Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus (Pipistrellus murrayi)
Porträt der ausgestorbenen Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus: Erscheinung, Taxonomie, Verbreitung, vermutete Ursachen des Rückgangs und Bedeutung für Inselökologie und Naturschutz.
Überblick
Die Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus (Pipistrellus murrayi) war eine kleine Fledermausart, die ausschließlich auf der australischen Weihnachtsinsel vorkam. Sie gehört zur Familie der Vespertilionidae und wurde von Experten als ausgestorben angesehen; ein konkretes Datum, das in der Literatur häufig genannt wird, ist der 27. August 2009, an dem die Art nicht mehr nachgewiesen wurde und weithin als verschwunden galt (Aussterben).
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1 BildMerkmale
Die Art zeichnete sich durch sehr geringe Körpermasse aus: erwachsene Tiere wogen nur etwa 3 bis 4,5 Gramm. Morphologisch entsprach sie dem kleinen, flinken Bautyp vieler Pipistrellus-Arten mit für Insektenjagd geeigneter Körperform und Echolokationsfähigkeiten. Detaillierte Beschreibungen der Fellfarbe oder Körpermaße sind begrenzt, kennzeichnend blieb jedoch das sehr geringe Gewicht im Vergleich zu anderen Fledermäusen.
Taxonomie und Abgrenzung
Pipistrellus murrayi wurde zunächst teils mit verwandten Arten zusammengefasst, etwa mit Pipistrellus tenuis. Untersuchungen anatomischer Merkmale, insbesondere des Baculums (Penisknochen), zeigten jedoch markante Unterschiede und führten zur Anerkennung als eigenständige Art. Nähere Informationen zu dieser taxonomischen Abgrenzung sind in speziellen Studien dokumentiert (Baculum-Analyse); die Art wurde der Gattung Pipistrellus zugeordnet.
Verbreitung und Lebensraum
Die Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus war endemisch für die Weihnachtsinsel, ein abgelegenes Eiland im Indischen Ozean, das politisch zu Australien gehört. Sie bewohnte die inseltypischen Lebensräume und nutzte vermutlich natürliche Unterschlüpfe wie Baumhöhlen oder Spalten; genaue Angaben zu bevorzugten Quartieren sind jedoch lückenhaft, da nur wenige Beobachtungen und Sammlungsdaten vorliegen.
Rückgang und vermutete Ursachen
Der Rückgang der Art verlief schnell und wurde nicht auf eine einzelne Ursache zurückgeführt. Vielmehr sprechen Forscher von einer Kombination mehrerer Faktoren, die für Inselarten besonders riskant sind:
- Einfluss invasiver Arten, die das Nahrungsangebot verändern oder direkt stören (auf der Weihnachtsinsel sind invasive Insekten und Ameisen als ökologische Störer bekannt).
- Veränderungen von Lebensräumen durch menschliche Aktivitäten und indirekte Effekte auf die Beutetiere.
- Mögliche Krankheitserreger oder Parasiten sowie Störungen durch eingeführte Räuber.
Bedeutung und Lehren für den Naturschutz
Das Verschwinden der Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus ist ein Beispiel für die Verwundbarkeit endemischer Inselarten. Es unterstreicht die Bedeutung frühzeitiger Schutzmaßnahmen gegen invasive Arten, die Notwendigkeit von Monitoring kleiner Populationen und die Schwierigkeit, rasche Populationsrückgänge zu stoppen, sobald sie einsetzen. Die Art bleibt in der Forschung relevant als Mahnung für den Erhalt anderer Inselendemiten und als Fallstudie in der Biogeographie und Naturschutzplanung.
Weiterführende Informationen zu Taxonomie, Aussterben und Untersuchungen finden sich in einschlägigen Fachpublikationen und Bestandslisten; relevante Quellen sind über verlinkte Fachseiten und Taxondatenbanken zugänglich (Gattung Pipistrellus, Vespertilionidae, Statusmeldungen, Weihnachtsinsel, Australien, Studien zur Artabgrenzung).
Ablehnen
Die Zahl der Fledermäuse der Weihnachtsinsel Pipistrelle war in den letzten 20 Jahren stark zurückgegangen. Man hatte sie einst auf der ganzen Insel gesehen, auch in der Siedlung. Sie verließ mindestens 80% ihres Lebensraumes, und ihre Anzahl war seit 1994 um mehr als 90% zurückgegangen. Untersuchungen zur Anzahl der Fledermäuse im Januar 2009 zeigen, dass es nur noch etwa 20 Fledermäuse gab. Die einzige bekannte Gruppenraststätte hatte nur noch vier Fledermäuse. Der letzte Fledermausruf wurde am 26. August 2009 gehört.
