Charlotte Moore Sitterly – US-Astronomin, Sonnenspektroskopie-Pionierin

Charlotte Moore Sitterly – US-Astronomin und Pionierin der Sonnenspektroskopie; Autorin wegweisender Atomspektren-Tabellen und Schlüsselfigur in der modernen Spektroskopie.

Autor: Leandro Alegsa

Charlotte Emma Moore Sitterly (24. September 1898 - 3. März 1990) war eine amerikanische Astronomin, die durch ihre sorgfältigen Arbeiten in der Sonnenspektroskopie und durch umfangreiche Tabellen zu Atomspektren und Energieniveaus internationale Anerkennung erlangte.

Frühes Leben und Ausbildung

Charlotte Moore wurde in Ercildoun, Pennsylvania, geboren. Sie schloss 1920 ihr Studium am Swarthmore College ab und ging anschließend nach Princeton, um unter Henry Norris Russell zu arbeiten. In dieser Zeit sammelte sie praktische Erfahrung am Princeton University Observatory und am Mt. Wilson Observatory. Ihre akademische Ausbildung setzte sie mit einer Promotion fort: Sie promovierte 1931 im Rahmen eines Lick-Stipendiums an der University of California, Berkeley, in Astronomie.

Forschung und wissenschaftliche Beiträge

Charlotte Moore Sitterly spezialisierte sich auf Sonnenspektroskopie. Sie untersuchte die Spektrallinien der Sonne, bestimmte systematisch die Lage und Intensität zahlreicher Linien und identifizierte die in der Sonnenatmosphäre vorhandenen chemischen Elemente. Ihre Arbeit beruhte auf einer sorgfältigen Durchsicht experimenteller Beobachtungen und vorhandener Literatur sowie auf kritischer Auswertung und Zusammenstellung von Wellenlängen- und Energieangaben.

Während ihres zweiten Aufenthalts in Princeton lernte sie Bancroft W. Sitterly kennen und heiratete ihn; er wurde später Physikprofessor. 1945 trat sie dem damaligen National Bureau of Standards (NBS) bei, wo sie den größten Teil ihrer späteren Laufbahn verbrachte.

Standardwerke und Bedeutung

Am NBS erarbeitete Charlotte Moore Sitterly umfassende Tabellen zu Atomspektren und Energieniveaus. Diese Publikationen zeichneten sich durch große Sorgfalt, Quellennachweise und kritische Bewertung widersprüchlicher Messwerte aus. Ihre Tabellen wurden zu Standardreferenzen in der Spektroskopie und blieben über Jahrzehnte wegen ihrer Zuverlässigkeit und Nützlichkeit für die Identifikation von Linien in Sonnen- und Sternenspektren sowie für Laborphysiker und Astrophysiker unverzichtbar.

  • Systematische Zusammenstellung von Wellenlängen und Energieniveaus vieler chemischer Elemente.
  • Kritische Überprüfung vorhandener Messergebnisse und Angabe von Genauigkeiten und Unsicherheiten.
  • Bereitstellung einer zuverlässigen Basis für die Interpretation astronomischer Spektren und für weitere theoretische Arbeiten.

Später in ihrem Leben ermöglichte die Entwicklung stratosphärischer oder suborbitaler Instrumente, die auf Raketen gestartet wurden, Messungen im kurzwelligen Bereich. Moore Sitterly dehnte dadurch ihre Arbeit auf die ultravioletten Spektrallinien aus und trug damit zum besseren Verständnis von hochenergetischen Prozessen in der Sonnenatmosphäre bei.

Wirkung und Nachwirkung

Die von ihr gesammelten und kritisierten Daten bildeten die Grundlage für spätere Sammlungen und Datenbanken in der Spektroskopie, die heute vom Nachfolgeinstitut NIST (National Institute of Standards and Technology) weitergeführt und modernisiert werden. Ihre Arbeitsweise – akribische Dokumentation, Quellentransparenz und Einschrätzung der Genauigkeit – dient bis heute als Vorbild für die Erstellung von Referenzdaten in der Physik und Astronomie.

Auch wenn sie in einer Zeit forschte, in der Frauen in der Naturwissenschaft noch mit Hürden konfrontiert waren, erlangte Moore Sitterly durch die Qualität ihrer Arbeit internationale Wertschätzung. Sie blieb ihrem Forschungsfeld über viele Jahrzehnte treu und verstarb 1990 im Alter von 91 Jahren.

Fragen und Antworten

F: Wer war Charlotte Moore Sitterly?


A: Charlotte Moore Sitterly war eine amerikanische Astronomin.

F: Wo wurde sie geboren?


A: Sie wurde in Ercildoun, Pennsylvania, geboren.

F: Was hat sie an der Princeton University studiert?


A: An der Princeton University arbeitete sie an der Sonnenspektroskopie, untersuchte die Spektrallinien der Sonne und identifizierte die chemischen Elemente in der Sonne.

F: Wann hat sie ihren Doktortitel erworben?


A: Sie promovierte 1931 mit einem Lick-Stipendium an der University of California, Berkeley, in Astronomie.

F: Welcher Organisation ist sie 1945 beigetreten?


A: 1945 trat sie dem damaligen National Bureau of Standards (NBS) bei.

F: Was hat sie während ihrer Tätigkeit für das NBS veröffentlicht?


A: Als sie für das NBS arbeitete, veröffentlichte sie Tabellen mit Atomspektren und Energieniveaus, die seit Jahrzehnten ein wichtiges Nachschlagewerk für die Spektroskopie sind.

F: Wie hat sich ihre Arbeit später im Leben ausgewirkt?


A: Später in ihrem Leben wurde es möglich, Instrumente auf Raketen zu starten, und so erweiterte sich ihre Arbeit auf die ultravioletten Spektrallinien.


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