockey-Torwart, der für die Chicago Black Hawks in der National Hockey League spielte. Gardiner gilt bis heute als einer der herausragenden Torhüter der frühen NHL-Ära; seine Ruhe im Tor, seine Technik und seine Führungsqualität machten ihn zu einem prägenden Spieler seiner Zeit.

Frühe Jahre und Aufstieg

Geboren in Edinburgh, Schottland, zog Gardiner im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie nach Winnipeg, Manitoba. Dort lernte er das Eishockeyspielen und durchlief die örtlichen Junioren- und Seniorenklassen. Er spielte von 1921 bis 1924 Juniorenhockey bei den Winnipeg Tigers und schloss sich dann in der Saison 1924-25 der Seniorenmannschaft der Selkirk Fishermen an. Im folgenden Jahr schloss sich Gardiner den Winnipeg Maroons der Central Hockey League an, die in der darauf folgenden Saison zur American Hockey Association wurde. In diesen Jahren entwickelte er sein Stellungsspiel und seine Technik, die ihn für den Sprung in die NHL befähigten.

Profikarriere in Chicago

Er schloss sich 1927 den Chicago Black Hawks an und spielte dort sieben Jahre lang. Gardiner wurde rasch zur Schlüsselfigur im Team: Er gewann 1932 und 1934 die Vezina-Trophäe, die damals dem Torhüter mit den wenigsten Gegentoren verliehen wurde. In den Jahren 1931, 1932 und 1934 wurde er in die erste All-Star-Mannschaft berufen, was seine konstan­te Spitzenleistung in der Liga unterstreicht. In der Saison 1933–34 führte er als Kapitän die Black Hawks zu ihrem ersten Stanley Cup, ein Meilenstein für die junge Franchise und ein besonderer Erfolg für einen Torhüter in Führungsposition.

Spielweise und Persönlichkeit

Gardiner war bekannt für seine ruhige, konzentrierte Art im Tor, sein gutes Stellungsspiel und seine Fähigkeit, schwierige Situationen zu meistern. Zeitgenössische Berichte loben seine Reaktionsschnelligkeit, seine Antizipation und die Art, wie er die Defensive seiner Mannschaft organisierte. Neben seinen technischen Fähigkeiten galt er als vorbildlicher Kapitän und Teamleiter, der mit seiner Erfahrung und seinem Auftreten großen Respekt bei Mitspielern und Gegnern genoss.

Tod und Vermächtnis

Nach dem Gewinn des Stanley Cups 1934 erkrankte Gardiner schwer und starb drei Wochen später im Alter von 29 Jahren in Winnipeg an den Folgen einer Gehirnblutung. Sein früher Tod schockierte die Eishockeywelt und verhinderte eine womöglich noch längere herausragende Karriere.

Gardiner wurde 1945 als Gründungsmitglied in die Hockey Hall of Fame aufgenommen. Im Jahr 1998 stand er auf Platz 76 der Liste der 100 besten Hockeyspieler von The Hockey News. Sein Erfolg als Vezina-Gewinner, Stanley-Cup-Kapitän und außergewöhnlicher Torhüter sichert ihm einen bleibenden Platz in der Geschichte des Eishockeys.