Ursache des Niedergangs
Wissenschaftler wissen nicht, warum die Zahlen der Weihnachtsinsel Pipistrelle zurückgegangen sind. Es könnten mehrere mögliche Bedrohungen gewesen sein:
- gegessen werden
- an ihren Ruheplätzen gestört
- eine unbekannte Krankheit.
Eine Reihe von Tieren, die auf die Weihnachtsinsel gebracht wurden, könnten das Problem sein:
- Gewöhnliche Ringelnatter
- Riesiger Tausendfüßler [2]
- Gelbe verrückte Ameise
- Schwarze Ratte
- Katzen
Rettung der Pipistrelle
Anfang 2009 verhinderte der australische Umweltminister Peter Garrett, dass Wissenschaftler versuchen, ein Zuchtprogramm für in Gefangenschaft lebende Tiere einzurichten. Er sagte, die Fledermäuse seien zu schwer zu fangen, und niemand wisse, wie man sie in Käfigen am Leben halten könne. Stattdessen kündigte er ein Programm zur Zucht einer ähnlichen Fledermaus im Northern Territory von Australien an. Wissenschaftler würden etwas über die Pflege und Zucht von Fledermäusen lernen und diese Informationen dann nutzen, um die Weihnachtsinsel Pipistrelle zu retten. Andere Wissenschaftler hatten gesagt, dies würde zu lange dauern, und die Fledermäuse würden aussterben. Die Wissenschaftler glaubten, dass es im Juni 2009 nur noch vier Fledermäuse auf der Welt geben würde. Im Juli 2009 änderte die australische Regierung ihre frühere Entscheidung und sagte, dass sie versuchen werde, die letzten Fledermäuse einzufangen und mit ihnen zu versuchen, mehr Fledermäuse in Gefangenschaft zu züchten. Im August und September 2009 suchten Wissenschaftler nach den verbliebenen Fledermäusen, um sie zu fangen und zu schützen. Ende August war nur eine Fledermaus gehört worden. Die Wissenschaftler versuchten, diese Fledermaus zu fangen, aber seit der Nacht vom 26. August hat man nichts mehr von ihr gehört. Man geht nun davon aus, dass die Fledermaus ausgestorben ist. Dies ist vielleicht eines der wenigen Male, dass das Aussterben einer Art in der freien Natur auf den Tag genau bekannt ist. Wissenschaftler werden weiter nach der Fledermaus suchen, aber seitdem hat es keine Anzeichen der Fledermaus mehr gegeben.
Fragen und Antworten
F: Was war die Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus?
A: Die Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus war eine Fledermausart aus der Familie der Vespertilionidae.
F: Wann glauben Biologen, dass die Weihnachtsinsel-Fledermaus ausgestorben ist?
A: Biologen glauben, dass die Fledermaus am 27. August 2009 ausgestorben ist.
F: Wie groß war die Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus?
A: Die Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus war eine kleine Fledermaus, die 3 bis 4,5 Gramm oder 0,11 bis 0,16 Unzen wog.
F: Wo lebte die Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus?
A: Die Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus lebte nur auf der Weihnachtsinsel in Australien.
F: War die Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus mit Pipistrellus tenuis identisch?
A: Es wurde angenommen, dass sie mit Pipistrellus tenuis identisch ist, aber Untersuchungen des Baculums (Penisknochen) der Fledermaus zeigten, dass Pipistrellus murrayi eine andere Art ist.
F: Zu welcher Familie gehörte die Weihnachtsinsel-Pipistrelle?
A: Die Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus war eine Fledermausart aus der Familie der Vespertilionidae.
F: Was ist ein Baculum?
A: Ein Baculum ist ein Penisknochen.
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Autor
AlegsaOnline.com Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus (Pipistrellus murrayi) Leandro Alegsa
URL: https://de.alegsaonline.com/art/20151
Quellen
- iucnredlist.org : "Pipistrellus murrayi (Christmas Island Pipistrelle)"
- environment.gov.au : environment.gov.au/biodiversity/threatened/publications/recovery/p-murrayi/introduction.h…
- abc.net.au : "Australia's latest mammal extinction - the pipistrelle"
- abc.net.au : "Garrett goes in to bat for endangered pipistrelle - ABC News (Australian Broadcasting Corporation)"
- batcall.csu.edu.au : "The Christmas Island Pipistrelle (Pipistrellus murrayi)"
- news.com.au : "Pipistrelle mini-bats facing extinction"
- environment.gov.au : "FINAL REPORT OF THE CHRISTMAS ISLAND EXPERT WORKING GROUP TO THE MINISTER FOR ENVIRONMENT PROTECTION, HERITAGE AND THE ARTS"